Sprachausgabe von Web- oder Textdokumenten

WebSpeech Sprachausgabe
 
WAVE- oder MP3-Datei einbinden
 
Embedded Windows Media Playe
 
HTML-Quellkode für den embedded Windows Media Player
Sprachausgabe auf dem PC oder Noteboook

“Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ein Video mehr als tausend Bilder”, könnte man sagen. Obwohl wir durch Fernsehen, DVD und YouTube (Ende 2006 von Google für 1,65 Milliarden Dollar gekauft) visuell verwöhnt sind, verhält es sich dennoch so, dass man sich beim Betrachten eines Videos vor den Bildschirm oder den LCD-Monitor setzen muss, so dass man nebenbei nichts mehr anderes erledigen kann. Genau das aber ist der Vorteil vom Radio oder von Audiodateien auf dem MP3-Player. Man kann sich seine Lieblingsmusik zu Gemüte führen und trotzdem nebenher noch etwas im Haushalt erledigen oder an der frischen Luft spazierengehen. Gleiches gilt für Hörspiele oder vorgelesene Texte.

So gibt es beispielsweise von der Zeit Online ein spezielles, kostenpflichtiges Angebot für 7,50 Euro pro Monat mit speziellen Artikeln, die von professionellen Sprechern vorgelesen werden und die man sich als Audiodatei herunterladen kann. Beim IT-Portal “Heise Online” kann man sich alle Artikel kostenlos vorlesen lassen oder als MP3-Datei herunterladen. Dafür, dass der Dienst kostenlos ist, muss man aber mit einer Roboter-ähnlichen Stimme vorliebnehmen.

Bei “WebSpeech 4.0” von G-Data handelt es sich zwar auch um eine künstliche Stimme, allerdings lässt sich diese zwischen männlich (Bill oder Martin), weiblich (Johanna oder Silke), hessische, sächsische, schwäbische Mundart oder Hochdeutsch umschalten. Darüber hinaus lassen sich weitere Parameter wie beispielsweise Lautstärke, Vorlesegeschwindigkeit (Tempo) oder Intonation (Tonhöhe, Wortmelodie) einstellen. Außerdem ist das Programm kostenlos und lässt sich nicht nur auf herkömmliche Webseiten anwenden, sondern auch für eigene Webdokumente oder Webseiten (siehe Bild "WebSpeech Sprachausgabe"): http://www.chip.de/downloads/WebSpeech-4.0.2.32_13...

Da das Programm von G-Data wider Erwarten nicht weiterentwickelt wird, lässt es sich inzwischen nur noch mit dem Microsoft Internet Explorer ab Version 6.0 oder höher verwenden. Beim Internet Explorer 8.0/9.0 muss das “WebSpeech”-Programm mittels der Menübefehle “Extras”, “Seite/Markierung vorlesen (WebSpeech)” gestartet werden.


Sprachausgabe eigener Textdokumente

Mit einem kleinen Trick lassen sich selbstverständlich auch herkömmliche Textdokumente, wie Sie sie von Microsoft “Word” oder OpenOffice “Writer” her kennen, mittels Sprachausgabe zu Gehör bringen. Dazu müssen Sie wissen, dass sich Textdokumente bei den gebräuchlichen Textverarbeitungsprogrammen nicht nur in verschiedenen Dateiformaten abspeichern lassen, sondern eben auch als Webseite im sogenannten HTML-Format. Dabei gilt es bei den neueren Browsern zwischen den Modi “Webseite, komplett” und “Webseite, nur HTML” zu unterscheiden!

Dabei handelt es sich bei dem Modus “Webseite, komplett” um ein spezielles Archivformat bei dem sowohl der HTML-Quellkode der Webseite als auch die in der Webseite enthaltenen Bilder oder Grafiken in einer einzigen Datei mit dem Dateierweiterungsnamen *.mht oder *.mhtml abgespeichert wird. Die Abkürzung “mht” steht übrigens für “MIME Encapsulation of Aggregate HTML Documents”. Bezüglich des speziellen Archivformats muss man noch wissen, dass sich Webseiten mit dem Dateierweiterungsnamen *.mht oder *.mhtml zwar auf einen Webserver aufspielen/hochladen, wider Erwarten aber nicht wie herkömmliche Webseiten publizieren lassen!

Eine Webseite, die im Modus “Webseite, nur HTML” abgespeichert wurde, lässt sich zwar auf einem Webserver publizieren, aber leider ohne integrierte Bilddateien, da diese eigens auf den Server hochgeladen und wieder neu im HTML-Quellkode verlinkt werden müssen.

