Personal Cloud Computing (1)

Google Cloud OS (Browser-Betriebssystem)
 
Web Desktop eyeOS
Teil 1 - Vom „Rechnen in der Wolke“, englisch „Cloud Computing“, haben Sie sicherlich schon gehört. Wenn Sie wollen, können Sie das auch selbst ausprobieren, da es einige Anbieter gibt, die das „Cloud Computing“ kostenlos anbieten.

Einer der Anbieter von Cloud Computing ist Google. Dort gibt es seit dem 24. Februar 2011 das kostenlose Zusatzprogramm Google Cloud Connect in der Version 2.0 für die Online-Zusammenarbeit in Echtzeit mit Microsoft Office 2003, 2007 oder 2010. Insgesamt ist die Google-Datenwolke 1 GByte groß, was für die meisten Anwendungen voll und ganz ausreicht. Aber auch ohne den Erzrivalen Microsoft lässt es sich mit „Google Text & Tabellen“ in der Datenwolke recht komfortabel arbeiten. Selbst Audios und Videos in HD-Qualität bis 780p lassen sich in der Wolke speichern. Insgesamt bilden beide Google-Programme zusammen nicht nur eine gute Symbiose, sondern verdeutlichen auch, wie man heute schon als Privat- oder Business-Anwender professionell in und mit der Datenwolke arbeiten kann und dabei auch noch wichtige Kompetenzen bezüglich der Online-Zusammenarbeit erwirbt.

Von Microsoft gibt es seit dem 1. Februar 2011 die Cloud-Computing-Plattform „Windows Azure“, die man 30 Tage kostenlos testen kann. Unbegrenzt nutzen können Sie hingegen „Windows Live SkyDrive“, den kostenlosen 25 GByte Online Speicher zum Freigeben von Microsoft Office-Dokumenten und Fotos sowie zum Arbeiten mit der abgespeckten Online-Version von Microsoft Office 2010 (Word, Excel, PowerPoint, OneNote).

Noch leistungsfähiger und umfangreicher ist die kostenlose Cloud-Computing-Suite „ZOHO Personal“, bei der sich neben der herkömmlichen Office-Suite (Text, Tabelle, Präsentation) auch noch weitere Anwendungen wie z.B. E-Mail, Kalender, Aufgaben, Notizen, Besprechungen usw. hinzufügen lassen. Eine kurze Darstellung zu „ZOHO Writer“ finden Sie auf dem informatikserver.at und eine ausführliche Abhandlung bei netzwelt.de

Besonders interessant ist auch das Cloud Computing mit dem virtuellen Desktop „eyeOS“, das man auch als Web Desktop oder Online Desktop bezeichnet. Dort bei Wikipedia findet sich auch eine Vergleichstabelle von Web Desktops. Das Besondere an „eyeOS“ ist aber, dass man sich das kostenlose Programm aus dem Internet herunterladen und auf einem eigenen Webserver laufenlassen kann. Zum Kennenlernen des Programms und seiner Programme (Dateimanager, Text, Kalender, Mail, Notizbuch, Chat, Taschenrechner usw.) kann man sich aber auch einen kostenlosen Benutzeraccount zulegen und das Ganze direkt im Browser ausprobieren.


Vor- und Nachteile von Cloud Computing

Die Vorteile von „Cloud Computing“, d.h. dem Arbeiten und „Rechnen“ in der Datenwolke sind gleichzeitig auch die Nachteile!

Zu den Vorteilen von „Cloud Computing“ zählt, dass sich der Anwender um nichts kümmern muss, da alle Anwendungen wie z.B. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation online im Browser laufen, d.h. nicht eigens als Softwareprogramm gekauft und per Setup auf dem heimischen PC installiert werden müssen. Demzufolge braucht man sich auch nicht um das Betriebssystem zu kümmern, da es auf der Anwender-/Clientseite keines gibt. Na ja, so ganz stimmt das natürlich nicht. Jeder PC, Notebook, Netbook oder Tablet-PC braucht zum Arbeiten selbstverständlich ein Betriebssystem wie z.B. Windows, Linux, Mac OS (= Mac Operating System) oder neuerdings Android auf dem Smartphone oder Google Chrome OS (= Google Chrome Operating System), das kostenlose Browser-Betriebssystem für PCs, Notebooks, Netbooks oder Tablet-PCs.

Wer will, kann das neue Browser-Betriebssystem auch selbst ausprobieren, ohne dass man dazu am PC, dem jeweiligen Betriebssystem oder an den Partitionen der Festplatte etwas ändern muss. Nachfolgend kann man sich eine sogenannte Imagedatei (= digitales 1:1 Speicherabbild z.B. einer CD-ROM) kostenlos herunterladen und dann auf CD-ROM brennen:http://getchrome.eu/download.php

Wenn die Bootreihenfolge im BIOS auf erstens USB, zweitens CD-ROM/DVD, drittens HD (= engl. „hard disk“, Festplatte) und viertens Floppy Disk (= Diskettenlaufwerk), falls vorhanden, eingestellt ist, dann lässt sich der PC mit der selbststartenden Live-CD hochfahren, sodass man sofort mit „Google Chrome OS“ arbeiten kann.

Änderungen am Betriebssystem einer Live-CD wie z.B. das Einstellen einer höheren Bildschirmauflösung oder das Installieren weiterer Programme gehen aber im Normalfall wieder verloren, da sich die Änderungen nicht so ohne Weiteres abspeichern lassen. Erfahrene Linux-Anwender können aber einen externen USB-Speicherstick in das Dateisystem „mounten“ (= einbinden, verankern) und die geänderte Systemkonfiguration dorthin abspeichern.

