Wie ist das Leben als Tanzpädagogin, Frau Grenzdörfer?

  Erfurt: Dance Whisper Raum für Tanzkunst |

Ein bisschen Lehrer, ein bisschen tanzen? So einfach ist es nicht. Die Erfurterin Grit Grenzdörfer erzählt, wie das Leben als Tanzpädagogin ist:

“Tanzpädagoge ist ein wunderschöner Beruf!“ Grit Grenzdörfers Augen untermalen diese Erkenntnis strahlend. Dass sie als Tanzpädagogin nicht das große Geld verdienen kann, tut ihrer Begeisterung keinen Abbruch. So sei das eben in den meisten künstlerischen Berufen, weiß die Erfurterin. Und dass Tanzen eine Kunst ist und nichts mit Sport zu tun habe, davon ist sie zutiefst überzeugt. Es ist, sagt sie, wie ein Bild zu malen oder eine Skulptur entstehen zu lassen.


Ob sie in ihrem eigenen Studio Kinder und Jugendliche anleitet oder zweimal im Jahr am Erfurter Theater mit Schülern in Projektwochen Tanzstücke erarbeitet - ihr Ansinnen ist das Gleiche: Sie möchte jungen Menschen den Tanz näherbringen, ihre Bewegungsfreude und Kreativität herauskitzeln, gemeinsam mit ihnen ganze Stücke entstehen lassen. „Jeder kann tanzen“, schwört die 40-Jährige und freut sich Tag für Tag, ihren Traum leben zu dürfen. Als Tanzpädagogin ist sie nicht einfach nur die, die Kindern und Jugendlichen Schritte, Bewegungsabläufe und ganze Choreographien beibringt und mit ihnen trainiert. Sie hat den Blick für das Ganze, konzentriert ihre Tätigkeit auf mehrere Ebenen. Raum, Zeit, Bewegungspotential eines jeden Einzelnen, dazu die Vermittlung von Wissen, Gestaltungsmöglichkeiten und Techniken - alles das hat die Tanzpädagogin im Sinn. Neben ihren Stunden, die sie gibt, trainiert sie selbst dreimal pro Woche. Zum Fitbleiben und weil sie nicht anders kann. Ballett und zeitgenössischen Tanz liebt sie über alles. Weiterzugeben hat sie noch so sehr viel mehr.

Niemanden überfordern



Das nötige Handwerkszeug besitzt sie. „Ich muss mich genau auskennen mit der Anatomie von Kindern, weiß, was wem in welcher Altersstufe vom Körperbau her überhaupt zuzumuten ist“, nimmt Grit Grenzdörfer ihren Traumjob rundum ernst. Als Tanzpädagogin versteht sie es auch, sich in das Denken und in die mentalen Fähigkeiten ihrer Eleven hineinzuversetzen. Erst allmählich entwickelt sich zum Beispiel bei Kindern das Gefühl für Räumlichkeit. „Ich darf die Kleinen deshalb nicht überfordern, sie nicht überfrachten“, weiß sie, was sie wann von ihnen erwarten kann. Die Tanzpädagogin hat das Gespür dafür. Genau, wie sie ihnen das Tanzen lächelnd beibringt. Die Leidenschaft der Lehrerin, ihre unbändige Freude am Leben und am Tanzen, scheint sich mühelos auf die Tanzkinder zu übertragen.

Vielleicht ist es Grit Grenzdörfers Geheimnis, dass sie mit Worten wie „gut“ und „schlecht“ eher sparsam umgeht, sie am liebsten zu vermeiden sucht. „Ich bilde keine Primaballerinen aus“, sagt sie, bei ihr werden keine Leistungen gemessen. Ihre Kinder haben Spaß am Tanzen, an der Bewegung, am Gestalten. Wenn das so ist, dann wirkt sich das auch auf alle anderen Bereiche im Leben aus. Dann geht es ihnen gut. Und vielleicht sagen sie auch eines Tages, so wie „ìhre“ Grit: „Ein Leben ohne Tanz? Unvorstellbar!“



Hintergründe zum Beruf:



Was?

Die Berufsbezeichnung Tanzpädagoge ist nicht geschützt. Bundesweit gibt es verschiedene Ausbildungsgänge, die mit der entsprechenden Lizenz abschließen sowie Diplom-Studiengänge.


Voraussetzung:

Freude an Bewegung und Tanz sind selbstverständlich, am besten auch Erfahrungen auf dem Gebiet. Günstig ist es, wenn ein künftiger Tanzpädagoge schon zuvor mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat.


Wie lange?

Bei der Auswahl des Bildungsangebotes sollte das spätere Tätigkeitsumfeld im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Jede Aus- und Fortbildung oder jeder Workshop ist ein Baustein zum Fundament der Fach-, Sozial- und Methodenkompetenz. Wer sich berufsbegleitend ausbilden lässt, sollte etwa drei Jahre dafür einplanen.


Wo?

Es gibt deutschlandweit zahlreiche Anbieter. Infos: Deutsches Institut für Tanzpädagogik, Deutscher Berufsverband für Tanzpädagogik e.V.


Vita Grit Grenzdörfer



Die 40-jährige Erfurterin ist von Beruf Diplom-Kauffrau, hat sich außerdem 2009 am Deutschen Institut für Tanzpädagogik ausbilden lassen und betreibt in Erfurt ihren Raum für Tanzkunst für Kinder ab sechs Jahren, Jugendliche und junge Erwachsene. Die eine Häfte ihrer Arbeitszeit ist sie Kauffrau, die andere gehört ihrem Job als Tanzpädagogin.
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