Zwischenfazit zu Schlecker

In Mittelthüringen verloren im Frühjahr 28 Schlecker-Beschäftigte ihre Arbeit. Zum endgültigen Aus der Drogeriekette waren es im Herbst weitere 71 Mitarbeiterinnen. „Es zeigt sich, dass die nachhaltige Vermittlung von ehemaligen Schlecker-Beschäftigten Zeit braucht. Aus der ersten Kündigungswelle haben über 40 Prozent der ehemaligen Schlecker-Beschäftigten eine neue Arbeit gefunden“, sagt Beatrice Ströhl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Erfurt. Die meisten arbeiten als Verkäuferin, einige in der Logistik. Aus der zweiten Welle vor wenigen Wochen fanden bislang nur 15 Prozent eine neue berufliche Perspektive.
„Zu Beginn der Arbeitslosigkeit ist eine gewisse Zeit der Sucharbeitslosigkeit normal. Gerade bei unerwarteten Kündigungen müssen wir den Betroffenen Zeit geben, anzukommen, sich zu orientieren, ihr Profil zu schärfen und mit uns gemeinsam aktuelle Bewerbungsstrategien zu entwickeln“, erläutert Ströhl.

Die ehemaligen Schlecker-Beschäftigten bringen fast ausschließlich abgeschlossene Berufsausbildungen und viele Jahre Berufserfahrung mit. Die meisten suchen auch wieder eine Beschäftigung im Handel. Dabei müssen sie sich der Herausforderung stellen, sich fachlich zu verändern und/oder regional mobil zu sein. „Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt besprechen unsere Vermittler mit ihnen. In allen Fällen haben wir intensive Beratungskontakte, doch es braucht einige Zeit, um individuell passende Strategien für die Jobsuche zu entwickeln und in einigen Fällen auch die entsprechende Qualifizierung zu finden. Im Durchschnitt hat jeder Betroffene schon sechs Vermittlungsvorschläge erhalten. Dazu kommt, dass einige der ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter bereits längere Zeit erkrankt ist und damit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung steht“, sagt Ströhl.

Hintergrund Einzelhandel
Im September waren in Mittelthüringen 2.514 Menschen mit einem Verkaufsberuf arbeitslos. Das ist jeder zehnte Arbeitslose in Erfurt, Weimar, dem Weimarer Land, dem Ilm-Kreis und dem Landkreis Sömmerda. Im Durchschnitt meldeten Unternehmen im Einzelhandel pro Monat 100 neue Stellen in diesem Jahr.
Im Einzelhandel waren in Mittelthüringen im letzten Jahr knapp 13.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. So hat der Einzelhandel einen Anteil von 7 Prozent an allen Beschäftigten. Fast 4.000 weitere waren auf Minijob-Basis im Einzelhandel zusätzlich beschäftigt. Der Beschäftigungsaufbau im Einzelhandel fiel mit knapp 5 Prozent innerhalb von drei Jahren genauso groß aus wie im Durchschnitt aller Wirtschaftszweige.
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