Von Thüringen in die Welt

Wer die Welt kennt, hat sein berufliches Schicksal in der Hand. (Foto: Pixelio/Hofschlaeger)
Erfurt: Freund HRC | Auslandserfahrungen bringen Vorteile für die Karriere - Leider nutzen zu wenige Jugendliche im Freistaat die Schüleraustauschprogramme

Die Chancen für Thüringer Schulabgänger auf eine Ausbildung oder einen Studienplatz haben sich im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Der demographische Wandel und eine spürbar verbesserte Konjunktur sind die Hauptursache dafür. Trotzdem vernehme ich aktuell in zahlreichen Thüringer Unternehmen leises Klagen über die mangelnde Internationalität der jungen Menschen. Sie kritisieren insbesondere die Sprachkompetenzen - an erster Stelle Englisch - sowie ein unzureichendes interkulturelles Verständnis.

Eine aktuelle Studie aus diesem Jahr legt dann auch die Zahlen offen: Aus der Gesamtzahl aller deutschen Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren haben durchschnittlich nur 2,4 Prozent an einem Schüleraustausch teilgenommen. Dabei gibt es auffällige regionale Unterschiede: In Thüringen, Sachsen und Bayern erreichen die Zahlen gerade mal ein Prozent. Zum Vergleich: In den großen Stadtstaaten (Hamburg, Bremen, Berlin) sind es nahezu sieben Prozent, in NRW oder Hessen zwischen drei und vier Prozent.

In der Berufsausbildung haben zumindest schon zwei Prozent der Thüringer Lehrlinge ein Austauschpraktikum zwischen drei und zwölf Wochen im Ausland absolviert. Unter den Studenten sind es bereits 20 Prozent, die ein Studiensemester oder ein ganzes Jahr im Ausland studierten.

Ich möchte junge Menschen dringend auffordern, einen Auslandsaufenthalt in ihrem Leben einzuplanen. Je früher, desto besser. Die Vorteile liegen auf der Hand: die Sprachkompetenz verbessert sich. In der Fremde wird man weltoffener und selbstsicherer. Die Karrierechancen wachsen deutlich. Auf der anderen Seite werden die Auswanderer auf Zeit viel zufriedener mit der eigenen Familie und ihrem Leben in Thüringen. Es gilt der Spruch: Wer die Welt kennt, weiß wie schön die Heimat ist.

Doch: Wer soll das alles bezahlen? Auslandsaufenthalte zu organisieren und durchzuführen, kostet Geld. Können Eltern dies aus der eigenen Tasche bezahlen, sollten sie es tun - eine lohnende Investition! Anderen empfehle ich, sich über die vielen Förderprogramme für Auslandsaufenthalte in der Schule, in der Lehre, während des Studiums und als junger Absolvent zu informieren. Es gibt zahlreiche Institutionen, welche die Kosten für einen Auslandsaufenthalt fast vollständig übernehmen.

Die Ansprechpartner in Thüringen beantworten Fragen der Berufs- und Karriereplanung und geben individuell zugeschnittene Informationen zum Leben und Arbeiten in Europa. Zudem vermitteln und organisieren sie Lernaufenthalte und Praktika im europäischen Ausland.

Ich wünsche allen Jugendlichen für ihren ersten Schritt ins Ausland viel Erfolg. Vielleicht berichtet mir der eine oder andere von seinen Erfahrungen.

Ihr Matthias Freund



Kompetente Ansprechpartner in Thüringen:
• European Career Center Erfurt: Telefon 03 61 / 6 02 95 84, www.eccerfurt.de
• Industrie- und Handelskammer (zum Beispiel Berufsbildung ohne Grenzen): www.erfurt.ihk.de, www.gera.ihk.de, www.ihk-suhl.de
• Die Handwerkskammer Thüringen: www.hwk-erfurt.de, www.hwk-gera.de, www.hwk-suedthueringen.de
• Das Jobcenter der Arbeitsagentur: www.arbeitsagentur.de
• Das Bundesministerium für Bildung und Forschung: www.bmbf.de
• Projekt "Integration durch Austausch": www.jbf-erfurt.de, www.iad.de
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