Polizei wieder direkt vor Ort

Erfurt: Domplatz | Container erneut am Fahrstuhl – Zusätzlich sind Streifen vom Bahnhofsvorplatz bis zum Domplatz unterwegs

Bei annähernd zwei Millionen Besuchern des Erfurter Weihnachtsmarktes muss es schon rein statistisch zu Straftaten kommen. 36 waren es 2009, 37 im vergangenen Jahr. Das ist eine Quote im Promillebereich. Zehn 2009 – und elf Täter 2010 konnten die Ordnungshüter unmittelbar dingfest machen.

„Natürlich ist jedes Delikt eines zuviel“, sagt Polizeisprecher Manfred Etzel. „Aber insbesondere im Falle von Diebstahl sind die Bürger aufgerufen, selbst für ihre Sicherheit zu sorgen. Das heißt, was an Wertgegenständen nicht benötigt wird, ist zu Hause besser aufgehoben, als in der Handtasche beim Weihnachtsmarktbesuch. Das Gedränge wird gern von Dieben ausgenutzt“, schildert Manfred Etzel. Und obgleich fast alle Menschen dies wüssten, würden immer wieder beim Glühweintrinken Taschen offen stehen gelassen oder die Geldbörsen leichtsinnig verstaut. Hier könne die Polizei nur bedingt etwas tun. 29 und 23 Mal wurden in den vergangen beiden Jahren solche Eigentumsdelikte notiert.

Sechs Mal wurde die Polizei zu Körperverletzungsstraftaten gerufen, zumeist Bagatelldelikte, in den Menschen nach übermäßigem Glühweinumtrunk in Streit gerieten. Nur einmal musste eine schwere Körperverletzung aufgenommen werden.

Damit die Erfurter und ihre Gäste sich weiter sicher fühlen, haben sie auch in diesem Jahr einen kurzen Weg zu den Beamten. In der Woche sind zusätzlich neun Beamte auf Streife und überwachen mit geschultem Auge. Gar 16 Beamte der Polizeiinspektion Nord sind es am Wochenende. Im Polizeicontainer auf dem Domplatz wird aber nicht nur bei Diebstahl oder Körperverletzung geholfen. „In 15 Fällen mussten wir bei der Suche nach Kindern oder ‚verloren gegangenen‘ Reisegästen von Bustouren helfen“, so Etzel. Alle Fälle seien schnell gelöst worden. Einmal, so erinnert sich der Polizeisprecher, habe es eine Jackenverwechslung gegeben. Ein Mann aus Halle und einer aus Erfurt gingen jeweils mit der falschen Jacke nach Hause. Kein Problem, einer der beiden hatte glücklicherweise seinen Ausweis in der Jacke. Der Kontakt kam über die Polizei in Halle und Erfurt zustande. Ein Ehepaar aus Österreich, die mit dem Fahrzeug liegengeblieben waren, bekam Hilfe durch die Polizei – zum Dank gab es freundliche Post aus der Alpenrepublik. Aus den Niederlanden und Luxemburg kamen die Busse mit der weitesten Anreise.

Das Verkehrskonzept werde in diesem Jahr wieder dem entsprechen, wie es im vergangenen Jahr gewesen ist. Es habe sich bewährt, die Gäste am Domplatz aus den Bussen (1673 Busse 2010) steigen zu lassen, die Fahrzeuge aber andernorts zu parken. Rund um den Domplatz werden erneut Einbahnstraßen eingerichtet. Verstöße – 1400 gab es 2009 – werden geahndet.
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