Schülerlabor ist gerettet

Benjamin Bock und Matthias Mußmann testen, ob im ­neuen Schülerlabor alles funktioniert. Vor kurzem nahm das Labor seine ­Arbeit auf, betreut wird es von Rudolf Fiebich, links im Bild.
Nicht jedem Schüler ist es vergönnt, naturwissenschaftliche Unterrichtsfächer wie Physik auf Anhieb zu durchschauen. Besonders, wenn die Zusammenhänge immer wieder nur theoretisch erklärt werden. Da kann der Lehrer noch so gut sein. Wenn die Anschauung fehlt, hat es mancher seiner Schützlinge besonders schwer.
 Doch nicht in jeder Schule besteht die Möglichkeit für umfassende physikalische Experimente. Gut, dass es da an anderer Stelle ein Schülerlabor gibt. Physiklehrer kannten die Adresse: Das Elektromuseum in der Erfurter Schlachtshofstraße beherbergte das Schülerlabor für Physik und Elektronik. Aufgebaut hatte es Rudolf Fiebich, ein ehemaliger Physiklehrer und lange Zeit Leiter des Physikalischen Labors der Pädagogischen Hochschule. Zwölf Jahre lang gaben sich hier mehr als 5000 Thüringer Schüler die Klinke in die Hand, um mit ungezählten Experimenten der Wissenschaft ein gehöriges Stück näher zu kommen.

Nur ein vorübergehendes Aus


Mit dem Aus des Elektromuseums waren allerdings auch die Tage des Schülerlabors gezählt. Zum Glück nur vorübergehend, denn Professor Dr. Christian Zylka von der Erfurter Fachhochschule (FH) ließ nicht locker. Lange schon war er von der Idee eines solchen Labors angetan, wollte zu gern ein solches an der Fachhochschule einrichten. Die Schüler von heute sind schließlich die Studenten von morgen. „Ich war wild entschlossen, das hier eines Tages zu eröffnen“, schwor er sich, die Idee zu verfolgen. Mit Rudolf Fiebich, der nun plötzlich ohne Schülerlabor da stand, hatte der Professor schnell einen Verbündeten gefunden. Auch Fachhochschul-Dekan Dr.-Ingenieur Michael Kappert und der Förderverein der FH stiegen mit ins Boot.

Labor existiert weiter


Für das Schülerlabor gibt es also ein glückliches Ende. Besser gesagt einen Neuanfang: Morgen Nachmittag wird es in der Fachhochschule offiziell eröffnet. Schülergruppen aus ganz Thüringen sind ab sofort mit ihren Lehrern eingeladen, das Labor für ihre Experimente zu nutzen. Betreut werden sie von Rudolf Fiebich, dessen Herz auch im Seniorenalter noch immer für die Physik brennt. Professor Zylka strahlt und freut sich auf jede Menge wissendurstiger Besucher. „Aus dem Labor lässt sich wirklich etwas machen. Und wer weiß, vielleicht kommt es ja so gut an, dass wir es eines Tages sogar erweitern...“, wagt er einen winzigen Blick in die Zukunft.

Terminvereinbarung unter www.fh-erfurt.de
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