Nur eine Frage: Warum fällt das Butterbrot meistens aufs "Gesicht"?

Noch liegt das Brot friedlich auf dem Teller. Doch wenn es herunterfällt, landet es wohl denkbar ungünstig...
Dr.-Ing. Jürgen Schmidt von der Erfurter Fachhochschule weiß, warum das Butterbrot - wenn es fällt - meistens auf dem "Gesicht" landet. Oder ist das gar nicht so? Hier die Erklärung:


Eine kleine Unachtsamkeit genügt und beim morgendlichen Frühstück geschieht das Unvermeidliche – der geschmierte Toast landet mit der Butterseite auf dem Boden. Zufall oder ein weiterer Beleg für die universelle Gültigkeit von Murphy’s Law (Murphys Gesetzen)?

Das wollte auch der Mathematiker Robert Matthes wissen und startete im Jahr 1995 an britischen Schulen den „Tumbling Toast Test“: In einer Testreihe schubsten rund 1000 Schulkinder für ihn über 21000-mal Butterbrote vom Tisch. Und tatsächlich, die meisten Brote landeten so, wie Murphy es vorausgesagt hatte.

Hat Murphy Recht?


Verantwortlich für dieses ungünstige Ergebnis ist natürlich nicht Murphys Erkenntnis vom Eintreten des schlimmsten aller denkbaren Fälle, sondern die zugrundeliegende Physik. Wird der Toast genügend weit über die Tischkante geschoben, beginnt es sich zunächst zu neigen, um dann eine Drehbewegung auszuführen, die sich während des gesamten Falls fortsetzt. Bei einer durchschnittlichen Toastscheibe von ca. 9 x 10 Zentimeter, die von einem Esstisch nach unten rotiert, reicht der Drehimpuls gerade mal dazu aus, die Scheibe rund 180 Grad um die eigene Achse zu drehen – also eine halbe Umdrehung.

Was tun? Zwar lassen sich die physikalischen Gesetze nicht aushebeln, gleichwohl kann man aber die beeinflussenden Parameter in geeigneter Weise steuern: So führt etwa eine kleinere Brotscheibe zu einer schnelleren Drehung, weshalb Zwieback oder Canapés nicht auf der Marmeladenseite landen. Und genießt man sein Toastbrot im Stehen, verlängert sich die Fallzeit und in Folge vergrößert sich der Drehwinkel: Ab etwa 120 Zentimeter bleibt genügend Zeit und der Toast landet diesmal auf der Unterseite. Die Zahl der Umdrehungen ist abhängig von der Quadratwurzel der Tischhöhe.

Den besonders cleveren Zeitgenossen unter uns fällt natürlich noch eine weitere Möglichkeit ein: Legt man das Brot zu Beginn mit der beschmierten Seite auf den Teller, so kann es schwerer vom Tisch purzeln (was wiederum an der Physik liegt) – und wenn doch, so fällt es wenigstens auf die richtige Seite.
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