Bin gleich dageblieben

Auf einem Freizeitschlitten made in Thüringen: Tatjana Hüfner in Oberhof. Foto: Axel Heyder
  Tatjana Hüfner startet am Wochenende in Oberhof

Der innere Schweinehund von Rennrodlerin Tatjana Hüfner führt kein leichtes Leben. Nicht nur, dass die amtierende Olympiasiegerin in ihrem Sport kaum zu schlagen ist: Nebenbei hat sie auch eine Trainer-C-Lizenz erworben, arbeitet an der B-Lizenz und hat ein Psychologie-Fernstudium absolviert. Nicht zu vergessen ist das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen. Dass es diesen Schweinehund dennoch gibt, bestätigt die Wintersportathletin dem Allgemeinen Anzeiger. Wer sich aber die Liste ihrer Erfolge anschaut, weiß, dass er wohl kaum etwas zu sagen hat bei ihr.
„Nur zwei Wochen im März mache ich wirklich Pause“, sagt Tatjana Hüfner. Und selbst im Urlaub entscheidet sich die Sportsoldatin für Aktivitäten wie Klettern, Bergsteigen oder Windsurfen.

Dabei musste zunächst der Zufall mithelfen, dass Deutschland auf eine so erfolgreiche Wintersportlerin blicken kann. „Meine Eltern haben für meinen Bruder eine sportliche Beschäftigung gesucht, damit er abends mal zur Ruhe kommt“, erinnert sich Tatjana Hüfner. In Blankenburg brachte sie ihren zwei Jahre jüngeren Bruder regelmäßig zum Training. „Und bevor ich immer nur gewartet hätte, blieb ich gleich da beim Training“. Blankenburg besitzt keine Bahn, so dass die Rennrodelkarriere von Hüfner mit Trockenübungen begann. Koordination, Kraft, Ausdauer und Spiele...

Das erste Mal auf der Bahn in Oberhof habe sie keinerlei Angst verspürt. Rauf auf den sicheren Kinderschlitten und los ging es. Damals war sie neun Jahre alt und brachte von der ersten Meisterschaft gleich einen Pokal mit nach Hause. „Das hat Spaß gemacht, und ich bin dabei geblieben.“ Inzwischen trainiert sie beim BRC 05 Friedrichroda bei dem Erfurter Trainer André Florschütz (geb. in Sonneberg), selbst Silbermedaillengewinner der Olympiade in Turin 2006. „André hat neue Trainingsreize gesetzt. Er ist jung und ehrgeizig“, findet die Spitzensportlerin.

Samstag: ab 9.30 Doppelsitzer; ab 12.20 Uhr Damen; Sonntag: ab 8.45 Uhr Herren, Eisbahn Oberhof

Nur ‘ne halbe Wasserrutsche

30 Weltcupsiege stehen allein bei Ihnen zu Buche. Warum sind die deutschen Rennrodler/-innen so erfolgreich?
Das ist ein Gesamtpaket aus vielen Komponenten. Ein wichtiger Punkt ist die gute Nachwuchsarbeit in Deutschland – es gibt sehr viele Stützpunkte. Auch die vier Bahnen in Deutschland, die kein anderes Land zur Verfügung hat, spielen da eine Rolle.

Nach dem „Trocken-Training“ in der Halle, was war das damals für ein Gefühl, das erste Mal die Eisbahn hinunter zu fahren?
Ich war als Kind völlig unbedarft. Ich dachte, naja, das ist ja nur ne halbe Wasserrutsche – nach oben offen. Ich bin dann dreimal hinunter gefahren. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich Angst gehabt hätte. Im Anschluss sollten wir uns versammeln und dann gab es auch gleich den ersten Siegerpokal.

Was ist das Ausschlaggebende für den Erfolg in einem Rennen?
Das Wichtigste ist der Start. Es ist die einzige Phase, in der man sich selbst aktiv beschleunigen kann. Alles andere ist nur noch eine Minimierung von Fehlern. Für den Start braucht man viel Kraft im Oberkörper und eine entsprechende Gesamtkörperspannung.

Welchen Einfluss hat ihr neuer Trainer André Florschütz (BRC 05 Friedrichroda)?
Er hat viele neue Ideen mitgebracht und neue Trainingsreize gesetzt. Schon als Sportler hat er sich sehr intensiv mit seinem Training beschäftigt. Er ist auch wichtig, damit man nach Erfolgen die Spannung aufrecht erhält. André hat viele kleine Details verbessert und in der Athletik noch einmal einiges verbessert.
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