Wie ist das Leben als Kfz-Mechatroniker, Herr Steckel?

Der angehende Kfz-Mechatroniker Patrick Steckel wechselt einen Reifen. Foto: Steinfeld
Erfurt: Russ & Janot GmbH Mercedes-Benz | "Wer sich nicht die Hände dreckig machen möchte, für den ist dieser Beruf nichts." Patrick Steckel packt gerne mit an. Seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker in der Erfurter Mercedes-Benz- Vertragswerkstatt Russ & Janot gefällt ihm demzufolge richtig gut.

An die Lehrstelle kam er über zwei Praktika und einen erfolgreichen Einstellungstest. Vier Stunden lang wurde Steckel in sieben verschiedenen Bereichen geprüft. Er setzte Zahlenreihen fort und erklärte, wie herum sich Zahnräder zu drehen haben. Kurzum: Er bewies technisches Verständnis und logisches Denken - Schlüsselkompetenzen für den Beruf des Kfz-Mechatronikers.

Auch wenn bei den modernen Fahrzeugen die Elektronik dominiert und die Diagnose am Laptop stattfindet, ist immer noch viel handwerkliches Geschick gefragt. In der Ausbildung lernen die Lehrlinge daher ebenso Schweißen oder Löten. Dann können die Kfz-Mechatroniker sogar Karosserien reparieren.

"Der Beruf ist sehr abwechslungsreich", bescheinigt Steckel, der gerade vom Wagenwaschen kommt. Denn auch kompliziertere Aufgaben werden ihm zugetraut. Jeder Azubi ist einem Gesellen oder Meister zugewiesen, dem er zur Hand geht, werden Motorenteile gewechselt oder Bremsen erneuert. "Ein besonderes Erfolgserlebnis ist es, den Fehler zu finden und das defekte Teil auszuwechseln, so dass der Wagen wieder funktioniert", erklärt Steckel die positiven Seiten des Jobs. Nicht so viel Spaß macht es allerdings, wenn im Herbst oder Frühling den ganzen Tag Reifen gewechselt werden müssen. "Das ist schon eine sehr eintönige Arbeit."

Noch immer ist der körperlich anstrengende Job des Kfz-Mechatronikers fest in Männerhand. Der Anteil der Frauen liegt bei maximal 15 Prozent. Die Chancen, eine Lehrstelle zu ergattern, sind dank des Geburtenknicks so gut wie lange nicht mehr. Um eine Azubi-Stelle konkurrieren etwa fünf Bewerber. Noch vor drei Jahren waren es viermal so viel. Der Schulabschluss ist kaum relevant. Allerdings sollten die Matheund Physik-Noten stimmen. In der Werkstatt braucht man kommunikative und teamfähige Typen, keine Einzelkämpfer. Für Steckel ist es der Traumjob, denn: "Ich habe mich schon als Kind für Autos und Technik interessiert."


HINTERGRUND

Wo?
Die Ausbildung ist in Betrieben des Kfz-Gewerbes, der Automobilhersteller und -importeure möglich. Die überbetriebliche Ausbildung findet an den Berufsschulen der Handwerkskammer statt.

Was?
Kfz-Mechatroniker sind vor allem für die Wartung und Instandhaltung von Kraftfahrzeugen, Kommunikationssystemen, Nutzfahrzeugen und Anhängern zuständig. In der Werkstatt führen sie Inspektionen durch, grenzen Fehler systematisch ein und beheben Mängel an mechanischen, hydraulischen, elektrischen und pneumatischen Bauteilen.

Wie lange?
Die Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre. Bei guten Leistungen besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung zum technischen Fachwirt zu absolvieren. Hier werden Teile der Meisterausbildung vermittelt.


VITA PATRICK STECKEL
Der Abiturient steckt nach abgebrochenem Studium im ersten Lehrjahr zum Kfz-Mechatroniker bei der Russ & Janot GmbH in Erfurt.
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