Sag Nein zum Ja!

Öfter mal Nein zu sagen, klingt zunächst egoistisch. Immer nur Ja zu sagen, macht aber auf Dauer krank. (Foto: Axel Hopfmann/pixelio.de)
Erfurt: Freund HRC | "Kannst Du mir mal helfen?" Oder: "Kollege, erledigen Sie das bitte einmal schnell noch!"

Mit solchen Sätzen wird im Alltagsleben und im Beruf eine Bitte an Sie herangetragen. Und Sie sagen Ja, obwohl Sie eigentlich keine Zeit haben und ohnehin schon überlastet sind. Minuten später ärgern Sie sich über Ihre Zusage: "Warum habe ich nicht Nein gesagt?" Sie ärgern sich über sich selbst.

Wenn es Ihnen auch so geht, dann leiden Sie unter dem "Ja-sagen-Syndrom". Dies ist keine Krankheit, sondern vielmehr ein Ausdruck Ihrer Persönlichkeit. Häufiges Ja-sagen kann Sie aber mit der Zeit krank machen. Es führt zur andauernden Überlastung, bewirkt eine latente Unzufriedenheit und kann sich mit der Zeit in einem Burn-out oder einer ernsthaften Depression manifestieren. Warum können manche Menschen nicht Nein sagen, während es anderen nicht schwer fällt? In der Psychologie hat man sich ausgiebig mit der Beantwortung dieser Frage beschäftigt. Nahezu eindeutig wird die Hauptursache dafür in einem mangelnden Selbstwertgefühl beziehungsweise in einem nicht solide entwickelten Selbstbewusstsein gesehen.

Ja-Sager sind vor allem unsicher bezüglich ihrer eigenen Leistungsfähigkeit. Es sind Menschen, die sprichwörtlich ihr Licht unter den Scheffel stellen. Dazu wollen sie niemanden vor den Kopf stoßen, fürchten sich vor Zurückweisung und haben häufig ein schlechtes Gewissen, wenn sie eigene Interessen vertreten und durchsetzen. In der Regel nehmen sich solche Menschen selbst nicht sehr wichtig, sind sehr auf das Gemeinwohl ausgerichtet (Altruismus) und / oder entwickeln ein auffälliges Helfersyndrom.

Ja-Sager nützen folglich der Gesellschaft, schaden aber sich selbst. Daher muss eine gesunde Balance gefunden werden. Folgende Tipps helfen Ihnen:

1. Wird an Sie eine Bitte herangetragen, die Sie aus dem Bauchgefühl in Sekundenbruchteilen eigentlich mit Nein beantworten möchten, dann vertagen Sie die Entscheidung. Bitten Sie um Bedenkzeit für die Antwort und begründen Sie dies mit fehlenden Entscheidungsgrundlagen: "Ich habe gerade meinen Terminkalender nicht dabei und muss erst nachsehen, was für diesen Zeitraum bereits geplant ist." Eine Notlüge und die vermeintliche Abhängigkeit von anderen Umständen oder Personen können dabei hilfreich sein.

2. Vergleichen Sie die Bitte mit Ihren eigenen Interessen. Entwickeln Sie eine Reihenfolge der Wichtigkeit und setzen Sie Prioritäten. Da Ihre Zeit zwangsläufig begrenzt ist, sollten Sie eher den Menschen helfen, die Ihnen gut tun. Die kleine Portion Egoismus schützt Sie!

3. Lernen Sie, Ihr "schlechtes Gewissen" auszuhalten. Wer konsequent auch einmal Nein sagt, der enttäuscht natürlich seine Mitmenschen. Denn diese haben die Bitte mit der Hoffnung verbunden, dass Sie mit Ja antworten. Mit der Zeit werden Sie aber merken, dass der Frust bei den anderen nur von kurzer Dauer ist. Im Gegenteil: Sie erlangen mit einem Nein mehr Respekt und eine höhere Achtung Ihrer Person. Sie springen eben nicht mehr über jeden Stock, den man Ihnen hinhält.

4. Stärken Sie Ihr Selbstbewusstsein! Am besten gelingt Ihnen dies, wenn Sie sich auf Ihre Stärken konzentrieren und diese zum Ausdruck bringen. Das können besondere Fähigkeiten bei der Arbeit sein oder auch beim Hobby. Jeder Mensch hat seine Stärken.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 30.03.2014 | 00:31  
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Mariett Demirelli aus Erfurt | 19.04.2014 | 21:21  
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