Nur eine Frage: Wie wird beim Steppen der Ton erzeugt, Herr Prodoehl?

Moderne Steppschuhe: mit Metallplatten auf Holz wird der Ton erzeugt. Aber es ging auch schon anders. Fotos: Axel Heyder
Erfurt: TanzHaus |

+ Steppen und Töne, woher kommt der Sound der Schuhe? + Profitänzer Bernhard Prodoehl kennt die Antwort + Verschiedene Töne, die alle anders klingen +

Die ersten Schuhe zum Steppen hatten Holz oder Nägel an den Sohlen, um den Rhythmus zu verstärken. Heute verwendet man pro Schuh zwei Platten (taps) aus einer Aluminium-Legierung, um die Töne gut hörbar zu machen.

Eine Platte wird unter dem Absatz (Heels) und eine unter dem Ballen (Toe) mit je 3 Schrauben befestigt. An der Auflagefläche zur Sohle sind sie hohl und klingen dadurch noch heller. Damit sind ganz verschiedene Sounds möglich, je nach dem mit welchen Teil der Platte der Boden berührt wird: ein "toe" ist ein Schlag mit der Schuhspitze senkrecht zum Boden. Der Sound ist hart und hat, wegen des Gewichtes des Beines mit dem er erzeugt wird, einen höheren Anteil an tiefen Frequenzen, da der Bühnenboden selbst mitschwingt.

Ein „heel“ wird mit dem Absatz erzeugt. Da hier das Gewicht des ganzen Körpers eingesetzt wird, hat er weniger Obertöne - dafür einen richtigen „Bums“. Ein „brush“ streichelt den Boden nur mit dem Ballen und ist deswegen leicht und hell.

Beim „Sanddance“ wird Sand in eine flache Kiste gestreut und mit Schuhen, die nur eine Ledersohle haben – ohne Platten – betanzt. Die unter Anderem daraus entstehenden Schleifgeräusche geben dem Rhythmus eine besondere Note.

Der Sound ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch des Untergrundes, auf dem gesteppt wird.


Bernhard Prodoehl vor vielen Jahren im Schundersong der Ärzte ...
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