Operation am offenen Herzen: Erfurts größte Baustelle startet

So wird der Fischmarkt in den nächsten Monaten nicht aussehen. Ab Montag wird hier gebaut, es fahren keine Straßenbahnen.
  Am 11. März startet Erfurts bisher komplizierteste Innenstadtbaustelle: In einem gewaltigen Kraftakt werden Fischmarkt und Schlösserstraße umgestaltet. Dabei erfahren nicht nur die sanierungsbedürftigen Oberflächen eine Erneuerung, auch unterirdisch verlaufende Kabel und Rohrleitungen werden ersetzt und neu verlegt. Die stark geschädigte Schlösserbrücke wird statisch ertüchtigt, konstruktiv verbessert und gestalterisch aufgewertet. Vom Junkersand bis zur Marktstraße erfolgt die Erneuerung der Gleisanlagen, am Fischmarkt werden die Zugänge zu Straßenbahn und Rathaus barrierefrei.

Start ist am 11. März, das Ende ist für den 23. November vorgesehen. Während der Bauzeit fahren zwischen Domplatz und Anger keine Straßenbahnen. Als Alternative steht ein Schienenersatzverkehr (Domplatz, Webergasse/Andreaskirche, Bonyeburgufer, Anger, Angerbrunnen, Lange Brücke, Theater) zur Verfügung oder aber man geht zu Fuß. Das ist jederzeit möglich, denn in allen Abschnitten wird erst auf der einen, anschließend auf der anderen Seite gebaut. Fußgängerbrücken und Rampen ermöglichen den Zugang zu den Geschäften.

 Wir haben uns vor dem Baustart beim Citymanagement und bei ansässigen Händlern und Gewerbetreibenden umgehört:

Heinz-Jochen Spilker, Vorstandsvorsitzender des City-Managements Erfurt e.V.: „Das Ganze ist eine Art Operation am offenen Herzen der Stadt, die unter Hochdruck laufen muss. Das müssen wir in Kauf nehmen, damit unsere Innenstadt wettbewerbsfähig bleibt. Händler, Gastronomen und die Stadt – alle müssen bestmöglich miteinander kooperieren. Täglich muss die Frage gestellt werden: Wie ist die Baustelle zu managen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Am westlichen Anger hat das gut funktioniert, doch diese Baustelle wird eine größere Herausforderung. Jeder muss dabei Kompromisse machen.“

Manuela Arnold vom Barista Coffeeshop: „Es ist schlimm, was auf die Händler zukommt. Auch, wenn es sein muss. Für mich ist es gerade unvorstellbar, wie alles werden soll, schließlich geht es um etliche Monate. Unser Außenbereich fällt komplett weg. Aber wir versuchen, optimistisch zu bleiben, konzentrieren uns mehr auf die Plätze innen und vor allem auf die to-go-Angebote.“

Ralf Schäddrich vom Restaurant „Ratskeller“ am Fischmarkt: „Wir machen uns Sorgen und viele Gedanken, schließlich fällt für uns der ganze Sommer weg. Uns fehlt das Geschäft im Außenbereich, auf unserer Terrasse, das ist in den warmen Monaten unsere Haupteinnahmequelle. Für uns Gastronomen ist das ziemlich schlimm. Wir wissen nicht, wie wir den Sommer überstehen sollen, uns steht ein hartes, sehr schwieriges Jahr bevor.“

Radegundis Schneider von HOTO: „So eine Großbaustelle ist für Geschäfte in exponierter Lage nie schön. Uns beruhigt aber, dass der Bauleiter bei uns war und gesagt hat, dass der Lieferverkehr und der Zugang zum Geschäft gewährleistet sind. Es wird ja auch nicht alles auf einmal gemacht. Also, liebe Erfurter, lasst euch nicht verrückt machen! Die Schlösserstraße ist d i e Straße in der Stadt mit vielen tollen Geschäften. Und alle sind auch während der Baumaßnahmen frei zugänglich. Sehen wir das Ganze positiv! Bestimmt gibt‘s sogar immer mal tolle Angebote.“
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