Bereit zum Sprung: Martin Brückner ist ein erfolgreicher Trialsportler

Martin Brückner mal ohne sein Bike
 
Martin Brückner in seinem Element (Foto: prettypixx photographie)
Fahrradfahren ist eher nicht sein Ding. So ganz normal, Vorder-und Hinterrad brav auf dem Boden. Martin Brückner bewegt sich auf seinem Bike lieber ganz anders: Meistens auf dem Hinterrad. So kann er spielend Hindernisse überwinden, die locker 1,60 Meter in die Luft ragen. Oder er springt aus zwei Metern Höhe, mindestens.

Faszinierend & riskant



Was sich nach einem faszinierend-riskanten Freizeitvergnügen anhört, ist ein echter Sport, der sogar wettkampfmäßig betrieben wird. Er nennt sich Trial. „Das Wort bedeutet so viel wie Versuch“, weiß Martin Brückner. Über die Versuche ist der 28-jährige Erfurter längst hinaus. Unter den rund 200 deutschen Trial-Sportlern mischt er ganz vorn mit. Die Liste seiner Erfolge ist viel zu lang zum Aufzählen: Zweimal darf er sich Deutscher Meister nennen - einmal in der 20-Zoll- und einmal in der 26-Zoll-Klasse - , zweimal siegt er bei den Internationalen Ostdeutschen Meisterschaften, ist mehrfacher Gewinner des Hessencups, bringt knapp 100 Pokalsiege nach Hause...

Springen über Hindernisse



Im Wettkampf, den es drin und draußen gibt, gilt es, die vorgegebene Strecke zu absolvieren. Sie ist in Sektionen aufgeteilt, von denen jede mit mehreren Hindernissen auf den Trial-Biker wartet. Das können übereinander gestapelte Europaletten sein, große Steine, Baumstämme, Fässer, Autos oder andere Barrieren. Springend auf dem Hinterrad muss der Sportler drüber. In der vorgegebenen Zeit und so, dass Körper und die Metallteile des Fahrrads das Hindernis möglichst nicht berühren, sonst gibt es Strafpunkte. Eine knifflige Angelegenheit. „In der Natur wissen wir manchmal nicht, was uns erwartet, jeder Stein ist anders, kann auch ziemlich glatt sein“, macht der Trial-Könner immer wieder die Erfahrung. Das kann ins Auge gehen.

Reaktionsschnell



„Ich hatte schon wesentlich mehr Rahmen- als Knochenbrüche“, schwört Martin Brückner, nach dem Risiko seines Sports befragt. Natürlich sei Trial ein nicht ungefährlicher Sport, gibt er zu. Aber er ist kontrollierbar. Wichtig ist es, immer ganz bei der Sache zu sein, hochkonzentriert. „Trial ist ein Reaktionssport. Aber das Gute daran ist, dass wir ja nie schnell fahren. Und ganz wichtig: nie müde oder hungrig aufs Rad setzen.“ Die körperlichen Fähigkeiten, um sein Trialbike zu beherrschen, holt sich Martin Brückner mit Ausdauer- und Krafttraining. Gut durchtrainierte Rücken- und Bauchmuskeln helfen ihm, die Balance zu halten. Allerdings, so gibt er zu, darf er nur gezielt trainieren. Sonst werden die Muskeln zu schwer.

Martin tritt kürzer



So langsam aber, gibt der erprobte Wettkampffahrer zu, sei die Zeit gekommen, ein wenig kürzer zu treten. Es müssen nicht mehr so viele Wettkämpfe sein. Seine Shows vor staunendem Publikum machen genauso viel Spaß. „Es ist schon toll zu zeigen, was mit dem Mountainbike alles möglich ist.“ Und der noch recht junge Freestyle-Trial, bei dem es nicht so sehr auf die Hindernisanzahl ankommt, sondern darauf, wie effektvoll man sie überwindet, reizt ihn auch. Vergangenes Jahr erst holte er sich dort den Deutschen Meistertitel. Nächstes Jahr will es Martin Brückner unbedingt wissen und sich im Freestyle den Sieg bei den Internationalen Ostdeutschen Meisterschaften erkämpfen. Dann hätte er in jeder der drei Klassen (20, 24 und 26 Zoll) gewonnen. Das hat bisher noch keiner geschafft.

Er gibt sein Wissen weiter



Bis dahin macht er weiter, mit seinem eigenen Training und damit, an seinem Arbeitsort Coburg Kinder zu trainieren. Bestimmt kommen da immer einmal wieder Erinnerungen hoch an damals, wie er selbst vor 15 Jahren fasziniert einer Trial-Show zugesehen hat und zu üben begann. Vielleicht tritt ja das eine oder andere kleine Talent in die Fußstapfen seines großen Vorbildes. Oder sollte man eher Hinterradabdrücke sagen?



Was ist Trial?


Trial ist eine recht junge und unbekannte Sportart, die weltweit verbreitet ist. Gefahren wird grundsätzlich mit „Hardtails“ (ungefederten Fahrrädern). Es gibt dafür zwei Arten: 20-Zoll-Trialbikes oder 26-Zoll-Mountainbikes. Beim Freestyle kommt ein 24-Zoll-Bike zum Einsatz. Die Rahmenhöhe ist sehr gering, es gibt keine Federgabel, wenig Gänge und keinen Sattel. Trial wird dort gefahren, wo es möglich ist, in Städten (nicht überall erlaubt) und in der Natur. Es gibt auch Indoor-Varianten. Das Fahrrad muss möglichst in jeder Situation beherrscht werden. Trialer fahren nicht nur, vielmehr hüpfen und springen sie über alle erdenklichen Hindernisse, oft in schwindelerregender Höhe. Ein Trial-Sportler sollte Körperbeherrschung, Balancegefühl, Konzentration, Kraft, Ausdauer und Mut haben. Im Wettkampf muss das Bike mit möglichst wenig Hindernis-Kontakt über einen Parcours gesteuert werden.

Infos:



www.zweiradshow.de
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