Wollen Sie sympathisch auf Ihre Kollegen wirken? Gleich und Gleich gesellt sich gern – dies gilt auch bei der Arbeit

Je ähnlicher wir uns sind, desto lieber sind wir uns auch. (Foto: Colourbox)
Erfurt: Freund HRC |

- Unbewusste Kommunikation ist viel wichtiger als direkte.
- Keine zweite Chance für den ersten Eindruck.
- Sprichwörter stimmen: Der Ton macht die Musik und Gleich und Gleich gesellt sich gern.
- Keiner mag Besserwisser - selbst, wenn sie es besser wissen.

Es gibt viele Gründe, warum Menschen mit ihrem aktuellen Job unzufrieden sind. Oft sind es die eigenen Kollegen, die das Gefühl ­erzeugen, bei ihnen nicht beliebt zu sein. Verstummen lebhafte ­Gespräche, wenn Sie den Raum betreten? Sucht niemand das persönliche Gespräch mit Ihnen oder bleiben Sie mittags in der Kantine allein am Tisch?

Diese und mehr Signale sind eindeutige Anzeichen für eine Disharmonie in Ihrem Arbeitsumfeld. Dabei wollen Sie doch anerkannt und ­beliebt bei Ihren Kollegen sein. Um hier eine Lösung zu finden, sollten wir uns zuerst die Frage stellen: Was empfinden wir Menschen bei anderen als anziehend oder abstoßend?

1. Kommunikationsebene

Treffen zwei fremde Menschen aufeinander, beginnt sofort bewusst oder unbewusst eine Kommunikation. Dabei wissen wir aus psychologischen Forschungen, dass sich 93 Prozent aller Kommunikation auf einer nicht verbalen Ebene abspielt. Noch bevor das erste Wort gesprochen ist, haben wir uns schon einen Eindruck, den berühmten ersten Eindruck, von unserem Gegenüber gemacht.

Der Ausspruch „ nichts als ­Worte“ kommt nicht von unge­fähr, da der Wortwechsel nur 7 Prozent der Bedeutung unserer gesamten Kommunikation ausmacht. Viel wichtiger sind die Körper­sprache (55 Prozent) und letztlich unsere Sprachakustik (Ton und Aussprache) mit 38 Prozent, denn: Der Ton macht die Musik! Das heißt also: ­Unser Erscheinungsbild und unser Auftreten sind ganz wesentlich für das Erreichen von Sympathie bei unseren Mitmenschen. Ihre Mimik und Gestik – also Ihr ­Gesichtsausdruck, die Art und Weise wie Sie gehen, stehen, sitzen, wie Sie mit den Händen und Armen gestikulieren, wie Sie Blickkontakt halten und vieles mehr – charakterisieren Ihr Erscheinungsbild. Auf dieser Ebene werden Sie schon als sympathisch oder unsympathisch eingeordnet und es wird darüber entschieden, ob der andere eine Bereitschaft entwickelt, sich mit Ihnen näher zu beschäftigen und Worte auszutauschen.

Hinzu kommt, dass wir Menschen noch aus grauer Vorzeit die Neigung haben, uns vorwiegend von Menschen anziehen zu lassen, die uns in den wesentlichen Dingen gleich sind. Eine alte Weisheit: „Gleich und Gleich ­gesellt sich gern!“ Wer in ein neues Arbeitsumfeld ­gelangt, ist also gut beraten, die Gegebenheiten und äußeren Erscheinungsformen im Kollegenkreis genau zu betrachten. Ob „graue Maus“ oder „Paradiesvogel“ – im falschen Revier machen Sie sich damit keine Freunde.

2. Verhaltensebene

Wir empfinden Menschen als besonders sympathisch, die Offenheit zeigen, über eine gehörige Portion Optimismus und Humor verfügen sowie den anderen akzeptieren und Respekt zeigen. Dagegen kommen egoistische Züge und Besserwisserei überhaupt nicht gut an. Auch wenn Sie über ein hohes Fachwissen verfügen, sollten Sie dies nicht bei jeder Gelegenheit und schon gar nicht in der Anfangsphase in den Mittelpunkt stellen. Auch machen Sie einen großen Fehler, wenn Sie geradezu zwanghaft versuchen, eine positive Wahrnehmung von Ihrer eigenen Person erreichen zu wollen. Weder ein wehleidiger noch ein dominanter Versuch bringt Ihre Sympathiewerte nach oben.

Übrigens sind perfekte Menschen auch nicht beliebt. Wer mit seiner Perfektion unbewusst den anderen einen Spiegel vorhält, worin sie gegebenenfalls ihre Unzulänglichkeiten und Defizite erkennen, der macht sich damit unsympathisch. Im Privatleben können wir unsympathisch wirkende Zeitgenossen meiden. Bei der Arbeit geht das leider nicht.

Tipps

• Sorgen Sie dafür, dass Sie mit Ihren Kollegen eine subjektive Ähnlichkeit herstellen.

• Meiden Sie unnötige Konfliktthemen und bemühen Sie sich, gemeinsame Schnittmengen von Ansichten, Einstellungen und Arbeits­weisen zu finden.

• Beachten Sie immer den Grundsatz, der von der Forschung zu Spiegelneuronen im Gehirn belegt ist, dass wir die Menschen als sympathisch empfinden, die so sind wie wir.
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