Wie ist das Leben als Museumspädagogin, Frau Baumbach?

Museumspädagogin Sheila Baumbach: „Kinder sind offener und ehrlicher.“
Erfurt: Naturkundemuseum |

Sheila Baumbach gehört zur kleinen Gruppe der Museumspädagogen in der Thüringer Landeshauptstadt. Auch wenn der Start in den Beruf nicht leicht ist, kann sie den Job nur weiterempfehlen.

Am Ende des Kindergeburtstages hüpfen die Kinder mit ihren Tiermasken ausgelassen durch den Hof des Erfurter Naturkundemuseums. Eine Großmutter lobt: „Danke für diese sehr schöne Veranstaltung. Das war anschaulich und interessant.“ So sieht er aus, der perfekte Tag im ­Arbeitsleben der Museums­pädagogin Sheila Baumbach. Und weil sie dieses Glücksgefühl immer wieder erlebt, kann die 37-Jährige ihren Job nur weiterempfehlen: „Der Beruf ist abwechslungsreich und vielgestaltig. Ich würde nicht tauschen wollen.“

Jede neue Woche ist immer wieder eine Überraschung für die Erfurterin. So viele Aufgaben, so wenig Zeit. Und immer wieder die Frage: Wie kann sie das Museum für den jungen Besucher interessanter gestalten? Um sich in ein Kind hineinzudenken, ist vor allem Empathie wichtig, sagt sie: „Wo steht mein Gegenüber? Was erwartet es? Wo kann ich es abholen?“


„Die authentische Natur hat keine Konkurrenz. Neben allen digitalen Möglichkeiten hat das Erlebnis in der Natur noch den größten Lerneffekt!“



Baumbach deutet auf den Jahres­bericht, den sie – auch für die Öffentlichkeits­arbeit des Naturkunde­museums zuständig – erstellt hat. Die Zahlen: Mehr als 37.000 Besucher, rund 300 Veranstaltungen – von der Museumsrallye über Ferienprogramme und Geburtstagsfeiern bis hin zu Kinderforschergruppen. Für die über 200 Gruppen, die jährlich durchs Haus geleitet werden möchten, hat sie ein fachkundiges Freiwilligen-Team aus Rentnern und Studenten zusammengestellt. „Ich komme gar nicht mehr dazu. Und nur die Führungen würden mir nicht reichen.“

Baumbach hat den nötigen Freiraum und zugleich viel Verantwortung. „Ich kann sehr fantasievoll und kreativ an die Projekte gehen.“ Zwei Filme hat sie gemeinsam mit Kindern für Kinder gedreht. Gerade erst hat sie mit jungen Gymnasiasten Audio-Guides aufgenommen. Für Lehrer erstellt sie Unterrichtsmate­rialien, für Kinder schreibt sie lehrreiche Märchen­bücher, in denen beispielsweise ein Schlossgeist und eine Steppen­hexe Flora und Fauna am Hang der Burg Gleichen erklären. Immer wieder muss sie für ihre Projekte Geldgeber suchen. Zu ihrem Glück unterstützt sie der Förderverein.

Ob ihre Geschichten, Rätsel und Spiele den Nerv der jungen Zielgruppe treffen, das erfährt sie von ihren Naturdetektiven – Forschern im Grundschulalter. „Ich liebe diese Gruppe, ihr Feedback und diese intensive Arbeit mit den Kindern. Sie geben Impulse, auf die ich im Leben nie gekommen wäre. Eine unglaubliche Bereicherung.“


Hintergrund


Wo?
In der Regel sind Museumspädagogen Quereinsteiger wie (Kunst-)Historiker, Pädagogen oder Biologen. Leider sieht es auf dem Arbeitsmarkt nicht rosig aus. Sheila Baumbach hat beispielsweise nur vier Kollegen in der Thüringer Landeshauptstadt. Mehr Infos: www.museumspaedagogik.org.

Wie lange?
Das Museologie-­Studium in Leipzig dauert sieben ­Semester.

Was?
Studienschwerpunkt ist die mitteleuropäische materielle Kultur seit dem Spätmittelalter. Zudem erwerben Studierende Fähigkeiten in Ausstellungsplanung und -gestaltung, Museumspädagogik und Marketing.

Vita Sheila Baumbach (37)
• Die Erfurterin studierte bis 2004 Erziehungswissenschaften und Kunstgeschichte in Jena, absolvierte anschließend diverse Praktika.
• Seit 2006 ist sie Museums­pädagogin im Erfurter Naturkunde­museum
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