Mobile TV: Diese Optionen gibt es

Unterhaltung für unterwegs: Die Optionen für mobiles Fernsehen sind zahlreich. Bild: fotolia.com © Africa Studio (#118470345)
 
Pause von der langen LKW-Fahrt: Mit DVB-T oder über das Mobilfunknetz lässt es sich ganz einfach fernsehen – auch unterwegs. Bild: fotolia.com © bernardbodo (#121236394)
 
Egal, ob über Notebook oder Smartphone: Mobiles Fernsehen in Form von VoD, Online-TV oder TV-Apps liegt im Trend. Bild: fotolia.com © yuriyzhuravov (#121788486)

Wer kennt es nicht: Im Fernsehen läuft eine interessante Sendung, doch Sie sind noch unterwegs und schaffen es nicht mehr rechtzeitig aufs Sofa. Jedoch gibt es immer mehr Möglichkeiten, um auch unterwegs fernzusehen – der Digitalisierung sei Dank. Die wichtigsten Optionen für mobiles Fernsehen im Überblick.

Besonders LKW-Fahrer oder Touristen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, profitieren von dem vielfältigen Angebot im Bereich Mobilfernsehen. Denn in Pausen von der langen Fahrt oder abends vor dem Schlafengehen kann das Fernsehprogramm durchaus eine spannende Abwechslung bieten. So wird der Parkplatz zum Wohnzimmer – und das Handy, Tablet oder Notebook zum Fernseher.

Klassisch: Rundfunk als Übertragungsstandard


Der Rundfunk als Übertragungsstandard zeichnet sich dadurch aus, dass der Nutzer an die vorgegebene Ausstrahlung des Senders gebunden ist und keinen Einfluss auf den Sendestart hat. Die LKW-Fahrer oder Touristen müssen ihren mobilen Fernseh-Abend also schon im Voraus planen. Doch welche Broadcast-Standards gibt es und was muss dabei beachtet werden? Übertragungsstandards wie DVB-H (Digital Video Broadcasting – Handhelds), DVB-SH (Digital Video Broadcasting – satellite services to handheld devices) und DMB (Digital Multimedia Broadcasting) konnten sich aufgrund fehlenden Interesses der Mobilfunkanbieter nicht durchsetzen.

Kurzzeitig gab es zwar einzelne Geräte mit dem eigentlich nicht für Handys konzipierten Standard DVB-T (Digital Video Broadcasting – Terrestrial), doch auch diese galten nur als Notlösung. Häufiger anzutreffen sind dagegen Tablets mit integriertem DVB-T-Empfänger sowie DVB-T-Modules, die per USB an Tablets oder Laptops angeschlossen werden können. DVB-T wird zwar nur von wenigen deutschen Haushalten für den heimischen Fernsehempfang genutzt – schon allein, weil Kabelfernsehen und Satellitenfernsehen deutlich mehr Sender zur Verfügung stellen. Für LKW-Fahrer und Touristen, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, ist der Übertragungsstandard aufgrund der vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten für das Fernsehen unterwegs jedoch bestens geeignet. Benötigt werden dafür lediglich eine Zimmerantenne und ein DVB-T-Modul sowie ein gutes DVB-T-Signal. Je nach Notebook, Tablet oder Smartphone gibt es passende DVB-T-Empfänger für USB-Anschlüsse. So können die DVB-T-Angebote portabel oder mobil in Abhängigkeit der Empfangssituation grundsätzlich überall empfangen werden – ganz ohne Anschlussdose oder Verkabelung.

