ZIP war gestern

Haben Sie heute schon gezippt? Nein, nein, das ist nichts Unanständiges, auch kein neuer Reißverschluss, sondern vielmehr ein spezielles Datei-Archivformat für komprimierte Dateien.

Da inzwischen mehr als 70 % der Bevölkerung das Internet benutzen und fleißig papierlose Post empfangen und versenden, dürfte Ihnen das Problem bekannt sein, wenn man seine schönsten Urlaubsfotos, die mit dem neuen, digitalen 10 Megapixel Fotoapparat fotografiert wurden, anschließend per E-Mail versenden möchte, das E-Mail-Postfach z.B. von WEB.DE aber mit rund 12 Megabyte viel zu klein ist und sich außerdem auch nur Dateianhänge bis 4 Megabyte Dateigröße versenden lassen.

Gut, werden Sie sagen, dann richte ich mir eben ein kostenloses E-Mail-Postfach bei Google ein, da stehen mir bis zu 7 GByte Speicherplatz für meine E-Mails und E-Mail-Dateianlagen zur Verfügung, dürfen die Dateianlagen zusammen bis 25 Megabyte groß sein!

Was aber nützt Ihnen der viele Speicherplatz und die großen Dateianlagen, wenn das Empfänger-Postfach nur den Empfang von E-Mails bis zur Gesamtgröße von einigen Megabyte erlaubt?

Na und werden Sie sagen, dann komprimiere ich meine Urlaubsfotos bis auf die zulässige Dateigröße und versende diese in einer sogenannten ZIP-Archiv-Datei namens meine_urlaubsfotos.zip

Gegenfrage: Haben Sie schon mal ein 5 bis 10 Megapixel großes Digitalfoto auf weniger als 60 % der ursprünglichen Dateigröße „verkleinert“, d.h. komprimiert? Falls ja, dann wissen Sie, dass von dem schönen Sonnenuntergang und den vielen kleinen Wellen der Brandung nur hässlicher Pixelsalat in Form von vielen kleinen Klötzchen übrig bleibt. Von DinA5 großen Ausdrucken auf dem heimischen Farbtintenstrahldrucker ganz zu schweigen.

Spätestens wenn Sie ein wunderschönes Fotoalbum erstellt und auf eine Foto-CD gebrannt haben, die dann ausgerechnet auch schon mal bis zu 750 MByte groß werden kann, sind Sie mit Ihrem ZIP-Latein am Ende, brauchen Sie ein neues, einfach zu handhabendes Datei-Archiv-Format! Und das Besondere daran ist, Sie arbeiten schon seit Jahren damit, ohne zu wissen, dass sich mit dem ISO-Dateisystem viel mehr anstellen lässt, dass sich dieses ganz individuell nutzen lässt. Jedes Mal, wenn Sie eine CD-ROM für den privaten Gebrauchen mittels CD-/DVD-Brenner brennen, wird von der Original-CD/DVD ein sogenanntes temporäres Image, d.h. ein digitales 1:1 Abbild vom Original, angelegt und anschließend auf die neue CD-/DVD gebrannt.

Das Brennen einer neuen CD-/DVD ist aber nicht zwingend notwendig, da sich das Image auch mittels eines virtuellen CD-/DVD-Laufwerks abspielen lässt! Das ist besonders dann interessant, wenn Sie sich Ihre Lieblings-Musik-CD oder Spielfilm-DVD auf dem Netbook oder Tablet-PC anhören bzw. anschauen wollen, da diese Geräte aus Platzgründen über keine CD-/DVD-Laufwerke mehr verfügen!

Damit sich die Images, d.h. die virtuellen CDs/DVDs trotz fehlender physischer Laufwerke abspielen lassen, braucht es natürlich noch ein teuflisch gutes Werkzeug, und zwar die sogenannten „Daemon Tools”, die sich in der abgespeckten Light-Version kostenlos aus dem Internet herunterladen lassen. Mit den „Daemon Tools Lite” lassen sich dann mehrere virtuelle CD-, DVD- und sogar Blu-ray Disc-Laufwerke anlegen, mehrere CD-/DVD/Blu-ray Disc-Images in einer Bibliothek anlegen, verwalten und nach Belieben abspielen.

Während sich mit den „Daemon Tools Lite” nur komplette Images von bereits vorhandenen CDs/DVDs anlegen lassen, kann man mit einem virtuellen CD-/DVD-Brenner auch beliebige Verzeichnisse, Audio- und Videodateien, Programme usw. als Image vom Dateityp .iso oder .nrg (Nero Image) anfertigen. Dazu muss man bei dem allseits bekannten und beliebten Brennprogramm “Nero Burning ROM” des Herstellers und Weltmarktführers Nero AG (früher Ahead Software GmbH) aus Karlsbad im Landkreis Karlsruhe/Baden-Württemberg anstelle des physischen Brenner-Laufwerks nur den sogenannten „Image Recorder“ auswählen und schon lassen sich alle individuell zusammengestellten Dateien und Dateiordner als Image-Datei abspeichern und später mittels der „Daemon Tools Lite“ wieder abspielen!

Was jetzt abschließend noch fehlt, ist ein entsprechender Online-Datenspeicher, quasi der virtuelle USB-Speicherstick im Internet. Und den gibt es tatsächlich. Nur heißt er etwas anders, nämlich „Cloud Computing“, d.h. das Rechnen, Arbeiten und Archivieren von Dokumenten, Dateien und Images in der „Datenwolke“.

Einer der Anbieter von Cloud Computing ist Google. Dort gibt es neuerdings das kostenlose Zusatzprogramm „Google Cloud Connect“ für die Online-Zusammenarbeit in Echtzeit mit Microsoft Office 2003, 2007 oder 2010. Insgesamt ist die Google-Datenwolke 1 GByte groß, was für die meisten Anwendungen voll und ganz ausreicht. Aber auch ohne den Erzrivalen Microsoft lässt es sich mit „Google Text & Tabellen“ in der Datenwolke recht komfortabel arbeiten. Audios, Videos (in HD-Qualität bis 780p) und die zuvor beschriebenen Images lassen sich natürlich auch in der Wolke speichern. Was man dazu braucht? Ein etwas schnelleres Internet mit einer DSL-Breitbandverbindung und einen herkömmlichen Browser. Das ist alles.

Insgesamt bilden beide Google-Programme zusammen nicht nur eine gute Symbiose, sondern verdeutlichen auch, wie man heute schon als Privat- oder Business-Anwender professionell in und mit der Datenwolke arbeiten kann und dabei auch noch wichtige Kompetenzen bezüglich der Online-Zusammenarbeit erwirbt. Inzwischen gibt es auch schon eine multimediale Lern-CD zu “Google Cloud Connect” und “Google Text & Tabellen” mit der man sich die Einarbeitungszeit um etliche Wochen verkürzen und sofort loslegen kann. -

Im nächsten Beitrag lesen Sie den ersten Teil zum Thema „Personal Cloud Computing“, die persönliche Datenwolke auf dem eigenen USB-Stick und mit Zugriff über das Internet.
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1 Kommentar
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Jürgen Wilms aus Erfurt | 03.06.2011 | 01:13  
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