Nun aber zu dem Trick, wie man sich herkömmliche Web-/Textdokumente mittels “WebSpeech”-Sprachausgabe vorlesen lassen kann.

Wie wir ja inzwischen wissen, lassen sich “nur” Webseiten mittels “WebSpeech” akustisch wiedergeben. Wenn man sich nun also ein Textdokument vorlesen lassen will, dann muss man dieses ganz einfach nur als Webseite im Dateiformat *.html (= Modus “Webseite, nur HTML”, ohne Bilder) oder *.mht (= Modus “Webseite, komplett”, mit Bilder) abspeichern! Da das Textdokument als Webseite auf der lokalen Festplatte abgespeichert wird, braucht man keinen Webserver, da sich Webseiten im Browser auch vom heimischen PC aus lokal anzeigen lassen!

Nachdem also das Textdokument als HTML-Webseite abgespeichert wurde, startet man für die Wiedergabe mittels “WebSpeech”-Sprachausgabe den Microsoft Internet Explorer (= Browser), klickt auf die Menüauswahlen “Datei”, “Öffnen”, “Durchsuchen” und wählt die neu abgespeicherte Webseite, d.h. das vormals bearbeitete Textdokument in Form der HTML-Datei, aus. Dabei spielt es dann für die “WebSpeech”-Sprachausgabedatei keine Rolle, ob diese zuvor als “Webseite, nur HTML” oder “Webseite, komplett” abgespeichert wurde! Anschließend startet man das “WebSpeech”-Programm wie zuvor beschrieben und lässt sich die komplette Webseite oder einen markierten Textabsatz von Bill, Martin, Johanna oder Silke vorlesen.

Noch ein Tipp an dieser Stelle für die Herren der Schöpfung: Die Stimme von Silke ist besonders sinnlich-erotisch, eignet sich deshalb also nicht so sehr für das Vorlesen von Nachrichten oder eines Business-Vortrages.


Von der Sprachausgabe zur MP3-Datei

Falls Sie öfters im Auto unterwegs sind, abends oder am Wochenende joggen oder Spazierengehen und über einen MP3-Player verfügen, dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann Sie einen umfangreichen Vortrag, ein Vorlesungs- oder Redemanuskript, einen Geschäftsbericht oder ähnliches unterwegs auch als MP3-Datei zu Gehör bringen wollen. Dann stellt sich sofort die Frage, wie man die “WebSpeech”-Sprachausgabe in eine MP3-Datei “umwandelt”.

Da sich der von WebSpeech vorgelesene Text nicht als Audiodatei abspeichern lässt, müssen wir zu einem kleinen Trick greifen. Was wir dazu brauchen, ist ein weiteres Programm und zwar eines mit dem sich der Sound des PCs oder Notebooks aufzeichnen und als WAVE- oder MP3-Datei abspeichern lässt. Allseits bekannt und beliebt ist z.B. das kostenlose “Audacity”-Programm (> 2,7 Millionen Downloads), das man sich beispielsweise bei Chip.de Online herunterladen kann: http://www.chip.de/downloads/Audacity_13010690.htm...

Nachdem das “Audacity”-Programm heruntergeladen und installiert wurde, startet man dieses. Dann ruft man das Textdokument in Form der Webseite auf, das mittels der “WebSpeech”-Sprachausgabe vorgelesen werden soll. Dabei wird aber die Sprachausgabe noch nicht gestartet. Gestartet wird nämlich als erstes die Aufnahmefunktion des “Audacity”-Programms, um die Sprachausgabe, die als nächstes gestartet wird, aufzuzeichnen.

Nachdem die Sprachausgabe vollständig aufgezeichnet wurde, lässt sich diese als Audiodatei vom Typ *.wav oder *.mp3 auf die lokale Festplatte abspeichern, d.h. exportieren, weil das “Audacity”-Programm intern ein anderes Aufzeichnungsformat verwendet. Wenn Sie sich beim Abspeichern für das MP3-Dateiformat entscheiden, dann können Sie die MP3-Datei auf Ihren USB-Stick-Player aufspielen und dort sofort wiedergeben oder aber auf eine CD-ROM brennen.

Zum Abspielen der CD-ROM mit MP3-Dateien benötigen Sie dann aber einen MP3-fähigen CD-Player. Eine Audio-CD mit MP3-Dateien kann bis zu 10 Stunden Musik, Hörspiele oder Sprachaufzeichnungen speichern. Eine Audio-CD mit WAVE-Dateien hingegen nur bis zu 70 bis 80 Minuten! Dafür braucht man aber zum Abspielen keinen MP3-fähigen CD-Player!