Empfangen werden können allerdings nur die öffentlich-rechtlichen Sender. So hatte zuletzt RTL die Übertragung über DVB-T komplett eingestellt, weil die Kosten für die Ausstrahlung per DVB-T 30 Mal höher seien als über Satellit. Zudem betrug der Marktanteil für das digitale Antennenfernsehen nur 4,2 Prozent des Gesamtmarktanteils. Die ARD dagegen hatte im Jahr 2013 noch eine Grundversorgung mit DVB-T auf lange Sicht zugesichert. Der Markterfolg des Nachfolgestandards DVB-T2 (Digital Video Broadcasting – Terrestrial, 2nd Generation) sei jedoch auch vom Engagement der Privatsender abhängig. Inzwischen ist die Umstellung des deutschen Fernsehens auf die zweite Generation des digitalen Antennenfernsehens, die schon seit 2009 vorbereitet wird, bereits in vollem Gange. Der Plan lautet, dass die Umstellung bis 2019 abgeschlossen sein soll. Doch was müssen die Nutzer beim Wechsel zur zweiten Generation beachten?

• Da die Signale mehrerer Sendeantennen genutzt werden, kommt es zu einem besseren Signal und einem besseren Bild.

• Benötigt wird in manchen Fällen ein neuer Receiver sowie ein CI+-Modul, beispielsweise in Form einer Set-Top-Box. Denn private Programme werden mit DVB-T2 nur noch verschlüsselt gesendet. Somit fällt für den Empfang der privaten Sender ein monatliches Entgelt an.

So ist die Umstellung auf DVB-T2 zwar umständlich und erfordert ein paar Ausgaben, jedoch wird der Übertragungsstandard aufgrund des besseren Bildes den höheren Ansprüchen von hochauflösendem Fernsehen gerecht.

Mobilfunknetze zur Übertragung audiovisueller Dienste


Aufgrund des flächendeckenden Ausbaus wird eine hohe Verfügbarkeit sichergestellt. Daher eignen sich auch Mobilfunknetze für mobiles Fernsehen. Doch welche Mobilfunkstandards gibt es?

GSM: GSM (Global System for Mobile Communications) löste als Mobilfunkstandard der zweiten Generation (2G) die analogen Systeme der ersten Generation ab. Erweiterungen wie GPRS und EDGE ermöglichten bereits eine schnellere Datenübertragung. Ab 2017 soll die GSM-Nutzung jedoch sukzessive eingestellt werden.

UMTS: UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) ist ein Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) und ermöglicht deutlich höhere Datenübertragungsraten als GSM. Bei der Nutzung für mobiles Fernsehen ist die Datenrate jedoch von der Zellauslastung abhängig: Je mehr Nutzer UMTS nutzen, umso geringer die Übertragungsrate. Die Erweiterung HSDPA soll dem Problem der Überlastung entgegenwirken. Aufgrund neuerer Entwicklungen wird UMTS jedoch kaum noch genutzt.

LTE: Noch besser für mobiles Fernsehen ist jedoch LTE (Long-Term-Evolution). Die vierte Generation (4G) des Mobilfunkstandards ermöglicht aufgrund geringer Latenzzeiten eine noch stabilere und schnellere Verbindung und kommt mittlerweile weltweit zum Einsatz.

Inzwischen wird bereits an der fünften Generation des Mobilfunkstandards gearbeitet. 5G soll noch höhere Datenraten sowie eine Echtzeitübertragung ermöglichen. Da diese Technologie den Rahmen des bisherigen Mobilfunks sprengt und neue Anforderungen an Hard- und Software stellt, ist sie als wahre Revolution anzusehen. Bis sie sich vollständig durchsetzen wird, kommen LKW-Fahrer und Camper jedoch auch mit dem LTE beim mobilen Fernsehen schon voll auf ihre Kosten. Der Nachteil von Mobilfunk ist, dass das verbrauchte Datenvolumen mit Prepaid-Karten sehr teuer wird. Wer jedoch mithilfe eines Vertrags unbegrenzt im Mobilfunknetz surfen kann, kann sich bedenkenlos einen Film über LTE anschauen. WLAN-Hotspots sind ebenfalls eine praktische Alternative, sind jedoch nicht bei allen Camping-Plätzen oder Raststätten (kostenlos) verfügbar.

