Sind wir alle gute Teamspieler?

Jeder behauptet von sich, Teamfähig zu sein. Doch ist dem wirklich so? (Foto: Pixelio/Stephanie Hofschlaeger)
Erfurt: Freund HRC |

Kritiker bemängeln: Oft bedeutet „Team“ letztendlich nur „Toll, ein anderer macht‘s!“

Von ihren zukünftigen Mitarbeitern erwarten Unternehmen heute mehr als nur Fachwissen und berufliche Erfahrungen. „Weiche Faktoren der Persönlichkeit“, sogenannte Softskills, sind ebenso gefordert. Teamfähigkeit ist dabei eine Floskel, die sich seit einigen Jahren in nahezu allen Stellenbeschreibungen wiederfindet.

So verwundert es auch nicht, dass mehrheitlich die Bewerber in allen Anschreiben über sich aussagen, dass Sie teamfähig sind. Alle brauchen es und alle sind es. Doch ist dem wirklich so? Eigentlich ist Teamfähigkeit nichts weiter als die persön­liche Eignung eines Menschen, in einer Gruppe sozial zu agieren. Die Wirtschaft ­versteht natürlich darunter, eine gestellten Aufgabe zu bewältigen, die von einzelnen Personen allein nicht ­erfolgreich umgesetzt werden kann.

Teamarbeit ist kein Allheilmittel


All das ist natürlich nichts Neues. Schon in grauen Vorzeiten haben die Menschen in Gruppen gemeinsam Aufgaben bewältigt. Ein sorgen­freies Allheilmittel ist Teamarbeit für die Wirtschaft nicht und es existieren auch kritische Stimmen dazu. Mehrere Autoren provozieren zum Beispiel mit Thesen wie:

• Teams befördern eher die Faulheit, nicht selbst denken zu müssen, weil die Verantwortung sich nebelartig in der Gruppe verteilt.

• Teamarbeit belastet die Fleißigen und Gutmütigen, weil sich andere hinter deren Leistungen verstecken können.

• Teamarbeit erfordert ­Kompromisse und führt häufig durch die Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner nur zum Mittelmaß.

• Teamarbeit bremst den Ehrgeizigen und Leistungs­willigen, weil das Motto lautet, füge dich in die Gruppe ein und hebe dich nicht von anderen ab.

• Gruppen werden leider auch als Bühne für Selbstdarsteller missbraucht, während ­andere unter dieser Dominanz leiden.

• Teamarbeit hemmt die Karriereentwicklung. Denn: Warum werden eigentlich ­keine Teams befördert, sondern nur Einzelpersonen?

Wie steht es mit Ihrer Teamfähigkeit?


Haben Sie Derartiges auch schon erlebt? Trotzdem: Teamarbeit ist notwendig, sie gab es und wird es auch immer geben. Damit Teams erfolgreich werden, brauchen sie Zeit und Moderation. Vor allem aber ist Teamarbeit eine Anforderung an die eigene Persönlichkeit.

Wer über sich Auskunft geben soll, ob er teamfähig ist, sollte sich ehrlich fragen: Wie steht es mit meiner Fairness im Umgang mit Kollegen, meiner Hilfsbereitschaft, meiner Fähigkeit zu kritisieren und Kritik einzustecken? Bin ich bereit, mein ­„Herrschaftswissen“ weiterzugeben, den Mitgliedern meines Teams zu vertrauen? Kann ich auch andere Meinungen akzeptieren, meinen Drang nach individueller Profilierung der Teamarbeit unterordnen? Will ich eine Führungsrolle übernehmen oder die Führung anderer akzeptieren? Und glaube ich letztlich daran, dass das Team erfolgreich sein wird?

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8 Kommentare
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Nico F. aus Saalfeld | 10.05.2014 | 17:31  
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Renate Jung aus Erfurt | 11.05.2014 | 00:15  
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Nico F. aus Saalfeld | 11.05.2014 | 12:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 12.05.2014 | 00:17  
5.078
Joachim Kerst aus Erfurt | 24.05.2015 | 13:15  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.05.2015 | 19:18  
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Joachim Kerst aus Erfurt | 24.05.2015 | 20:35  
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Renate Jung aus Erfurt | 24.05.2015 | 23:53  
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