Wie klappt's mit den guten Vorsätzen? Claudia Mühlhaus, einstige Miss Universum, hat Tipps parat

Claudia Mühlhaus gibt Tipps, wie sich gute Vorsätze verwirklichen lassen.
 
Das Bild an der Wand - das Original dazu - entstand 1996, in Claudia Mühlhaus' aktiver Zeit als Figur-Bodybuilderin. Damals gestaltete der Fotograf Frank Neßlage einen Extra-Kalender mit Claudia, dazu nahm er zwölf verschiedene Motive von der Erfurterin auf.
 
Auch Claudia möchte wieder mehr Sport treiben, hat sie sich vorgenommen.
Erfurt: XS Unlimited | Gute Vorsätze? Ja, aber... Die Erfurterin Claudia Mühlhaus war einst Miss Universum im Figur-Bodybuilding, kämpft mitunter gegen den inneren Schweinhund und kennt Mittel, ihn zu überlisten.

Alle Jahre wieder ist der Jahresbeginn auch die Zeit der guten Vorsätze. Die meisten nehmen sich vor, mehr für die Gesundheit zu tun, wollen mehr Sport treiben und sich gesünder ernähren. Claudia Mühlhaus (45) weiß, wie schwer das fallen kann, auch aus eigener Erfahrung. Aber sie macht allen Mut dranzubleiben. Mit Claudia im Gespräch:


Gute Vorsätze fassen - ein gerade aktuelles Ansinnen?

Inzwischen kenne ich das auch. Früher war das für mich kein Thema, ich stand immer kontinuierlich im Training. Und seitdem ich meinen Sohn habe, er ist jetzt acht, sind die Prioritäten etwas anders gelagert. Auch mir passiert es, dass ich Phasen habe, in denen ich nicht zum Trainieren komme, keine Lust habe, krank bin, abgelenkt, alles laufen lasse und auch sündige. Aber im Großen und Ganzen mache doch immer Fitness, aber eben ganz anders als früher. Da fällt mir ein: Meine Freundinnen und ich hatten letztes Jahr im Januar 21 Tage eine Diät gemacht, wollten das mal testen, da gibt es ja so viele Möglichkeiten. Wir haben alle gut abgenommen, aber jetzt zum Jahresende sind wir wieder beim Ausgangsgewicht.


Also vergebliche Müh'?

Das bringt alles nichts - ist mein Resümee. Es gibt einen schnellen Erfolg. Wenn man bald schon ins Hochzeitskleid passen muss, kann man das tun, muss sich aber sehr quälen.


Wie geht es besser?

Es ist realistisch, sich kleine Ziele zu setzen. Das Ganze darf man sich auch nicht als Zwang auferlegen. Zweimal die Woche eine Stunde Sport als Einstieg ist das, was ich empfehle, vielleicht auch anderthalb. Was speziell der Einzelne tut, ob er ins fitnesstudio geht oder durch den Wald läuft, liegt ganz an seinen Vorlieben. Gut ist es auf jeden Fall, die Muskulatur zu trainieren, dadurch steigt der Grundumsatz, der Stoffwechsel wird angekurbelt.


Und dann sieht man nach drei Monaten aus wie Schwarzenegger?

Natürlich nicht. Der Körper braucht mindestens vier Wochen, bis er sich auf die neue Lebensweise eingestimmt hat. Dann passiert auch etwas, man verändert sich. Ganz wichtig ist, dass durch die Bewegung Glückshormone ausgeschüttet werden, man fühlt sich gleich viel besser, hat auch ein beruhigtes Gewissen. Aber immer daran denken, sich kleine Ziele zu setzen! Die meisten wollen ganz schnell ganz viel erreichen, das funktioniert nicht. Kontinuierlich, langfristig etwas zu tun, ist das Geheimnis.


Aber da ist ja noch der innere Schweinehund. Wie kann ich den überlisten?

Am besten ist es, sich mit anderen zusammenzuschließen, sich mit Freunden oder Familie zum Sport verabreden. Meinetwegen zum Wandern, Nordic Walking, Schwimmen. Oder man besucht einen Kurs, dort hat man ganz viel Spaß, und die Gruppendynamik reißt jeden mit. Es entsteht so eine Art positiver Gruppenzwang. Ich rate auch, sich feste Termine - mit sich selbst - zu machen. Ja, ich weiß, am Anfang ist die Euphorie groß. Manche schaffen es bis Ostern, dann geben sie auf. Oder wenn die Grillsaison beginnt, sind alle guten Vorsätze vergessen.


Apropos Grillsaison, was gibt es bei der Ernährung zu beachten?

Sport ist schon mal sehr gut, um sich positiv zu verändern. Aber damit allein funktioniert es nicht, zwei Drittel macht die Ernährung aus. Du bist, was du isst, hat mal jemand gesagt. Auch hier gilt: kleine Schritte machen. Da empfehle ich zum Beispiel, Weizenmehlprodukte wegzulassen, ebenfalls alles Zuckerhaltige, auch bei den Getränken. So wird aus der süßen Limonade eben Apfelsaftschorle, Wasser oder Tee. Und wichtig: Unbedingt darauf achten, in welchen Lebensmitteln Zucker enthalten ist. Alkohol ist auch so eine sache, jedes Gläschen Wein oder Sekt setzt sich auf die Hüften.


