Job-Profil: Wie ist das Leben als Fotografin, Frau Bogensperger?

Irene Bogensperger. Foto: Heyder

Es war eine Reise nach Rom, die für Irene Bogensperger zu einer der größten Veränderungen in ihrem Leben führte. Als sie über den Petersplatz lief, alles fotografierte und noch auf der Suche nach einer Aufgabe fürs Leben war, sagte eine Frau: „Werden sie doch Fotografin, wenn sie so viel Spaß daran haben!“

„Das hielt ich für eine gute Idee“, sagt die heute 43-Jährige und. Mit 30 Jahren schulte sie noch einmal um. Heute freut sie sich im Arbeitsalltag besonders über Baby-Bäuche und Kinderfotos, die sie für die Ewigkeit festhält.

Kein Hobby mehr


„Nach 13 Jahre merkt man allerdings auch“, sagt sie, „dass es kein Hobby mehr ist, sondern Arbeit.“ Und davon hat nur noch ein geringer Prozentsatz tatsächlich mit Fotografie zu tun. „Den größten Teil nehmen Sichtung und das Bearbeiten in Anspruch“, erzählt die Wahlerfurterin. „Die Zeiten, als man mit maximal 72 Aufnahmen von einem Fotoshooting zurück kam, sind vorbei.“ Heute kommt schnell das 10-fache bei nur einem Termin zusammen. Das schluckt rund die Hälfte der Zeit eines Arbeitstags. Mindestens zwei volle Tage im Monat werden zudem für die Buchhaltung benötigt. „Unterschätzen darf man die Zeit nicht, die man mit der Kundenberatung verbringt.“ Und so nimmt der Anteil der Arbeit ab, die man tatsächlich mit der Kamera verbringt. Ist es dann tatsächlich soweit, seien am häufigsten Bewerbungsfotos im Studio gefragt. Kreativität kommt immer dann ins Spiel, wenn aufwändiger Studio-Termine nachgefragt werden. Ganze Familien, oder Kleinkinder für die man eine besonderes Händchen benötigt, weil man sie nicht mit einer Anweisung in die richtige Position bekommt.

„Während der Ausbildung habe ich zuerst gelernt, wie genau sich das Licht aus den Spektralfarben zusammen setzt und welche Auswirkungen das hat. Danach ging es um Zeit-Blenden-Kombinationen, also viele technische Dinge.“ Aber auch die kreativen Momente seien nicht zu kurz gekommen. Und so war es erneut eine Reise nach Rom während ihrer Ausbildung, die den Kreis geschlossen hat. „Unsere Aufgabe war es, das Thema 'Kämpfe in Rom' umzusetzen. Da hat man viele Möglichkeiten, entweder ganz klassisch über Orte wie das Kolosseum. Aber auch moderner. Ich habe beispielsweise Massen in der Fußgängerzone, Gedränge an Fußgängerampeln oder Menschen mit großen Einkaufsbeuteln abgelichtet und zu einer Serie zusammen gefügt. Auch Gemüseverkäufer an ihren Ständen waren dabei, der moderne alltägliche Kampf eben.“ Solche Dinge nützen auch später im Beruf etwas: Während die Technik verinnerlicht wird, ist der alltägliche Kampf, immer neue Ideen zu entwickeln für immer wiederkehrende Ereignisse: Hochzeiten, Konfirmationen, Geburt und Beerdigungen, Familienfeiern oder erotische Shootings.


Profil: Fotografen und Fotografinnen halten mit der Kamera individuelle Eindrücke von Menschen oder der Natur, von Ereignissen oder von Gegenständen fest. Im Anschluss werden die Ergebnisse am Computer nachbearbeitet. Schwerpunkte sind: Porträt-, Produkt-, Industrie- und Architekturfotografie oder Wissenschaftsfotografie.

Wo: Fotografen/Fotografinnen werden in erster Linie in Fotostudios oder Verlagen beschäftigt., Auch in Fotofachgeschäften oder bei Pressediensten, -agenturen und Bildarchivdiensten in Werbe- und Medienagenturen haben sie Möglichkeiten.

Ausbildung/Dauer: Fotograf/in ist ein 3-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf im Handwerk.
Die Ausbildung erfolgt in einem der Schwerpunkte: Industrie- und Architekturfotografie, Porträtfotografie, Produktfotografie, Wissenschaftsfotografie.

Internet: http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?de... und die Seite der Fotografin
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