Mit Lächeln kommt man weiter

Die Hirnforschung bestätigt: Ein Lächeln bringt weiter. Seien wir also freundlicher im Umgang miteinander. (Foto: Pixelio/Stephanie Hofschlaeger)
 
Lächeln ist uns angeboren und signalisiert als frühe Verhaltensweise das Zeigen der Freude und des Wohlgefallen. (Foto: Pixelio/Adel)
Erfurt: Freund HRC | Wenn man aktuellen Umfragen glauben darf, dann gehen jeden Morgen über 80 Prozent der Deutschen ungern zu ihrem Arbeitgeber. Mit der vielgepriesenen Mitarbeiterfreundlichkeit und dem guten Klima im Unternehmen steht es in unserem Land - im Vergleich zu anderen europäischen Staaten - nicht zum Besten. Kritikpunkt Nummer eins ist wieder einmal der Chef beziehungsweise die Führungselite.

Obwohl die moderne Hirnforschung seit einigen Jahren ihre Erkenntnisse in den Dienst der Arbeitspsychologie und der Führungskräfteentwicklung stellt, setzt sich nur langsam durch, dass Freundlichkeit und Mitarbeiterzuwendung der beste Erfolgsfaktor für Motivation und Leistungsbereitschaft sind. In der täglichen Begegnung mit Menschen sind drei Hirnschichten beteiligt. Die primitivste, aber dafür am schnellsten arbeitende Hirnschicht ist das Stammhirn. In Millisekunden unterscheidet dieser Bereich bei einer Begegnung nach Freund oder Feind beziehungsweise Gefahr oder harmloser Situation.

Das limbische System - verankert in der zweiten Schicht, dem Mittelhirn - analysiert mit zeitlicher Verzögerung die Situation. Wenn Sie also noch nicht geflüchtet sind, verarbeitet das Mittelhirn die Begegnung mit einem Menschen genauer. Will mir jemand etwas Gutes tun oder erwartet mich Ungemach? Stehe ich gleichberechtigt auf Augenhöhe oder werde ich dominiert?

An dritter Stelle der Entscheidungskette steht der Neocortex, die dritte Hirnschicht. Das schlaueste, aber langsamste Areal in unserem Gehirn bereitet Entscheidungen unter Nutzung des vorhandenen Wissens und der eigenen Erfahrungen vor. Argumente und Fakten werden schnell gegeneinander abgewogen. Mit zeitlicher Verzögerung können wir jetzt entscheiden, ob wir "gute Miene zum bösen Spiel" machen, ob wir lieber lügen oder die Wahrheit sagen, ob wir uns so oder so im Alltag verhalten.

So weit so gut - wenn da nicht das Aber wäre. In zwischenmenschlichen Beziehungen und erst recht bei der Arbeit können wir nicht einfach flüchten. Wir können uns weder unseren Chef noch unser Personal ohne Weiteres aussuchen. Auch beim täglichen Einkauf, bei der Entscheidung für einen Anbieter, bringen uns harte Fakten nicht immer weiter. Produkteigenschaften und Preise gleichen sich immer mehr an. Unter der Qual der Wahl verlagern wir unsere Entscheidungsebene von der dritten Hirnschicht zurück auf die zweite oder erste. Wir entscheiden uns für die freundlichste Situation.

Das angenehme Gefühl, jemand will mir etwas Gutes tun, führt zur Entscheidung für ihn. Hingegen sind Drohungen und Angst wahre Leistungskiller. Die Angst am und um den Arbeitsplatz bewirkt in Unternehmen verminderte Leistungen, blockierte Ressourcen und führt zu Resignation. Das bedeutet, dass die weichen Faktoren (Umgangston, Führungsstil, Anerkennung oder Wertschätzung) erstrangig sind und aus ihnen erst die harten Faktoren (Erträge, Preise, Qualitätsparameter) entstehen.

Freundlich behandelte Mitarbeiter sowie das Erleben von Anerkennung und Achtung der eigenen Person führen zu enormen Leistungssteigerungen und zu einer positiven Ausstrahlung des Unternehmens nach außen. Seien wir also freundlicher im Umgang miteinander. Ein Lächeln bringt Sie weiter.



RATGEBER

• Lächeln ist uns angeboren und signalisiert als frühe Verhaltensweise das Zeigen der Freude und des Wohlgefallen. Später kommen jedoch auch andere Beweggründe hinzu.

• Wir alle kennen verschiedene Formen des Lächelns aus unserem Sozialverhalten. Lächeln und Lächeln sind nicht dasselbe. Einmal dient es der Freundschaft, ein anderes Mal dem Signalisieren von Überlegenheit und Beherrschen.

• Um falsches Lächeln von richtigem, gut gemeintem Lächeln zu unterscheiden, muss man die gesamte Mimik und Gestik betrachten. Ahmt man den Gesichtsausdruck seines Gegenübers nach, kann man die wahre Motivation des Gesichtsausdrucks erkennen (Imitation).

• Diese Nachahmung des Gesichtsausdrucks aktiviert die gleichen Bereiche im Gehirn, welche auch für die Ausführung der Mimik und Gestik notwendig sind. Nun spüren Sie es und können erkennen, warum der andere lächelt. Wahrer Freund oder falscher Fünfziger?
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14 Kommentare
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Joachim Kerst aus Erfurt | 14.04.2012 | 21:01  
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.04.2012 | 21:22  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.04.2012 | 21:25  
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Karin Jordanland aus Artern | 14.04.2012 | 21:41  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.04.2012 | 23:54  
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Silke Dokter aus Erfurt | 15.04.2012 | 09:28  
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Petra Seidel aus Weimar | 15.04.2012 | 12:18  
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Silke Dokter aus Erfurt | 15.04.2012 | 15:57  
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Petra Seidel aus Weimar | 15.04.2012 | 21:11  
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.04.2012 | 02:25  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.04.2012 | 20:20  
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Renate Jung aus Erfurt | 26.04.2012 | 23:13  
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Hannelore Grünler aus Artern | 27.04.2012 | 03:41  
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Renate Jung aus Erfurt | 27.04.2012 | 11:45  
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