Wie ist das Leben als "Moster" oder besser gesagt "Fachkraft für Lebensmitteltechnik", Herr Dornberger?

Jonas Dornberger muss ständig verschiedenste Gerätschaften herrichten, bestücken, überwachen, reinigen, warten... Langweilig wird es ihm dabei nie.
 
Hier entsteht gerade Sanddornnektar.
Gierstädt: Gewerbepark Fahner Höhe | Beruf Moster? Eigentlich heißt sein Beruf ja 'Fachkraft für Lebensmitteltechnik', spezialisiert auf die Getränkeindustrie.

„Aber 'Moster' zu sagen ist einfacher, das machen alle hier“, hat Jonas Dornberger nichts dagegen, wenn einer seinen Job so bezeichnet. Dabei ist seine Arbeit bei der Fahner Frucht GmbH in Gierstädt derart vielfältig, dass er außer Safthersteller noch Bereiter von Obstbränden, Kesselwärter, Rezepturenmischer, Anlagentechniker, Weinhersteller und noch anders genannt werden könnte, so viele Tätigkeiten vereint der Beruf.


An diesem Tag erwartet der 33-Jährige die Laster mit dem roten und dem weißen Wein. Die Tanks für die Flüssigkeiten hat er gründlich gereinigt, sie sind bereit. Mit der Gewürzmischung und Zucker versehen, wird Jonas Dornberger das Ganze dann in Glühwein verwandeln. Bis die Lieferung kommt, ist dem jungen Mann nicht langweilig. Zu tun hat er immer, die Anlagen für die Getränkeherstellung brauchen vor, während und nach ihrer Arbeit gründliche Überwachung, Pflege und Wartung. Besonders wichtig ist es, dass alles peinlich sauber ist. „Hygiene ist das A und O.“ So ganz nebenbei verarbeitet die Maschine ein paar Meter weiter Äpfel und Birnen von Streuobstwiesen zu Obstbränden. Auch darum muss sich Jonas kümmern.


Bei jedem Wort, das er über seinen Beruf sagt, hat er immer auch ein prüfendes Auge auf die Armaturen. Stimmt der Druck, arbeiten die Maschinen richtig? „Ohne Dampf läuft hier gar nichts, schließlich muss alles erhitzt werden“, erklärt der Lebensmitteltechniker und muss sich anstrengen, um die beachtliche Geräuschkulisse zu übertönen. Es macht ihm nichts aus, das gehört dazu. Jonas Dornberger mag seinen Job, auch 16 Jahre nach Beginn seiner Lehrzeit geht er immer noch sehr gern zur Arbeit. „Sie ist jeden Tag anders“, sagt er und fügt hinzu: „Das Schönste ist die Abwechslung!“ Auch, wenn in der Ernte-Hochzeit sein Arbeitstag wie der all seiner Kollegen fast nie pünktlich zu Ende geht. Das ist eben so, das Obst kann nicht warten, es muss schnell verarbeitet werden.


Im April geht es los mit dem geernteten Obst. Zuerst der Rhabarber, später die Pflaumen, die Kirschen, die Äpfel und Birnen. Aus ihnen wird Saft und Nektar. Außerdem entstehen unter den Händen von Jonas Dornberger Weine, Obstbrände, Fassbrause oder auch Säfte aus Konzentraten. Entsteht an einer anderen Stelle im Betrieb einmal ein Engpass, weil jemand krank ist, kann Jonas Dornberger sofort einspringen. Er ist mit jedem Arbeitsgang der Getränkeherstellung vertraut. Auch das bringt dem jungen Mann Abwechslung.


Wenn es in den ersten drei Monaten des Jahres ein wenig ruhiger wird, ist Zeit, um sich gründlich den Maschinen und Apparaten zu widmen, nun sind in erster Linie Pflege und Wartung angesagt. Und endlich der langersehnte Urlaub. Dass er ihn nicht im Sommer machen kann, ist nicht weiter tragisch. Das weiß man doch, wenn man in so einem Betrieb arbeitet, das ist kein Problem, sagt Jonas lächelnd.


Hintergrund-Infos zum Beruf



Was?

Fachkräfte für Lebensmitteltechnik (nicht zu verwechseln mit dem Lebensmitteltechniker) stellen aus unterschiedlichsten Rohstoffen und Halbfabrikaten mit Hilfe von Maschinen, Apparaten und Anlagen zum Beispiel Nährmittel, Feinkost oder Erfrischungsgetränke nach vorgegebenen Rezepturen her. Sie sind vom Eingang der Rohwaren bis zum fertig verpackten Produkt an allen Stationen der Verarbeitung beteiligt.


Wie lange?

Fachkraft für Lebensmitteltechnik ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz. Die bundesweit geregelte 3-jährige Ausbildung wird in der Industrie angeboten.


Voraussetzungen:

Mittlere Reife oder ein guter Hauptschulabschluss. Der Beruf ist gleichermaßen für Frauen und Männer geeignet.


Wo?

Es erfolgt eine duale Ausbildung in der Industrie, Lernorte sind der Ausbildungsbetrieb und die Berufsschule. Eine Übersicht über freie Lehrstellen gibt es zum Beispiel unter www.ausbildung.de.


Vita Jonas Dornberger:

Jonas Dornberger absolvierte seine Ausbildung in Dresden. Inklusive seiner Lehrzeit arbeitet der heute 33-Jährige seit 16 Jahren in seinem Beruf. Er absolvierte zusätzlich einen Aufbaukurs für Brennerei und ist auch Kesselwärter.
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