Leere Tonerkartuschen gehören nicht in die Mülltonne

(Foto: Brother)
(TRD) Beim Recycling sind wir eifrig: Laut einer Umfrage geben 96% aller Deutschen ihr Altpapier zum Recycling, neun von zehn Bundesbürgern entsorgen Flaschen umweltfreundlich und mehr als zwei Drittel achten darauf, dass auch der Biomüll in die richtige Tonne wandert. Wir könnten aber noch konsequenter sein. So landen jedes Jahr mehrere Millionen Tintenpatronen und Tonerkartuschen im Hausmüll. Tonnenweise Abfall, der sich leicht vermeiden ließe. Schließlich bieten alle Druckerhersteller Rücknahme-Programme für ihre Verbrauchsmaterialien an. Wie funktionieren sie? Und wie nützen sie der Umwelt? Seit den 70er Jahren ging das Schlagwort vom „papierlosen Büro“ mehrfach durch die Medien. Durchgesetzt hat sich das umweltfreundliche Konzept leider nicht. Es wird kaum weniger gedruckt. Am Beispiel der Verbrauchsmaterialien für Laserdrucker lässt es sich exemplarisch nachvollziehen: Fast 18 Millionen Tonerkartuschen gingen in Deutschland im Jahr 2012 über die Ladentheken. Das ist nur etwa ein Prozent weniger als noch im Vorjahr, so eine Studie der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung). Damit sind wir Deutschen die größten Abnehmer in den großen Europäischen Ländern (Gesamtmarkt: 43,5 Millionen). Übrigens: Die Kartuschen für Laserdrucker – sie finden vornehmlich Verwendung im beruflichen Sektor – machen mit 47 Prozent fast die Hälfte des gesamten Markts der Drucker-Verbrauchsmaterialien aus. Die leer gedruckten Kartuschen erzeugen also alljährlich eine Riesenmenge Material. Sie einfach in den Müll zu werfen, ist pure Verschwendung: Die Kartuschen enthalten Teile, die problemlos weiter verwendet werden könnten – darunter die stabilen Kunststoffgehäuse und mechanische Kleinteile aus Metall. Um sie einer sinnvollen Weiterverwertung zuzuführen, bieten alle Hersteller aufwendige Rücknahme- und Recycling-Programme an.

Neu befüllen statt wegwerfen

Was die Hersteller aus dem Leergut machen, ist unterschiedlich. In einigen Fällen schreddern sie die Kunststoffgehäuse zu Granulat, um daraus neue Cartridges zu fertigen. Oder sie geben das Rohmaterial an Hersteller von Dachziegeln oder Gartenbänken weiter. Allein der japanische Hersteller Brother sammelt die Leerkartuschen, um sie in zwei eigens dafür ausgebauten Werken aufzuarbeiten und neu zu befüllen. Doch die Akzeptanz der Rücknahme-Programme könnte besser sein: Nur ein Teil der Kartuschen findet den Weg zurück zu den Herstellern – dabei ist der Aufwand für die Rücksendung klein. Und der Nutzen für die Umwelt groß. Im Örtchen Krupina in der Slowakei füllt etwa der Druckerhersteller Brother mit 250 Mitarbeitern leere Laserdrucker-Kartuschen auf. Dazu hat der Konzern eigens ein altes Fabrikgebäude gekauft und umgebaut. Acht Produktionslinien verwandeln
die per LKW aus ganz Europa angelieferten Gebraucht-Kartuschen in neue. Die Wiederbefüllung ist aufwendig, viele Arbeitsgänge müssen manuell durchgeführt werden. Dazu gehört das Scannen der alten Etiketten, bevor die Mitarbeiter sie entfernen und ersetzen. Alle Verschleißteile werden geprüft und gegebenenfalls ausgetauscht. Die neu etikettierten, befüllten und in Vakuumfolien verpackten Kartuschen gehen anschließend in den Handel.Rund 1,2 Millionen Gehäuse hat Brother 2012 in dem 2007 eröffneten Werk recycelt – etwa die Hälfte davon aus Deutschland. Ein gigantischer Aufwand, der dem Unternehmen keinen unmittelbaren Profit bringt, aber dem Anspruch des Unternehmens genügt, möglichst wenig Müll zu produzieren.
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