Nur eine Frage: Wie heißen die Weibchen der Erdmännchen?

So ein Poser: Die typische Pose des Erdmännchens. (Foto: Torsten Klemm/pixelio.de)
Erfurt: Thüringer Zoopark |

Erdweibchen? Erdfrauchen? Wie heißen eigentlich die Weibchen der Erdmännchen? Die Antwort auf diese Frage kennt Dr. Heike Maisch, die Kuratorin im Thüringer Zoopark Erfurt.

Gaaaanz einfach: Erdmännchen-Weibchen oder weibliches Erdmännchen.

Warum? Der Name Erdmännchen kommt vom typischen Verhalten: Männchen machen. Die Tiere stehen dabei auf den Hinterbeinen, posieren mit senkrechtem Rücken und beobachten, ob sich ein Feind am Boden oder in der Luft nähert. Bei der Gruppe hält immer mindestens ein Erdmännchen Wache - egal, ob es männlich oder weiblich ist. Spezielle Namen wie Kuh, Stute oder Hippe gibt es für weibliche Tiere dieser Art nicht.

Wächter machen Männchen.



Erdmännchen suchen am Boden nach Nahrung, bewegen sich im Grasland und sind somit ein gefundenes Fressen für Greifvögel, Schakale und Schlangen. Daher sind Wächter ganz wichtig. Denn wer nach vorne sieht, um einen Käfer zu erhaschen oder nach Würmern gräbt, bemerkt einen herannahenden Feind nicht rechtzeitig. Wer im Grasland etwas erkennen will, muss über die Grasbüschel sehen können - deshalb das Männchenmachen. Da man sich in der Truppe im Gräsermeer leicht aus den Augen verliert, stoßen die Erdmännchen permanent Kontaktlaute aus.

Auf dem Savannenboden lebt es sich gefährlich. Deshalb graben Erdmännchen - männliche wie weibliche - Höhlen in den Boden. Im Zoopark ist das ganze Gehege unterminiert. Da kann es schon mal passieren, dass die Tierpflegerin mit einem Bein im „Wohnzimmer“ landet. Zwischen den Höhlen gibt es Verbindungsgänge - und immer mehrere Ausgänge.

Nicht nur die Erdmännchenweibchen sitten die Kinder



Die Jungtiere werden blind, taub und völlig hilflos in einer Höhle zur Welt gebracht. Da auch das Muttertier, das Erdmännchen-Weibchen, Futter suchen muss, braucht sie für diese Zeit einen Babysitter. Bei den Erdmännchen werden vier bis fünf Jungtiere, in Ausnahmefällen auch sechs Kleine, geboren. Deshalb besteht ein Trupp immer aus einem Königspaar, welches sich alleinig fortpflanzen darf. Alle eigenen Nachkommen und noch vorhandene Schwestern oder Brüder des Königspaares werden zu Babysittern. Wärmen, Säubern und Bewachen steht bei diesen auf dem Tagesplan. Die Mutter säugt den Nachwuchs nur. Alle Familienmitglieder kümmern sich um den Nachwuchs.

Erdmännchen lieben die Sonne. Im Zoopark hilft bei kühlerem Wetter die Wärmelampe im Gehege. Die Erdmännchen können die Lampe per Bewegungsmelder selber anschalten. Oft schichten sie einen Hügel unter der Lampe auf, graben ihn innen schräg aus (wie einen Vulkankrater) und legen sich dann wie in einen Liegestuhl mit dem Rücken an den Hang. Der Bauch wird der Lampe entgegengestreckt. Wenn alle Tiere darunter einschlafen, geht die Lampe nach vier Minuten aus. Dann wackelt einer oder eine kurz mit dem Hinterbein - und schon scheint die künstliche Sonne wieder. Erdmännchen müsste man sein!
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3 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 22.07.2016 | 20:07  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 22.07.2016 | 22:35  
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 24.07.2016 | 10:45  
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