Job-Profil: Wie ist das Leben als Fitnesstrainerin, Frau Schulze?

Claudia Schulze ist von Berufswegen ansteckend gut gelaunt.
 
Die junge Mutter hat einen strukturierten Tag und doch viele Freiheiten. Eine lange Leine mit viel Verantwortung.
Erfurt: Sportpark Johannesplatz |

Sport hält jung, heißt es. Kein Wunder, dass der Erfurter Sportpark Johannesplatz eine reine Du-Zone ist. Claudia Schulze ist von Berufswegen ansteckend gut gelaunt und bis in die Spitzen ihres Kurzhaarschnitts motiviert. Faule Couch-Kartoffeln vom Sofa auf den Crosstrainer zu holen, ist nur eine Aufgabe der Fitnesstrainerin. Mit Faultier-Phlegma und heruntergezogenen Mundwinkeln kommt man da nicht weit.

„Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, freut sich die 31-Jährige. In der Jugend war Claudia Schulze Sportakrobatin auf Leistungssportniveau. Als sie nach ihrem Schulabschluss 2001 von der damals neuen Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau hörte, fiel ihr die Jobwahl nicht schwer. Seit 15 Jahren ist sie jetzt dabei und geht jeden Tag gerne zur Arbeit. „Fitnesstrainer ist ein geiler Job.“


„Eine Fitness-DVD kann dir nicht sagen, was du falsch und was du richtig machst. Wir Trainer können umgehend Fehler korrigieren und Tipps geben."


Mit der Büroarbeit der Kauffrau, die sie in der Ausbildung lernte, hat sie nichts mehr zu tun. Zum Glück: Rechnungswesen, Buchhaltung, Aktenstapel abzuarbeiten - muss für sie nicht sein. An der Kasse am Empfang rechnet sie natürlich immer noch. Lieber ist Claudia Schulze allerdings in Bewegung und unter Menschen. Als kommunikative Rampensau mit Helfersyndrom bezeichnet sie sich selbst.

Die junge Mutter hat einen strukturierten Tag und doch viele Freiheiten. Eine lange Leine mit viel Verantwortung. „Das Schöne ist, dass ich mir den Tag selber einteilen kann - je nachdem, worauf ich mehr Lust habe.“ Vor allem hat sie Freude daran, Menschen zu unterstützen, ihre Ziele zu erreichen. „Die einen wollen abnehmen, die anderen haben Rückenbeschwerden und gerade viele Ältere wollen einfach fit bleiben. Manche kommen sogar einfach nur zum Kaffeetrinken zu uns.“ Aus den Muckibuden von einst sind moderne Gesundheitsstudios geworden.

Von Aerobic bis Zumba bietet die Allrounderin Kurse an. Zu ihren Favoriten gehören das Tanzworkout „SH'BAM“, das Ganzkörpertraining „Body Action“, das Langhanteltraining „Body Bump“ oder „CXWORX“, bei dem die Körpermitte im Mittelpunkt steht. Um keinen neuen Trend zu verpassen, büffelt das Energiebündel auf Akademien immer wieder neue Hypes.

Für die Muskeln oder das Herz, lieber allein mit der Maschine oder mit anderen beim Ballsport - Schulze kennt die Antworten. „Wir bieten ein großes Spektrum. Es ist unsere Aufgabe als Trainier, den Leuten zu vermitteln, was für sie das Beste wäre.“ Viele allerdings wählen den Workshop allein wegen des Trainers. „Der Kurs steht und fällt mit dem Kursleiter“, kennt Schulze das Phänomen.

Sie weckt den Endorphin-Ausstoß


Die rund 2000 Mitglieder sind zwischen 18 und 80 Jahre alt. „Ganz verschiedene Typen. Meine Herausforderung ist, herauszufinden, wie die ticken und sie auch zu knacken.“ Schulze sieht sich dabei auch als Seelsorger. „Einige kommen über die Reha mit Depressionen zu uns. Der Sport vermittelt ihnen ein anderes Körpergefühl und lässt sie diesen Endorphin-Ausstoß wieder erleben, die Freude am Leben.“ Wer schlecht gelaunt kam und mit Glücksgefühl geht, hat auch den Job von Claudia Schulze versüßt.

Muskelkater kennt sie übrigens ebenso wie den inneren Schweinehund. „Viele denken immer, Fitnesstrainer sind keine Menschen. Doch wir haben genauso unsere Päckchen zu tragen und das Problem, dass wir über die Stränge schlagen und zunehmen.“

Bis auf drei, vier Tage im Jahr ist immer geöffnet - Claudia Schulze muss also immer wieder am Wochenende und an Feiertagen ran. „Wichtig ist, dass das Team funktioniert.“ Im großen Club herrsche immer eine familiäre Atmosphäre. Wer in das Team passt, mit dem sie sogar immer wieder in den Urlaub fliegt, darüber entscheiden im Sportpark Johannesplatz die Mitarbeiter selbst - per Abstimmung bei Neueinstellungen.

Hintergrund


Wo?
Sport- und Fitnesskaufmänner und -frauen arbeiten beispielsweise in Fitness- und Gesundheitsstudios, in Sportvereinen oder im Tourismus.

Was?
Das ist unterschiedlich, je nach Arbeitgeber und Einsatzgebiet. Manche sind verstärkt für die Geschäfts- und Verwaltungsprozesse und die Koordination des Sportbetriebes zuständig, andere informieren lieber über Sport, Ernährung und Gesundheit.

Wie lange
Die Ausbildung dauert drei Jahre.


Vita Claudia Schulze

2001 - 2004 Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau in Arnstadt
Seit 2007 beim Sportpark Johannesplatz in Erfurt.
In dieser Zeit erwarb sie diverse Trainerlizenzen.
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