Vom Abstauber bis zur Zicke - Wenn die Kollegen nerven

Oft gibt es im Team so einige Baustellen. (Foto: Pixelio/Hofschlaeger)
 
Nervige Kollegin: Sie telefoniert so laut, dass man keinen klaren Gedanken fassen kann. (Foto: Pixelio/Gastmann)
Erfurt: Freund HRC | Es ist Sonntagabend. Sie können schlecht einschlafen. Ihre Gedanken sind auf den Montag fokussiert und dabei haben sie ein mulmiges Gefühl. Vielen Menschen ergeht es so und es sind nicht immer der Chef und die Arbeit als solche, die diesen Stress auslösen. Viel häufiger als gedacht belastet Ärger über die eigenen Kollegen die Arbeitsmoral in den Büros und Fabrikhallen.

Aktuelle Untersuchungen im deutschsprachigen Raum zeigen auf, dass etwa ein Drittel der Beschäftigten unter dem "Stressfaktor Kollege" leidet. Die beiden anderen Drittel verteilen sich auf die Mitarbeiterführung durch Vorgesetzte und die Arbeitsbelastung aus dem Beruf.

Die Liste der Aufreger- Themen ist lang. So nervt es, wenn Kollegen im Team ihre Arbeit unsauber und nicht gründlich erledigen oder wenn sie Ideen und Erfolge für sich allein in Anspruch nehmen. Hier sind die "Dominanten", die sich trotz gleicher Hierarchiestufe als Vorgesetzte beweisen wollen, und dort die "Drückeberger", die getreu der Devise handeln: Sich dumm zu stellen, schafft Freizeit. Im Gegenzug führt dies bei den Tüchtigen zu einer immer höheren Arbeitsbelastung. Zu den unangenehmen Kollegen gehören aber auch die regelmäßigen "Krankfeierer", bei denen man schon für das nächste Jahr im Kalender die Krankheitstage im Voraus eintragen kann.

Nicht zu vergessen: die unangenehm riechenden Kollegen, die Typen am Nachbarschreibtisch, die gern lautstark private Telefongespräche führen, die Intriganten sowie die liebenswürdigen "Tratschund- Klatsch-Hanseln".

Die Leser können diese Liste sicherlich noch beliebig ergänzen. Es bleibt also die Frage: Wie gehen wir mit diesen Stressfaktoren um? Wie lässt sich die Situation im Büro verbessern?

Im Kollegenkreis selbst ist natürlich das offene Ansprechen eines Problems unter vier Augen der beste Weg. Doch nicht jeder Kollege hat die innere Stärke und den Mut, zum Beispiel einen "Dominanten" in die Schranken zu weisen. Aus Angst vor Repressalien wird der innere Frust über Jahre verschleppt.

Diese Themen gehören deshalb in erster Linie zu den Führungsaufgaben der Vorgesetzten. Zur ständigen Analyse des Betriebsklimas sollten diese mit viel Sensibilität und Gespür die zwischenmenschlichen Beziehungen analysieren und regelmäßig persönliche Mitarbeiterbefragungen durchführen.

Aber auch da, wo dies regelmäßig durchgeführt wird, kommen nicht alle Konflikte ans Tageslicht. Deshalb empfehle ich die Durchführung regelmäßiger, mindestens jährlicher Mitarbeiterbefragungen. Neben vorgegebenen Themen, die durch bloßes Ankreuzen von den Mitarbeitern bewertet werden können, sollte auch die Möglichkeit eingeräumt werden, spezielle Sorgen anonym zu benennen. In Zusammenarbeit mit den Betriebs- oder Personalräten wird zur Auswertung der Hinweise eine demokratisch gewählte Kommission gebildet. Damit wird dem faden Beigeschmack der Denunziation oder befürchteter Repressalien vorgebeugt.

Wenn dann die wichtigsten Probleme auf dem Tisch liegen, kann man auch mit der Lösung beginnen. Beispielhafte Unternehmen leiten daraus Verhaltensgrundsätze ab, die öffentlich aushängen und über die jeder Mitarbeiter regelmäßig belehrt wird.

Wie gehen Sie mit Ihren Sorgen bei der Arbeit um?
Ich freue mich auf Ihre Erfahrungen und Vorschläge.
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17 Kommentare
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Petra Seidel aus Weimar | 10.03.2012 | 19:36  
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.03.2012 | 20:18  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 10.03.2012 | 20:41  
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Silke Dokter aus Erfurt | 11.03.2012 | 09:57  
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Renate Jung aus Erfurt | 11.03.2012 | 15:18  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 12.03.2012 | 10:46  
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Petra Seidel aus Weimar | 12.03.2012 | 13:43  
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Silke Dokter aus Erfurt | 12.03.2012 | 20:31  
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Silke Dokter aus Erfurt | 13.03.2012 | 08:59  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 13.03.2012 | 21:53  
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Renate Jung aus Erfurt | 13.03.2012 | 22:22  
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Tobias Schindegger aus Gotha | 14.03.2012 | 10:34  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.03.2012 | 23:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 14.03.2012 | 23:51  
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Petra Seidel aus Weimar | 16.03.2012 | 14:16  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.03.2012 | 20:38  
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Bernd Sandner aus Jena | 17.03.2012 | 10:48  
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