Nur eine Frage: Wie kommen Lieder ins Kirchengesangbuch?

Unendlich viele Kirchenlieder wurden schon getextet und vertont. Auch heute entstehen immer wieder neue Kirchenlieder. (Foto: Kirchenbuch BirgitH pixelio)
Erfurt: Bischöfliches Ordinariat |

Im Gottesdienst wird gesungen – allerdings überwiegend Lieder, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Wie kommen eigentlich die Lieder ins Kirchengesangbuch? Wer entscheidet, welches Lied aufgenommen wird und nach welchen Kriterien? Die Antwort kennt Dr. Ulrich Neymeyr. Er wurde von Papst Franziskus im September 2014 zum neuen Bischof von Erfurt ernannt. Als Nachfolger von Bischof Joachim Wanke ist er der zweite Bischof des 1994 neu gegründeten Bistums Erfurt.



Kirchenlieder gibt es seit fast 500 Jahren. Als in den Kirchen der Reformation die deutsche Sprache für den Gottesdienst eingeführt wurde, wurden viele Lieder verfasst, die im Gottesdienst gesungen wurden. Seitdem sind unendlich viele Kirchenlieder getextet und vertont worden.

Auch heute entstehen immer wieder neue Kirchenlieder. Viele Musikgruppen, die Gottesdienste musikalisch umrahmen, schreiben ihre Lieder selbst. Manche Lieder gehen bald wieder vergessen. Andere werden immer wieder gerne gesungen und gehört, ähnlich wie bei Schlagern auch.

Gesangbuch ist ein Bestseller



Angesichts der riesigen Zahl von Kirchenliedern ist die Erstellung eines Gesangbuches ein schwieriges Unternehmen. In der katholischen Kirche des deutschsprachigen Raumes gibt es seit drei Jahren ein neues Gesangbuch mit dem Titel „Gotteslob“. Zunächst waren alle Gottesdienstbesucher aufgerufen, Liedvorschläge zu machen. Eine Kommission hat dann eine Auswahl getroffen und zunächst zur Probe ein Gesangbuch zusammengestellt. Nachdem dieses Gesangbuch sich bewährt hatte, konnte es in den Druck gehen und hat mittlerweile eine Auflage von über zwei Millionen Exemplaren.
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Joachim Kerst aus Erfurt | 20.08.2016 | 10:22  
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