Nur eine Frage: Warum ­bezeichnen wir ­Profanes als 08/15?

Die Redewendung 08/15 stammt aus der ­Waffenfertigung. Vorbild war hierfür das ­deutsche Maschinengewehr 08/15. (Foto: Waffenmuseum Suhl)
Suhl: Waffenmuseum |

Peter Arfmann, Leiter des Waffenmuseums Suhl, hat die Antwort auf die Frage, warum wir Profanes als 08/15 bezeichnen.

Die Redewendung 08/15 stammt aus der ­Waffenfertigung. Vorbild war hierfür das ­deutsche Maschinengewehr 08/15. Im Jahr 1908 wurde das Maschinengewehr beim Heer eingeführt. 1915 wurde eine leichtere Variante eingeführt. Die Erscheinungsjahre der beiden Modelle ergaben ­gemeinsam die Bezeichnung 08/15.

Das Militärwesen legte großen Wert auf hohe Stückzahlen, um die bewaffneten Einheiten damit auszurüsten. Möglich wurde dies unter anderem durch standardisierte Waffenteile, die austauschbar waren. Somit waren sie beliebig einsetzbar und maschinell produzierte Massenware. Der einzelne Arbeiter fertigte also 1000-fach immer das gleiche Teil. Dies wurde zur stoischen Routine. Im übertragenen Sinne „immer dasselbe“.

„Industriearbeiter in Uniform“


Und dies galt ebenfalls bei der Bedienung des ersten deutschen wassergekühlten Maschinengewehres. Konstruktionsbedingt gab es viele Ladehemmungen. Die zwei bedienenden Soldaten mussten so schnell wie möglich den Fehler finden und beheben. Deshalb erlernten sie die Abläufe der Schussabgabe sowie die ­Reparatur in preußischer Drillmanier. Immer und immer wieder mussten sie die gleichen Abläufe trainieren.

So steht bis heute 08/15 für das Gewöhnliche, das Normierte, für allgemeine Dinge und Sachverhalte oder Verhaltensweisen. Im Militärkreisen wird das Maschinen­gewehr 08/15 als „Industriearbeiter in Uniform“ beschrieben. In Suhl sind große Stückzahlen des MG 08/15 gefertigt worden.

Mehr Informationen unter: ­

www.waffenmuseumsuhl.de
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2 Kommentare
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 11.09.2015 | 13:40  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.09.2015 | 19:11  
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