Zu hoch, zu weit, zu unfähig

Die Inkompetenz einiger Chefs fällt nur deswegen nicht auf, weil sie fähige Mitarbeiter haben, auf die sie die Arbeit delegieren können. (Foto: Barbara Eckholdt/Pixelio)
Erfurt: Freund HRC | "In einer Hierarchie neigt jeder Beschäftigte dazu, bis zu seiner Stufe der Unfähigkeit aufzusteigen."
Laurence J. Peter


Unfähigkeit und inkompetente Mitarbeiter - ob Arbeiter, Handwerker, Lehrer, Richter, Arzt oder Manager - finden sich in allen Berufsgruppen. Diesen Menschen ist gleich, dass sie von ihrer eigentlichen Aufgabe keine Ahnung haben, sich in Nebensächlichkeiten verlieren oder vertiefen und obendrein spektakuläre Fehlentscheidungen treffen. Diese Tatsache ist nur deshalb in unserer Gesellschaft kein Tagesgespräch, weil es in den Hierarchien noch unterstellte, kompetente Mitarbeiter gibt, die diese Fehler ausbügeln.

Die beiden englischen Autoren Laurence J. Peter und Raymond Hull haben bereits vor Jahren die verblüffende These veröffentlicht, dass jeder Angestellte dazu neigt, bis zu einer Stufe aufzusteigen, der er nicht mehr gewachsen ist. Die aktuelle Diskussion über die Verfehlungen unseres Bundespräsidenten und seine Reaktionen darauf lassen sehr vermuten, dass das "Peter-Prinzip" in allen Bereichen der Gesellschaft - bis in die höchsten Ebenen - Gültigkeit besitzt.

Wenn zum Beispiel ein guter Lehrer, der vorzüglich mit seinen Kindern auskommt und einen hervorragenden Unterricht leistet, mit den Jahren positiv auffällt, dann wird er eventuell zum Schulleiter befördert. In dieser neuen Rolle kann er schnell überfordert sein. Stupide Verwaltungsaufgaben, Führung der Lehrerschaft, strategische Planungen und administrative Routinen sind eine andere Herausforderung, an denen er scheitern kann. Folglich wäre er in der Hierarchiestufe des Lehrers am wertvollsten für die Schule.

Oder der sachbezogene Mitarbeiter in einer öffentlichen Verwaltung, der sein Metier beherrscht und zum Abteilungsleiter befördert wird. Er kann schnell in dieser Rolle versagen, wenn er keine Führungspersönlichkeit ist.

Dramatischer formuliert es Scott Adams, der Autor des "Dilbert-Prinzip". Er meint sinngemäß, dass in manchen Firmen absichtlich inkompetente Mitarbeiter ins Management befördert werden, weil sie dort am wenigsten Schaden anrichten.

Kehrt man diese Prinzipien um, dann könnte man auch sagen, die eigentliche Arbeit und Wertschöpfung in unserer Gesellschaft wird von den Mitarbeitern erledigt, die ihre Stufe der Inkompetenz noch nicht erreicht haben. Die Tragik an diesem Phänomen der Unfähigkeit ist, dass kaum ein Beschäftigter auf der Stufe seiner Kompetenz zufrieden ist. Sehr viele sind in den Hierarchien angetrieben von dem Ziel, Aufgaben oder eine Position zu übernehmen, die ihre Fähigkeiten übersteigen.

Leider spiegelt unsere politische Parteienlandschaft - vom Kreisverband bis zur Bundesebene - die Gültigkeit des "Peter-Prinzips" wider. Es fehlt einfach an Regularien und Kontrollmechanismen, die verhindern, dass engagierte, politisch interessierte Menschen mit den Jahren die "Parteistufe Inkompetenz" erreichen. Eine falsch verstandene Loyalität und Treuebekenntnisse gegenüber diesem Parteisoldaten sind die Ursache dafür. Häufig werden sogar langjährig tätige, aber inkompetente Parteifunktionäre in höhere Ämter "weggelobt".


So überprüfen Sie Ihre Kompetenz:
• Zunächst gilt der Spruch: Schuster bleib bei deinen Leisten! Prüfen Sie regelmäßig, warum Sie in Ihrer Stellung erfolgreich und zufrieden sind.

• Analysieren Sie Ihre Kompetenzen und Fähigkeiten. Grenzen Sie diese von den Arbeitsanforderungen in anderen Positionen / Hierarchiestufen ab.

• Fragen Sie sich vor Beförderungen, ob Sie den dort zu lösenden Aufgaben aufgrund Ihres Wissens und Könnens gerecht werden können.
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25 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.01.2012 | 18:22  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 14.01.2012 | 20:14  
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Johannes Leichsenring aus Hermsdorf | 14.01.2012 | 21:40  
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Gunter Linke aus Saalfeld | 15.01.2012 | 00:15  
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.01.2012 | 01:21  
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Detlef Wagner aus Weimar | 15.01.2012 | 11:21  
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Hans-Gerd Born aus Erfurt | 15.01.2012 | 14:14  
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Petra Seidel aus Weimar | 15.01.2012 | 14:26  
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Gerald Kohl aus Erfurt | 15.01.2012 | 18:34  
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Karin Jordanland aus Artern | 15.01.2012 | 20:12  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.01.2012 | 00:39  
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Hannelore Grünler aus Artern | 16.01.2012 | 06:24  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 16.01.2012 | 10:57  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 16.01.2012 | 11:05  
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Renate Jung aus Erfurt | 16.01.2012 | 13:32  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 18.01.2012 | 18:29  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.01.2012 | 01:20  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 19.01.2012 | 07:22  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.01.2012 | 23:31  
Michael Steinfeld aus Erfurt | 20.01.2012 | 15:37  
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Renate Jung aus Erfurt | 20.01.2012 | 19:19  
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 21.01.2012 | 09:39  
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Silke Dokter aus Erfurt | 08.03.2012 | 08:02  
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Renate Jung aus Erfurt | 08.03.2012 | 14:23  
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