Eigentlich ist es ja das, was jeder weiß. Warum ist es doch so schwer, konsequent zu sein?

Das Schlimme ist, dass man diesem Verlangen nach Essen immer wieder verfällt. Es riecht gut überall, die Regale sind voll, es schmeckt einfach! Mir geht es da manchmal genauso.


Aber man kann doch nicht alles Gute weglassen, gar nichts mehr genießen?


Das wäre auch falsch. Zum Beispiel kann man sich ja fünf oder drei Tage lang diszipliniert ernähren und sich dann einen Schlemmertag gönnen. Ganz ohne schlechtes Gewissen das auch bewusst genießen. Mit einem großen Stoppschild im Kopf und gar keinen kleinen Sünden macht es ja auch keinen Spaß. Außerdem hält das sowieso keiner durch. Ich habe damals mit den drei disziplinierten Tagen angefangen, später wurden es sechs. Am Sonntag habe ich dann geschlemmt. Wie es am besten geht, muss jeder für sich herausfinden.


Bei welchem Essen kannst Du nicht widerstehen?

Bei Pasta. Bandnudeln mit Lachs und Sahnesoße liebe ich, dazu ein Glas Rotwein. Aber so ganz genießen kann ich es nicht, es meldet sich immer das schlechte Gewissen. Immerhin habe ich zehn Jahre lang intensiv trainiert, genau auf jeden Bissen geachtet, sogar Buch geführt über mein Essen. Das steckt noch ein bisschen drin. Aber heute sehe ich schon anders aus als damals.


Ist es auch eine Frage des Alters, wie gut das mit Sport und Ernährung klappt?

Absolut. Es geht nicht mehr so einfach. Mit 30 fängt das an, ab 40 wird es noch schwieriger. Plötzlich hat man einen anderen Hormonhaushalt, der Stoffwechsel läuft anders. Bei Männern ist das nicht so schlimm, wenn die so nebenbei ein bisschen Diät mitmachen, verlieren die manchmal doppelt so viel an Gewicht wie eine frau, die sich intensiv dahinterklemmt.


Hast Du noch einen Geheimtipp, wenn es gar nicht mehr klappt mit der Motivation?

Nicht immer hat man Gleichgesinnte um sich herum. Und manchmal hat man nicht gut geschlafen, ist gestresst, hat schlechte Laune - da geht dann gar nichts mehr. Ein gutes Mittel ist es da, die moderne Technik zu nutzen, also soziale Netzwerke oder Whatsapp und andere mit einzubeziehen. Ich habe eine Freundin in münchen, wir schicken uns dann eben Beweisfotos vom Sport oder so. Von der anderen Seite kommt dann Lob, das ist schon wieder eine weitere Motivation. Außerdem erinnere ich mich immer daran, dass es mir nach zehn, spätestens zwanzig Minuten Sport total gut geht. Es ist, als ob ein Schleier von mir abfällt, ich bin wacher, voll da. Und das hält auch nach dem Training an.


Lassen sich diese Tipps auch auf andere gute Vorsätze anwenden? Die Oma öfter besucher, sich mehr ums Kind kümmern, mit dem Rauchen aufhören?


Unbedingt! Kleine Schritte und sich Verbündete suchen - obwohl das Rauchen ja eine Sucht ist, das ist ein spezielleres Thema, da funktioniert es sicher nicht so einfach. Das Allerwichtigste ist: Positiv denken, nicht aufgeben! Auch das Gehirn funktioniert wie ein Muskel. man muss sich dazu zwingen, positiv zu denken, immer wieder. dann klappt es auch.


Was machen Deine guten Vorätze?

Ich möchte meine Ernährung wieder besser in den Griff bekommen und regelmäßig trainieren. Ich habe damit allerdings schon im November begonnen, zweimal die Woche bin ich zum Fitnesstraining, auch auf dem Fahrrad, esse mehr Gemüse, Fisch und Hähnchen. verzichte möglichst auf Zucker und Kohlenhydrate. Ich wollte nicht auf den 1.1. warten.


Andere tun das aber...

Meine Freundinnen auch, sie wollten erst noch die Weihnachtszeit mit den vielen Leckereien genießen, aber auch da kann man ja zwischendurch schon anfangen und immer mal einen gesunden Tag einlegen, schon üben. Aber viele brauchen eben ein Startdatum, das ist schon in Ordnung. Und wenn man dann loslegt, enwickelt sich eine unglaubliche Energie, ein großer Ehrgeiz dranzubleiben, etwas zu bewegen, der sich auch auf die anderen Lebensbereiche positiv auswirkt. Da haut einen nicht mehr alles so schnell vom Hocker, ich werde auch mental stärker.


Zur Person:



Claudia Mühlhaus ist 45 Jahre alt. In den 90-er Jahren feierte sie in Sachen Fitness riesige Erfolge: In der Figurklasse im Bodybuildung wurde sie Deutsche Meisterin (1994), Europameisterin (1995), Weltmeisterin (1995), Miss World (1996) und dreimal Miss Universum (1997, 2000, 2001) und Miss Millenium (2000). Noch immer ist sie ihrem Sport sehr verbunden, als Inhaberin eines Fitnessstudios.


Elf Fakten über Ziele und gute Vorsätze:


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