Ominöse Handys

"Zu wenig Speicher" - wer's glaubt wird selig
 
"Bitte warten" - erscheint kurz nach dem Einschalten für gefühlte zehn Jahre (eigentlich 3-5 Minuten)
Ob zusammengewürfelte SMS, grundlos unterbrochene Verbindungen oder zu Unrecht flackernde Bildschirme – Einige Handybesitzer müssen sich ständig über unerklärliche Macken ihrer Mobiltelefone ärgern. Aber woran liegt es, dass oft Fehler auftreten, die sich nicht korrigieren lassen? In den Medien wird spekuliert, dass die Antwort schon im Herstellungsprozess zu finden ist. Während der Fertigung eines Geräts soll es möglich sein, von Anfang an bewusst Schwachstellen einzubauen. Eine lange Lebensdauer kann somit verhindert werden. Die Folge wäre der vorzeitige Kauf eines neuen Produkts. Betreffende Anbieter freuen sich bestimmt, die Nutzer werfen ihr Geld allerdings zum Fenster raus. „Geplante Obsoleszenz“ heißt dieser Teil der Produktstrategie. Ob der folgende Fall ebenfalls dieser Strategie unterliegt, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die Vorkommnisse sind jedoch sehr merkwürdig.

Claudia, meine Schwester, gönnte sich vor zwei Jahren ein neues Handy. Das Telefon kostete knapp einhundert Euro und funktionierte zu Beginn tadellos.Doch plötzlich erhielt ich die meisten ihrer Nachrichten nur noch zur Hälfte. Der Witz daran: Der fehlende Teil der SMS blieb nicht einfach verschollen, nein, er wurde einfach durch ein paar Sätze oder Wörter einer anderen Mitteilung ersetzt, die ich vor geraumer Zeit schon von ihr erhalten hatte. Kurz gesagt: SMS-Salat vom Feinsten!

Ein kleines Beispiel:
Hätte sie Sonntag geschrieben: „Hallo, wie geht es dir? Was machst du heute noch?“ und Dienstag: „Tut mir leid, ich habe heute keine Zeit.“, dann wäre bei mir dienstags eher folgendes angekommen: „Tut mir leid, ich habe du heute noch?“

Sinnvoll waren die Nachrichten zumindest nicht mehr. Leider konnten uns auch die Mitarbeiter des Handyladens, denen wir das Problem schilderten, nicht weiterhelfen. So etwas könne schon mal vorkommen. Meiner Schwester wurde angeboten, die Werkseinstellungen zurücksetzen zu lassen. Das brachte allerdings keine Besserung.

Um das Problem endgültig aus der Welt zu schaffen, kaufte sich Claudia vor einigen Monaten abermals ein neues Telefon, diesmal in einem anderen Laden. Sie gab wieder rund einhundert Euro aus. Tatsächlich bekam ich für einige Wochen ihre vollständigen Texte. Danach trat der Fehler erneut auf. Lag es vielleicht gar nicht am Handy, sondern an der SIM-Karte, die Claudia beim Kauf des Geräts nicht erneuert hatte?

Wir wissen es nicht. Meine Schwester könnte sich probehalber eine neue SIM-Karte zulegen. Doch das würde ihr momentan nicht viel nützen. Das Handy, was sie derzeit besitzt, macht ihr im Gegensatz zum vorigen nämlich noch andere Sorgen. Es hat eine Reihe weiterer mysteriöser Macken, mit denen sich Claudia bis heute herumschlägt:

1. Der Bildschirm des Mobiltelefons schaltet sich manchmal grundlos aus und zeigt erst wieder etwas an, wenn er es für richtig hält.

2. Auf dem Monitor werden öfter verpasste Anrufe angezeigt, obwohl niemand versucht hat anzurufen. Auch als neu und ungeöffnet gekennzeichnete SMS entpuppten sich häufig als bereits gelesene Nachrichten.

3. Mitten im Telefonat hängt sich das Handy gelegentlich plötzlich auf, das heißt die Verbindung wird unterbrochen.

4. Im Mitteilungsmenü erscheint immer öfter die Meldung „Zu wenig Speicher“, obwohl in Wirklichkeit noch genug Speicherplatz zur Verfügung steht. Claudia ist es trotzdem dann nicht möglich, SMS zu versenden oder zu empfangen. Stellt meine Schwester das Telefon daraufhin kurzzeitig aus, funktionieren die Vorgänge in der Regel für eine Weile wieder. Es ist allerdings nicht abzusehen, wann das nächste Mal der „Speicher voll ist“. „Ohne das ich übertreibe, ich mach das Handy am Tag mindestens zehn mal aus und wieder an.“, beschwert sie sich.

Übrigens: auch bei diesem Handy wurden von einer Angestellten des Mobilfunkshops nur die Werkseinstellungen zurückgesetzt, was den Schaden auf Dauer nicht behob. Sie bot nicht einmal an, das Gerät einzuschicken, um es reparieren oder umtauschen zu lassen.

Letzten Endes ist und bleibt die Situation eine ärgerliche Angelegenheit. Aufgrund unserer Unwissenheit und der vermeintlichen Unkenntnis vom Fachpersonal wurde viel Geld für nichts ausgegeben. Vielleicht wurde aber auch schon beim Herstellungsprozess geschummelt, wer weiß das schon?
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2 Kommentare
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Sandra Wiegand aus Erfurt | 17.03.2011 | 12:46  
Axel Heyder aus Erfurt | 01.09.2011 | 11:15  
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