Vierfache Mutterliebe

Adolf Donndorfs Figurengruppe Mutterliebe gibt es vier Mal.
Es ist die Geschichte eines Brunnens, die genauso ungewöhnlich ist wie seine Figurengruppe. "Mutterliebe" - so ihr Name - wurde geschaffen von dem Künstler Adolf Donndorf (1835-1916). Sie ziert gleich vier Brunnen. Einer davon steht in Weimar. Im Jahr 1881 stiftete der Philantrop Daniel Willis James seiner Stadt New York einen Brunnen. Für die Skulptur beauftragte er den Deutschen Adolf Donndorf. Dieser Brunnen ist heute auch bekannt als der Union Square Drinking Fountain. Die Absicht von James war ein Beispiel von sozialer Wohltätigkeit und Güte. Im Tschechischen Zwittau gibt es einen weiteren Brunnen mit einer Figurengruppe aus Bronze, genannt die "Mutterliebe". Auch hier ist der Schöpfer der Figurengruppe der Künstlers Adolf Donndorf, ehemaliger Professor für Malerei und Bildhauerei an der Kunstakademie in Stuttgart. Der Mäzen Oswald Ottendorfer (1826-1900) hatte den Bunnen im Jahr 1892 seiner Heimatstadt Zwittau gestiftet.

Er war 1848 nach Amerika emigriert und bis 1887 Herausgeber der deutschsprachigen "New Yorker Staatszeitung". Über seine Tätigkeit in New York wurde er auf den dortigen James-Brunnen mit der Mutterliebefigur aufmerksam und ließ einen zweiten Guss der Bronzefigur anfertigen und den Mutterliebebrunnen in Zwittau aufstellen. Heute steht der Mutterliebebrunnen im Langer-Park. In der Klassikerstadt Weimar, in der Adolf Donndorf am 16. Februar 1835 geboren wurde, steht der dritte Brunnen mit der Mutterliebe-Figurengruppe. Mit 18 Jahren schmiss der junge Donndorf das Lehrerseminar und begann eine Ausbildung bei Bildhauer Ernst Rietschel in Dresden. Donndorfs Talent und Fleiß und Rietschels Unterweisung trugen die schönsten Früchte.

Nach dem Tode des Lehrers (1861) vollendete er nach dem Entwurf Rietschels das gewaltige Lutherdenkmal in Worms, für das er selbst drei Figuren gestaltete. Sodann schuf er das Reiterstandbild Carl Augusts in Weimar, das Burschenschaftsdenkmal in Jena; in Eisenach die Denkmäler für Bach und Luther, das Bach- und das Goethedenkmal in Karlsbad, das Porträt-Medaillon am Grabe der Frau von Stein. Adolf Donndorf ist seiner Thüringer Heimat stets treu geblieben, auch wenn der Professor am 20. Dezember 1916 in Stuttgart starb. Heute ist der Künstler Ehrenbürger von Weimar und seine ruht auf dem Friedhof der Heimatstadt. Nach New York, Zwittau (Svitavy) und Weimar bekam Stuttgart im Jahre 1898 den vierten und letzten Abguss dieser Gruppe, die von Adolf Donndorf entworfen worden war. Am 3. Dezember 1898 wurde hier der Paulinenbrunnen enthüllt.
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