Beim Aufnehmen der “WebSpeech”-Sprachausgabe kann es aber passieren, dass beim “Audacity”-Programms wider Erwarten nichts aufgezeichnet wird! Dies liegt dann aber nicht am “Audacity”-Programm, sondern an der Einstellung Ihres (Windows-) Mischpults für Aufnahmen. Dort gibt es nämlich einen Regler namens “Stereomix”. Falls dieser beim Aufnahme-Mischpult nicht angezeigt wird, so müssen Sie diesen mittels der Menüauswahl “Optionen”, “Eigenschaften”, “Aufnahme”, “Stereomix” erst noch aktivieren, d.h. an der betreffenden Stelle ein Häkchen setzen!

In diesem Zusammenhang stellt sich dann auch die Frage, ob und wie sich eine Audiodatei mittels einer HTML-Webseite automatisch im Browser wiedergeben lässt, so dass der Anwender die Webseite quasi vorgelesen bekommt, ohne dass das “WebSpeech”-Programm zum Einsatz kommt oder eigens installiert werden muss.

Da es sich beim WAVE-Format mit dem Dateierweiterungsnamen *.wav um das älteste Audiodateiarchivformat handelt, das darüber hinaus auch noch unkomprimiert ist, lässt sich dieses praktisch in jedem Browser abspielen. Dabei ist der Nachteil aber der, dass eine 80-minütige Audiodatei bis zu 700 MByte groß ist und diese vor dem Abspielen im Browser erst noch vom Webserver heruntergeladen werden muss, was bei einem langsamen Internetanschluss oder einer langsamen UMTS-Funkverbindung mit einer Datenübertragungsrate von 384 KBit/s dann schon mal 700 MByte = 700 *1024 KByte = 700 *1024 * 8 KBit = 5 734 400 KBit / 384 KBit/s = 14 933 Sekunden = 14 933 / 60 Min. = 249 Min / 60 Std. = 4,5 Stunden dauern kann. Für den Benutzer eines Smartphones oder eines Netbooks mit UMTS-Anbindung also eine Zumutung und deshalb ein absolutes “No go”!

Wenn man die WAVE-Audiodatei der max. Audio-CD-Dateigröße von 700 MByte vor dem Abspielen nicht eigens herunterladen müsste, sondern als Datenstrom mit dem sogenannten “Streaming Media”-Prokoll übertragen würde, dann würde der entsprechende Download und die damit verbundene Wartezeit entfallen, da beim Streaming immer nur kleine Datenpakete zu Gehör gebracht werden, während gleichzeitig weitere Datenpakete im Hintergrund nachgeladen werden (= Prinzip Eimerkettenverfahren beim Löschen eines Feuers). Für das “Streaming Media” wiederum bräuchte man dann aber einen entsprechenden Webserver, der das sogenannte “mms”-Protokoll (= engl. “Microsoft Media Server Protocol”) unterstützt. Wie man unschwer sieht, führt an dem allseits beliebten MP3-Audioformat kein Weg dran vorbei! Bevor wir uns aber dem MP3-Audioformat zuwenden, müssen wir noch klären, wie man praktisch für alle Browser eine WAVE-Audiodatei in eine HTML-Webseite integriert.

Zu der Zeit, als das Internet so nach und nach auch audiomedial wurde und es nur das WAVE-Audiodateiformat gab, gab es im Wesentlichen nur zwei Browser und zwar den Microsoft Internet Explorer und den Netscape Navigator, der bis etwa 1996 der führende Webbrowser für Windows-Betriebssystem bis Windows 95 war und dessen Nachfolger der heutige Mozilla Firefox-Browser ist.

Während Microsoft bei der Browser- und Webdesign-Entwicklung seinen eigenen Weg ging und oftmals vom HTML-Standard abwich, hat sich das System von Netscape, das auch bei UNIX- und Linux-Rechnern zum Einsatz kam, durchgesetzt, so dass dieses auch noch heutzutage mit allen modernen Browsern wie z.B. Microsoft Internet Explorer, Opera oder Google Chrome funktioniert. Lediglich beim Mozilla Firefox muss der “Quick Time”-Player von Apple als Plug-in nachinstalliert werden.

Im Bild "WAVE- oder MP3-Datei einbinden" finden Sie den HTML-Quellkode zum Einbinden und Wiedergeben einer WAVE-Audiodatei.

