Reborn Babypuppen - Mit Lupe und Engelsgeduld

Rund 20 der kleinen Mitbewohner gibt es schon. Fotos: Axel Heyder
 

Mandy Schumann lässt Babypuppen lebendig aussehen - bis ins allerkleinste Detail

Fast tut es ein wenig weh, wenn die gelernte Kinderkrankenschwester Mandy Schumann den Kopf bei einem ihrer Schützlinge abnimmt. Ihre Baby- und Kleinkindpuppen sehen derart echt aus, dass Zuschauer geneigt sind, die Augen zusammen zu kneifen. Um dann doch erleichtert festzustellen: Sie lebt nicht, es ist nur eine Puppe.

Storchenbisse, die feinen Adern und Härchen, die Speckfalten an den Händen und Füßen oder diese pergamentartigen Haut von Neugeborenen. Jedes Grübchen, sogar der Glanz in den Augen – Reborn-Puppen sind lebensechte Nachbildungen. Und Mandy Schumann verrät: „Am Ende wird die Puppe sogar noch gewichtet. So, dass das Köpfen sanft in den Nacken fällt, wie bei einem echten Kind“. In ihrem Wohnzimmer sitzen sie einträchtig nebeneinander, liegen im Stubenwagen oder halten ein Nickerchen.

Stunden, Tage dauert es, bis aus einem Rohling des Modellierers ein neues kleines Wesen entsteht. „Das Einsetzen der Haare, das sogenannte Rooting, bedarf besonders viel Geduld.“ Dann sitzt Mandy Schumann da und setzt mit einer Nadel jedes einzelne auf den Kopf des kleines Wesens, das echten Kindern zum Verwechseln ähnlich sieht. Für das Einsetzten braucht sie sogar eine Lupe. Und Engelsgeduld. Farbe, Größe, Gewicht und Proportionen, alles soll wie beim echten Kind sein. Eine echte Herausforderung für diese Art von Kunst ist es, das Hautbild zu imitieren: „Das funktioniert nicht in einem Schritt. Es sind viele Schichten, die aufgetragen werden und zwischendurch immer wieder trocken müssen“, erklärt Schumann. Rund 25 bis 30 Arbeitsschritte stecken alleine im Hautbild, das in einer Versiegelung mündet um haltbar zu bleiben. Alles in allem sind es 80 Arbeitsstunden, bis die Puppe vollständig fertig ist.

Ständig neue Mitbewohner

Dafür sieht es an ihrem Hobbytisch aus, wie in der Werkstatt einen Kunstmalers. Dutzende Döschen, Pinsel mit verschiedenen Spitzen. Selbst Frühchen gibt es in ihrer Puppen-Kollektion, die inzwischen rund 20 Modelle umfasst.
In dem Moment, in dem ein Reborn-Puppe das erste Mal eine solche Puppe in der Hand hatte, war es um sie geschehen. „So eine wollte ich auch haben. Ich habe Kurse besucht und mich im Internet informiert“, inzwischen hat sie eine Menge Dinge dazu gelernt. Große Begeisterung habe es bei ihrem neuen Hobby in der Familie nicht gegeben, inzwischen haben sich aber alle an die neuen Mitbewohner gewöhnt. „Ich versuche gerade, dass erste Mal ein Baby nach einem Foto zu modellieren, das ist auch nochmal eine Herausforderung.“ Ob ein Stück gut gelingt, hängt immer von mehreren Faktoren ab: „Das Einsetzten der Augen ist ein entscheidender Moment“, dann kommt Charakter ins Gesicht und die Puppengestalterin ändert auch mal die Haarfarbe, wenn sie spontan den Eindruck hat, eine andere Farbe würde besser zum Gesicht passen. Langweilig kann das Hobby nicht werden, zu vielfältig sind die Möglichkeiten bei der Gestaltung: Haar- und Augenfarbe, Größe und Alter, verschiedene Hauttypen – das alles lässt viele Variationen zu.

Reborn-Babypuppen sehen auf den ersten und sogar noch auf den zweiten Blick aus, wie echte Säuglinge. Sie sind begehrte Sammlerobjekte und aufwändig in der Herstellung. Im Internet
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