Keine Bewerbung aus der Retorte

Bitte kein Bewerbungsanschreiben aus der Retorte, also mit vielen Standardsätzen, schreiben. (Foto: Carsten Jünger/pixelio.de)
 
Die Schwerpunkte für das Anschreiben finden Sie in der Stellenanzeige. (Foto: Thorben Wengert/pixelio.de)
Erfurt: Freund HRC | Viele Menschen tun sich sehr schwer mit der Formulierung eines Anschreibens im Rahmen einer Bewerbung. Da wird zum Beispiel in unnötigen Sätzen erklärt, wo man das Stellenangebot gefunden hat und warum man sich dadurch angesprochen fühlt. Es folgt meistens eine mit viel Eigenlob und zahlreichen positiven Attributen ausgestattete Beschreibung der eigenen Person. Der Text klingt wie aus einer Partnervermittlungs­börse – dort tummeln sich auch nur Prinzen und Prinzessinnen, aber keine Frösche.

 Kein Wunder, wenn Personalverantwortliche stöhnen und sich über die übertriebenen Selbstdarstellungen oder einfach nur abgekupferten Anschreiben von Bewerbungsunterlagen ärgern. Dabei ist es gar nicht so schwierig, es benötigt nur ein paar Vorüberlegungen:


Wozu dient ein Anschreiben?
• Mit dem Anschreiben informiert man die Firma, auf welche Stelle man sich bewirbt. Sinnvollerweise geschieht dies in der Überschrift.
• Der Haupttext des Anschreibens dient dem Schaffen von Aufmerksamkeit und Interesse am Weiterlesen der nachfolgenden Details der Bewerbung.

Was erwarten die ­Personaler beim lesen des Anschreibens?
Die Personaler müssen anhand des Gesamteindruckes der Bewerbungsunterlagen und beim Lesen des Anschreibens relativ rasch eine Vorauswahl treffen. In ihrem Hinterkopf haben sie dabei eine konzentrierte Stellenbeschreibung des idealen Kandidaten. Sie wissen genau, welche Qualifikationen, Kenntnisse und beruflichen Erfahrungen gefordert sind. Diese Informationen wollen sie auch im Anschreiben in knapper Form wiederfinden. Sie haken im Unterbewusstsein eine Checkliste ab. Je mehr Übereinstimmung schon beim Lesen des Anschreibens besteht zwischen den Forderungen und dem, was der Bewerber mitbringt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass seine Personalunterlagen vollständig analysiert werden und er eine Einladung für ein Vorstellungsgespräch erhält. Aber Achtung: Das Anschreiben ist kein Lebenslauf. Es geht dabei nur um drei bis vier entscheidende Sätze, mit denen indirekt zum Ausdruck gebracht wird, dass man für diese Stelle geeignet ist.

Wo finde ich ­Orientierungspunkte für das Anschreiben?
Die Schwerpunkte für das Anschreiben finden Sie eindeutig in der Stellenanzeige. Lesen Sie diese genau. Dort werden die wichtigsten Punkte beschrieben: Arbeitsaufgaben, notwendige Erfahrungen, Kenntnisse und persönliche Anforderungen an den zukünftigen Stelleninhaber. Unterstreichen Sie die drei bis vier wichtigsten Punkte der Stellenanzeige. Wenn Sie diese nach selbstkritischer und ehrlicher Analyse ihres eigenen beruflichen Werdegangs mit gutem Gewissen erfüllen können, dann verwenden Sie diese bei der Formulierung des Anschreibens. Beginnen Sie mit dem Hauptargument für Ihre Eignung.

 Beispiel: Firma X sucht einen Instandhaltungsmechaniker für Werkzeugmaschinen. Dann sollte idealerweise im Anschreiben der Satz stehen: „Ich bin von Beruf Mechatroniker und seit vier Jahren im Bereich Instandhaltung bei der Firma Y tätig. Zu meinen Aufgaben gehört insbesondere…“

 Danach wenden Sie sich den weiteren zwei bis drei Anforderungen zu. Gut ist, wenn Sie dabei auch auf Erfolge verweisen können. Nähere Details zu Ihrer Persönlichkeit, zu Ihren Erwartungen und persönlichen Ziele sollten Sie auf einer gesonderten Seite am Ende der Bewerbung unterbringen. Schließen Sie das Anschreiben mit einer freundlichen Schlussformel.

Viel Erfolg!
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3 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 17.11.2013 | 09:49  
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Renate Jung aus Erfurt | 17.11.2013 | 18:49  
5.076
Joachim Kerst aus Erfurt | 19.11.2013 | 07:02  
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