Und, das funktioniert tatsächlich! Allerdings nur mit dem Microsoft Internet Explorer und dem Google Chrome. Mozilla Firefox verlangt wieder nach dem Apple Quicktime-Player als Plug-in und der Opera-Browser hüllt sich in Schweigen bzw. versucht, heruntergeladene MP3-Dateien im Windows Media Player wiederzugeben!


Embedded Windows Media Player

Wie wir jetzt wissen, lassen sich WAVE-Dateien in allen Browsertypen automatisch abspielen, während es bei den MP3-Dateien auf den jeweiligen Browsertyp ankommt. Demzufolge müsste man z.B. mittels Javascript ein kleines Programm entwickeln, das den jeweiligen Browsertyp erkennt und auswertet, so dass man diesem entweder eine WAVE- oder MP3-Datei zum Abspielen anbietet.

Wenn man diese Problematik umgehen will, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als zusammen mit der Webseite einen entsprechenden Media Player zum Abspielen verschiedener Audioformate gleich mitzuliefern. Aber nicht als Link zum Download nebst Installation eines solchen, sondern als integraler Bestandteil der Webseite. Den in eine Webseite integrierten Media Player nennt man deshalb “embedded”, d.h. eingebettet. Dieser wird zwar auch aus dem Internet heruntergeladen, aber eben so, dass es der Anwender nicht merkt, nämlich im Hintergrund zusammen mit der entsprechenden Webseite, die auf den embedded Media Player zugreift. Da das “Windows”-Betriebssystem von Microsoft neben UNIX/Linux weltweit am weitesten verbreitet ist und der Windows Media Player integraler Bestandteil des Betriebssystems ist, gibt es diesen auch als embedded Media Player (siehe Bild "Embedded Windows Media Player").

Es geht auch eine Nummer kleiner! Wenn Sie die bunte und zuckende Animation der Audiodatei stört, dann können Sie das Fenster des embedded Windows Media Player auch entsprechend verkleinern, indem Sie die Höhe des Wiedergabefensters von height="240" auf height="64" abändern (siehe Bild "Embedded Windows Media Player").

Wenn Sie jetzt den HTML-Quellkode für den Windows Media Player in Ihre Homepage einbauen und die Webseite in einem beliebigen Browser starten, dann werden Sie feststellen, dass sich der Media Player im Moment nur im Microsoft Internet Explorer anzeigen und ausführen lässt, weil der embedded Windows Media Player erst noch implementiert werden muss.

Im Zusammenhang mit dem embedded Windows Media Player stellt sich die Frage, ob der HTML-Quellkode zwecks Wiedergabe der MP3-Datei im Microsoft Internet Explorer überhaupt noch gebraucht wird, und ob man diesen ganz einfach weglassen kann (siehe Bild "HTML-Quellkode für den embedded Windows Media Player").

Wenn Sie den obenstehenden HTML-Quellkode in Ihre Webseite einbauen und diese im Microsoft Internet Explorer aufrufen, dann werden Sie unschwer feststellen, dass das Ganze ordnungsgemäß funktioniert. Der Microsoft Internet Explorer ist also sehr wohl in der Lage, den embedded Windows Media Player innerhalb einer Webseite anzuzeigen und die MP3-Datei wiederzugeben. Die Beschränkung auf den embedded, d.h. eingebetteten und kompatiblen Windows Media Player bietet darüber hinaus wider Erwarten nicht den Vorteil, dass das ActiveX beim Starten des Windows Media Players innerhalb des Microsoft Internet Explorers überflüssig wird!

ActiveX ist Bestandteil des Windows-Betriebssystems und erlaubt es u.a. mit Microsoft Internet Explorer Betriebssystembefehle auszuführen. So lassen sich z.B. auch Microsoft Office-Dokumente wie z.B. Word-, Exel- oder PowerPoint-Dateien direkt im Browser anzeigen und bearbeiten!

ActiveX ist wegen seiner Sicherheitslücken und des damit verbundenen Risikos, dass sich Schadkode und Malware auf dem Rechner ausführen lassen, schon vor Jahren in die Kritik geraten. Deshalb sollten Sie stets darauf achten, dass Sie das aktuelle Service Pack (SP3 bei Windows XP, SP2 bei Windows Vista und SP1 bei Windows 7) sowie alle Windows-Sicherheitsupdates aufgespielt haben, um sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand zu sein. Wenn Sie vorzugsweise den Microsoft Internet Explorer als Lieblingsbrowser verwenden, dann sollten Sie ActiveX nach Möglichkeit deaktivieren. Alle anderen Browser wie z.B. Mozilla Firefox, Opera oder Google Chrome verwenden übrigens kein ActiveX und unterstützen dies demzufolge auch nicht. -
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