Bei der Live-CD mit dabei ist ein auf dem Desktop vorhandenes Setup-Programm mit dem sich „Google Chrome OS“ auf die heimische Festplatte installieren lässt. Vorausgesetzt natürlich, dass es auf der Festplatte noch etliche Gigabyte Speicherplatz gibt, so dass das System zwei Partitionen, eine „Swap“-Auslagerungspartition und eine „Ext4“-Partition für das Betriebssystem selbst, anlegen kann. Achtung: Vor der Installation des Betriebssystems sollten Sie von Ihrem bestehenden Betriebssystem unbedingt eine vollständige Datensicherung, besser noch eine 1:1 Kopie der Festplattenpartitionen, anlegen. Dies gilt auch für die Sicherung des sogenannten „Boot-Records“ inkl. des „Boot-Managers“.

Wenn Sie dann in der Datenwolke arbeiten wollen, dann müssen Sie nur den speziellen „Google Chrome OS“-Browser, der bereits vorinstalliert ist, starten, und sich mit Ihrem Google-Account anmelden, sodass Sie ab sofort alle Google-Programme online im Browser nutzen können. Der Vorteil von „Google Cloud Computing“ ist der, dass man sich nur einmal mit seinem Google-Benutzernamen anmelden muss, während man gleichzeitig alle Google-Programme nutzen kann. Das lästige und umständliche An- und Abmelden, um z.B. verschiedene Anwendungen diverser Anbieter zu nutzen, entfällt also komplett. Wer will kann sich im „Google Web Store“ noch weitere Programme herunterladen. -

Nun zu den Nachteilen von „Cloud Computing“. Wer etwas ängstlich ist und sich um die Datensicherheit sorgt, der sollte keine Passwort-, PIN- oder TAN-Listen für das Online-Banking usw. in der Datenwolke speichern! Größere Datenmengen oder wertvolle Dateien sollten Sie auf mehrere Benutzeranmeldungen, sogenannte „Accounts“, sowie auf mehrere Anbieter verteilen. Außerdem sollten Sie stets darauf achten, dass Sie im Browser mit dem „Secure“-Protokoll https://... unterwegs sind, sodass die Daten immer verschlüsselt übertragen werden!

Der Hauptnachteil von „Cloud Computing“-Anwendungen ist aber der, dass es wider Erwarten kein Datensicherungsprogramm gibt mit dem sich die Daten und Dateien aus der Datenwolke heraus auf die Festplatte des heimischen PCs herunterladen, abspeichern und damit sichern ließen. Demzufolge müssen die in der Datenwolke abgespeicherten Dateien einzeln auf die lokale Festplatte des heimischen PCs heruntergeladen werden. Bei „Google Cloud Connect“ gibt es allerdings die Möglichkeit, dass man sich mehrere Dateien in einer einzelnen ZIP-Archivdatei gepackt, herunterladen kann.

Aber was nützt die beste Datensicherung, wenn man nicht über die zugehörigen Programme verfügt, um die Text-, Tabellen- oder Präsentationsdateien offline aufrufen und bearbeiten zu können? Nichts! Aber zumindest bei der Google-Datenwolke soll sich das ändern: In Kürze sollen der Google Kalender, Google Mail und Google Text & Tabellen auch offline funktionieren.

Beim „Cloud Computing“ von Google gibt es ab Mitte Juni diesen Jahres zu den Daten in der Datenwolke auch noch die passende Hardware dazu, und zwar in Form eines „Google Chrome OS“-Netbooks. Den „Chromebook“ gibt es in zwei Ausführungen und zwar mit integriertem WLAN oder UMTS bzw. HSDPA, um ins Internet zu gehen. Die Anschaffungskosten bewegen sich derzeit im Rahmen eines preiswerten Netbooks (um die 250,- Euro) sowie eines preiswerten Notebooks (um die 350,- Euro). Das Chromebook kann aber auch für rund 20,- Euro pro Monat inkl. UMTS-Flatrate von Schülern und Studenten gemietet werden. Die Chromebooks dürften wohl deshalb so kostengünstig sein, weil sie weder über ein CD-ROM/DVD-Laufwerk noch über eine eingebaute Festplatte verfügen.

Wie bereits im Artikel „ZIP war gestern“ beschrieben, lässt sich das fehlende CD-ROM/DVD-Laufwerk mittels des kostenlosen Programms „Daemon Tools Lite“ problemlos emulieren.

Trotzdem wäre es natürlich schön, wenn man seine eigene, persönliche Datenwolke „Personal Cloud Computing“ hätte, die man ganz nach Belieben mittels eines USB-Speichersticks jederzeit in Betrieb nehmen und über das Internet online gehen lassen könnte. Aber wie heißt es so schön: „Nichts ist unmöglich!“.

Werkzeuge für die eigene Datenwolke

Neben der Hardware in Form eines USB-Speichersticks braucht man natürlich noch einen Webserver mit dem man dann über das Internet online gehen kann, eine dynamische IP-Weiterleitung sowie ein Web Desktop OS (= Desktop Operating System im Browser) mit diversen Programmen wie z.B. Dateimanager mit Filesharing sowie Up- and Download-Manager, Textverarbeitung mit Online-Zusammenarbeit in Echtzeit, Kalender, E-Mail, Taschenrechner, Chat und Systemmonitor.

Im zweiten Teil richten wir dann den Webserver auf dem USB-Stick ein und lernen, wie man das Webverzeichnis \root vor ungewollten Einblicken von außen schützt, so dass der Homepagebesucher nur die Webseiten angezeigt bekommt, die für ihn bestimmt sind.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige