Souvenir-Schlager - Goethe, Bach & Roland reisen von Thüringen aus in die ganze Welt

Goethe und Schiller gibt es als Handpuppen. (Foto: Tourist Information Weimar)
Franz Liszt hat es in Weimar nicht leicht. Eine Spieluhr, eine Tasche mit Pianotasten und seine besten Werke auf CD. So viele schöne Souvenirs wurden zu Ehren des verstorbenen Hofkapellmeisters aufgelegt. Dies ist sein Jahr, er feiert seinen 200. Geburtstag. Und dennoch: Goethe und Schiller bleiben als Salz- und Pfefferstreuer, Handpuppen oder Armbanduhren der Renner in der Käufergunst. Und die Gingko-Bäume gehen weg wie warme Semmeln. Mit den Dichtern als Konkurrenten kann der Komponist in der Weimarer "Tourist-Information" nur schwer den Ton angeben.

Souvenirs aus dem Freistaat schmücken die Schrankvitrinen dieser Welt - sei es eine Saalfelder Schneekugel mit Fee Rosalie, Hermann von Salza als Plüschfigur aus Bad Langensalza oder eine Tischuhr mit dem Nordhäuser Roland. Solche Mitbringsel erinnern an den schönen Urlaub oder an den Besuch aus Thüringen. Wer in die Ferne gezogen ist, holt sich mit dem Andenken ein Stück alte Heimat ins Haus. Lokalpatrioten demonstrieren ihre Liebe zur Region wie in Jena mit einem Wandtattoo der Stadtsilhouette.

Gartenzwerg-König Coryllis I. erinnert an eine Sage, in der er und sein Volk den Geraern beim Bierbrauen halfen. Jetzt unterstützt er Maria Mönning vom Verein "Gera Tourismus", Liköre, Höhlerfett und knallblaue Buga-Schafe an den Besucher zu bringen. Der Kassenschlager sind die Fettnäpfe, mit denen sich die "Gersche Fettguschen", die eine Fettbemme nie verschmähten, heute selbst auf den Arm nehmen.

"Nein, die Puffbohnen haben nichts mit diesem Etablissement zu tun." Diesen Satz sagt Steffen Nolte von der Erfurter "Tourist- Information" Dutzende Male am Tag. Dann erklärt er den Touristen, dass die Erfurter den Spitznamen tragen, seit sie im Mittelalter gerne zur eiweißreichen Hülsenfrucht griffen. Heute ist die Puffbohne als Plüschfigur und Schlüsselanhänger erhältlich. Beliebt sind ebenso Bernd das Brot und andere Kika-Figuren. Aber auch handgemachte Blaudruck-Decken und Waid- Kosmetik werden in der ehemaligen Färberstadt verkauft.

Kaum zu glauben, wo ein Schloss überall Platz findet. In Gotha passt Friedenstein auf Zinn- und Porzellanteller, ja sogar auf einen Fingerhut. Wer mag, kann sich mit entsprechender Backform einen Schlosskeks backen. Überhaupt ist Kulinarisches beliebt: In Arnstadt ziert Johann Sebastian Bach Schokoladentafeln. In Nordhausen ist der heimische Korn der Hit. Und in Jena erinnert der Kuschelkloß als Plüschball zum Knuddeln an die Lieblingsspeise der Thüringer. Wer dazu ein Tässchen Tee mag, kann zum Porzellan von Henry van de Velde greifen. "Das ist allerdings etwas preisintensiver", gesteht Thomas Bauer von der Jenaer "Tourist-Information". Eine einzelne Tasse mit Golddekor kostet 47 Euro.
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Hannelore Grünler aus Artern | 22.03.2011 | 21:43  
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