Nach diesem Unterricht wissen sie: Nur Frisches ist lecker!

 
Daniela Maroldt
Die Schale ist widerspenstig. Stanley muss sich mächtig konzentrieren, um die Kartoffel davon zu befreien. So, dass sie ganz fein wird, kein Stückchen Hülle oder ein dunkler Fleck sollen das Bild stören. Auch Kevins kleine Hände wagen sich an die messerscharfe Herausforderung, er rückt mit dem Kopf lieber näher heran, jetzt kann ihm kein Störenfried mehr entkommen. Daniela Maroldt lächelt zufrieden. Sie machen das schon recht gut, die Jungen und Mädchen aus der 3a. Manchmal beugt sie sich zu ihnen herunter, zeigt, wie sie das Messer anders halten können, verrät einen Kniff, damit sie besser schälen, schneiden und schnippeln können.


So nah kommen die Kinder ihrem Essen nicht immer, schon gar nicht im Unterricht. An diesem Tag haben sich Außendienstleiterin Daniela Maroldt und Koch Sebastian Engler in die Erfurter Christian-Reichart-Schule aufgemacht, sonst kümmern sie sich bei „Menü Mobil“ in Vogelsberg unter anderem darum, dass 28 Schulen und 12 Kindergärten in den Regionen Sömmerda, Erfurt und Weimar Mittagessen erhalten. Dort ist auch die Idee zu dem Projekt entstanden, „Regionale Frische“ haben sie es genannt. Nach der Generalprobe im Herbst, bei der es um den Kürbis ging, sind die beiden in diesen Wochen nun wieder in Grundschulen und Kindergärten unterwegs.

Anderthalb Stunden lang gestalten sie eine eher ungewöhnliche Unterrichtsstunde, die neben Erkenntnissen auch neue Fertigkeiten und Genuss beschert. Lernen mit allen Sinnen. „Wir möchten den Kindern Lebensmittel näherbringen, sie sollen wissen, was im Kochtopf landet“, umschreibt Daniela Maroldt eine Intension des Projektes. Ganz wichtig ist es ihr außerdem, dass sich die Kinder mit der Herkunft der Zutaten befassen. Nur frisch gekochtes Essen hat die guten Inhaltsstoffe. Und frische Produkte kommen direkt aus der Umgebung, sie müssen nicht endlos lange Transportwege bewältigen und vieles an Vitaminen und Co. dabei einbüßen. „Es ist wichtig, dass schon die Kleinen ein Bewusstsein für Frische und für Regionalität bekommen“, betont die Projektleiterin.


Wenn sich die Großen Tag für Tag darum kümmern, dass im Essen der Kleinen immer alles schön frisch ist, wenn viel Gemüse und Obst enthalten sind, auch mal ein Salat oder ein vegetarisches Essen gereicht werden, ist das für die Kinder in Ordnung. Sie essen, es schmeckt, aber sie denken nicht darüber nach. In ihrer Frische-Unterrichts- (oder Kindergarten-)stunde ist das anders. Plötzlich wird so ein langweiliges Essens-Beiwerk wie die Kartoffel interessant und eine echte Herausforderung. Keiner schwatzt mit dem Nachbarn, wenn sie gemeinsam darüber nachdenken, welches Land wohl die meisten Kartoffeln anbaut. Und welche anderen Nachtschattengewächse kennen sie noch? Oh, bei den Anbaumengen kann man sich ja mächtig verschätzen. Aber selbst von den Erwachsenen weiß das kaum einer genau. Nur die, die sich damit auskennen.

Daniela Maroldt und Sebastian Engler wissen noch viel mehr. Der Koch erklärt den Kindern nun, wie sie alle zusammen einen Kartoffelsalat zubereiten, es gibt heute sogar zwei Varianten. Jeder muss mit ran und den Kartoffeln auf die Pelle rücken, dazu Gurken schnippeln, Schnittlauch klein schneiden, Petersilie hacken. Die Kindern lassen sich kaum bremsen, mit jedem Schnitt werden sie geschickter. „Erst dachte ich, der Schnittlauch lässt sich am schlechtesten schneiden“, zieht Kevin vor dem großen Salatdurchmengen ein kurzes Fazit. „Aber dann kam die Petersilie, das war noch schwieriger“, fügt er hinzu und strahlt sogleich: „Aber dafür hat die am besten von allem gerochen!“ Als alle Zutaten in der Schüssel sind, darf jeder einmal kräftig rühren. Dann, endlich, dürfen sie essen. „Das schmeckt ja toll“, sagt Marc, immer noch ein wenig ungläubig, was sich aus Kartoffeln so schnell und einfach zaubern lässt. Nur Frisches schmeckt eben so einzigartig.


Das lernen Kindern an diesem Tag über die Kartoffel:



Weltweit werden jährlich 370 Millionen Tonnen des Nachtschattengewächses angebaut


Führend beim Kartoffelanbau ist China (86 Millionen Tonnen), gefolgt von Indien (45 Millionen Tonnen).


Die Kartoffel stammt aus Spdamerika, sie wurde von spanischen Seefahren nach Europa gebracht.


Es gibt etwa 5000 Kartoffelsorten, durch neue Züchtungen werden es immer mehr.


Kontakt, Terminvereinbarungen und weitere Informationen zum Projekt: Daniela Maroldt, 036372/97680 oder d.maroldt@menue-mobil.net.
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