Job-Profil: Wie ist das Leben als Postbotin, Frau Maier?

Seit 25 Jahren ist die Susann Maier schon Postbotin, also ein alter Hase im Job, der offiziell Fachkraft für Kurier-, Express und Postdienstleistung (FKEP) heißt.
 
"Wenn ich den ganzen Tag im Büro sitzen müsste, würde ich schlechte Laune bekommen. Die frische Luft ist doch herrlich", sagt Susann Maier, Postbotin aus Erfurt.
Erfurt: Deutsche Post |

Heute ist Ikea-Tag. Viele ­Zusteller drücken sich um ­diese Zeit im Jahr, wenn der ­schwere Möbelhaus-Katalog zu Hunderten verteilt werden muss. Nicht so Susann Maier. Ihr Motto, ob es nun um ­schwere Infopost oder um schlechtes Wetter geht: „Da musst du durch.“

Seit 25 Jahren ist die Erfurterin schon Postbotin, also ein alter Hase im Job, der offiziell Fachkraft für Kurier-, Express und Postdienstleistung (FKEP) heißt. In ihrem Arbeitsleben hat sie, was die zurückgelegten Kilo­meter angeht, die Welt schon sicherlich mehr als einmal umrundet. Täglich steuert sie zwischen 400 und 600 Haushalte an, verteilt dabei bis zu 1500 Briefe und 50 Pakete. Treppauf, treppab. Auf ihrem E-Bike transportiert sie täglich insgesamt das Gewicht von etwa zwölf Wasserkästen durch Erfurt. Susann Maier ist fit, keine Frage.

„Ja, ich bin viel unterwegs“, sagt Maier. Heute ist ein warmer, sonniger Tag. Schweiß perlt über die Stirn der 46-Jährigen, die nicht eine Sekunde zur Ruhe kommt. Aufgedreht wie ein Duracell-Häschen, mit dem Herzschlag eines Kolibris hetzt sie durch die Straßen, die sie besser als jeder Taxifahrer zu kennen scheint. Ihr Navi sitzt im Kopf.

"Wenn ich den ganzen Tag im Büro sitzen müsste, würde ich schlechte Laune bekommen. Die frische Luft ist doch herrlich."


Der Tag einer FKEP ist strukturiert. Um 5.45 Uhr startet sie wie mehr als 30 ihrer Kollegen am Zustellstützpunkt, bereitet ihre Tour vor, legt beispielsweise die Schlüssel zurecht, um an die Briefkästen in den Hausfluren vieler Häuser zu gelangen. Als Springerin hat sie keine festen Bezirke, muss sich also immer wieder neu in die Tour hineindenken.

Auf ihrer Strecke hat sie die Zeit stets im Blick. Ist sie zu spät an einem gewissen Punkt, ist etwas schief gelaufen. Ein Platten im Reifen ihres Rades zum Beispiel. Auch ein Hund hat sie schon einmal gebissen. Das ist kein Klischee, sondern Berufsrisiko. „Das passiert wirklich, weil man einfach zu schnell unterwegs ist. Der Hund erschrickt sich.“  

Bis spätestens 15 Uhr hat sie die Post ausgetragen. Dann gehen die Briefe retour, die sie nicht austragen ­konnte – veraltete Adressen oder über­füllte Briefkästen sind schuld. Schade ist: Für einen Plausch mit den Menschen bleibt heutzutage leider immer weniger Zeit. Aber freundlich ist sie immer. „Man muss mit Leib und Seele dabei sein und den Umgang mit den Menschen mögen.“ Und das auch, wenn es wieder stressig wird. „Man braucht eine rasche Auffassungsgabe. Der Job ist nichts für Schlaftabletten.“

Hintergrund

Wo?
Die Deutsche Post AG bietet die duale Ausbildung zur Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen (FKEP) an. Der theoretische Unterricht erfolgt in der Berufsschule. Es gibt viele Quereinsteiger, die zunächst ohne Ausbildung starten.

Was?
Die Ausbildung ist sehr praxisnah. Neben der normalen Post liefert die FKEP Einschreiben oder Nachnahmebriefe aus. Aber auch Gerichtspost, Sendungen mit wertvollem Inhalt oder andere wichtige Dokumente werden ihr anvertraut – von Anfang an.

Wie lange?
Die Ausbildung dauert zwei Jahre. Die Jahrgangsbesten können die Ausbildung um ein Jahr verlängern und um einen kaufmännischen Abschluss erweitern.

VITA Susann Maier
• Gelernte Verkäuferin
• Seit 1990 als Zusteller bei der Deutschen Post.
• 1993 FKEP-Ausbildung


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