Neueste Trends: Video-on-Demand, Online-TV und TV-Apps


Durch das Internet und Smartphones eröffnen sich jedoch noch andere, ganz neue Möglichkeiten für das mobile Fernsehen. So können LKW-Fahrer und Camper beispielsweise individuell und bedarfsabhängig Video-Dienste anfordern. Hier ist die Rede vom Video-on-Demand (VoD), bei dem der Film über eine Internetverbindung (wie bei IPTV) gesendet wird. Allerdings ist Video-on-Demand auch im Mobilfunknetz ohne Internet möglich: Hier wird das Video über ein Breitbandnetz gesendet, indem ein Rückkanal über das Telefonnetz geschaltet wird. Es gibt zwei Varianten der VoD-Technologie:

Streaming: Hierbei werden die Daten gleichzeitig heruntergeladen und wiedergegeben. Die Datei muss jedoch nicht gespeichert werden. Es gibt zahlreiche Streaming-Anbieter wie Netflix, Watchever und Sendermediatheken, in denen Sendungen, Filme und Serien auch von unterwegs aus angeschaut werden können. Eine sehr gute Möglichkeit also für LKW-Fahrer oder Camper, die sich von ihrer langen Fahrt mit mobilem Fernsehen erholen möchten.

Video-Download: Bei dieser Variante muss das Video vor dem Anschauen heruntergeladen werden. Es gibt jedoch auch den progressiven Download, bei dem die mobilen Nutzer schon während des Downloads mit dem Betrachten anfangen können. Anbieter wie Apple iTunes oder Google Play ermöglichen es beispielsweise, bestimmte TV-Serien oder Spielfilme zu abonnieren und herunterzuladen. Auch diese Variante ermöglicht Reisenden also auf bequeme Art und Weise das mobile Fernsehen.

Daneben gibt es außerdem Live-TV-Services. Zu den Pionieren im Bereich Internet-TV zählt Zattoo. Mit dieser Online-TV-Lösung ist es sehr einfach, jederzeit und überall und mit jedem beliebigen Gerät fernzusehen. Egal, ob Smartphone, Tablet, PC, SmartTV oder Spielkonsole, mit Zattoo kann sogar internationales Fernsehen geschaut werden. Ende letzten Jahres zählte der Anbieter bereits eine Million aktive Nutzer. Die Software ist im Bereich Mobile mit iPhone, iPad und Android kompatibel und somit eine hervorragende Möglichkeit für Menschen, die unterwegs fernsehen möchten.

Eine weitere Option sind TV-Apps wie Magine TV, die als Cloud-Service alle deutschen Sender in einer App zusammenfassen. Gerade auf Smartphones und Tablets ist das also ein praktisches Tool für das mobile Fernsehen, eignet sich aber auch für Desktop-PCs und SmartTVs. Selbst die Gratisversion ermöglicht das kostenlose Anschauen von 24 Sendern.


Fazit


Wer sich ein interessantes Fernsehprogramm anschauen möchte, muss längst nicht mehr auf dem Sofa vor dem Fernseher Platz nehmen. Selbst LKW-Fahrer und Camper, die in ihren Pausen ein bisschen Entspannung von der langen Fahrt benötigen, haben vielfältige Optionen, um mobil fernzusehen.

• Über DVB-T können gerade die öffentlich-rechtlichen Sender empfangen werden – ganz ohne Internetverbindung. Benötigt wird nur eine Antenne und ein DVB-T-Empfänger für USB-Anschlüsse – und schon kann über das mobile Gerät oder das Notebook ferngesehen werden.

• Mit LTE gibt es inzwischen die vierte Generation des Mobilfunkstandards, der eine schnelle und stabile Verbindung ermöglicht und sich daher gut für mobiles Fernsehen eignet – mit Prepaid-Karten wird das allerdings teuer.

• Die neuen Trends gehen in Richtung Video-on-Demand, Online-TV und TV-Apps. Hierfür wird zwar Internet benötigt, aber mit VoD können alle möglichen Filme, Serien und Sendungen auf Abruf angeschaut werden. Online-TV und TV-Apps ermöglichen darüber hinaus das mobile Fernsehen zu den festen Programmzeiten und stellen ein breites Angebot zur Verfügung.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige