Boxen: Alexander Povetkin, der Kulturchampion

Über den Dächern der Stadt: Boxer Alexander Povetkin, Trainer Teddy Atlas und Manager Vlad Hrunov. Fotos: Axel Heyder
Alexander Povetkin findet Erfurt klasse, nicht nur, weil er 2007 mit Chris Byrd einen Ex-Weltmeister hier geschlagen hat

Von Axel Heyder

Trainerlegende Teddy Atlas hatte seinen Job längst an den Nagel gehängt. Da kam vor zwei Jahren die Anfrage aus dem Lager von Alexander Povetkin – aus ­Tschechow bei Moskau.
„Ich wollte das eigentlich nicht mehr machen. Aber dann ich dachte, ich schau ihn mir ein paar Tage lang an. Povetkin hat mich mit seiner Persönlichkeit überzeugt. Er ist ein intelligenter Boxer, der versteht, was man ihn lehrt“, erzählt Atlas beim Bummel durch die Altstadt, die ihn ebenfalls schwer beeindruckt.

„So viel Geschichte in einer so kleinen Stadt, das ist großartig.“ Dom, Krämerbrücke, Waagegasse und Fischmarkt standen auf dem Zettel. Sein Interesse für die Geschichte deckt sich mit dem seines Schützlings. Der Literaturliebhaber Povetkin, dessen Lieblingsbuch Anton Tschechows „Die Möwe“ ist, mag Erfurt nämlich nicht nur deswegen, weil er den früheren Weltmeister Chris Byrd hier geschlagen hat. Die Geschichte der Stadt fasziniert ihn ebenso wie der Gedanke, dass Goethe und Schiller gleich „um die Ecke“ in Weimar gelebt und gearbeitet haben. Weimar ist deswegen ein fester Bestandteil der Vorbereitung auf den Boxkampf.

Ganz ohne Schmutzkampagnen im Vorfeld werden sich am Samstag Povetkin und Ruslan Chagaev in der Messehalle ein Duell um den Weltmeistertitel der WBA liefern. „Die mentale Stärke ist ebenso wichtig wie die physische“, sagt sein Trainer. Darauf – und vor allem auf die richtige Einteilung der Kraft – werde es ankommen. So ist es nicht verwunderlich, wenn man Povetkin dieser Tage beim „Kulturbummel“ sieht, oder mal lesend mit seinem Lieblingsbuch, der „Möwe“.
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