Der THC ist zurück - Thüringer Handballdamen ziehen nach dem Sieg gegen die HSG Blomberg-Lippe ins Halbfinale ein

Katrin Engel (Mitte) setzt sich gegen Nadine Krause (links) und Katja Langkeit von der HSG Blomberg-Lippe durch. Fotos: Mario Gentzel
Von Axel Lukacsek

Unter dem Jubel von 1050 Fans ertönte der Schlusspfiff. Der Thüringer HC ist zurück in Europa, darf weiter vom Titel träumen, hatte aber dennoch eine Schrecksekunde zu überstehen. Mit einem souveränen 38:28 (20:18) gegen die HSG Blomberg-Lippe sind die Handball-Frauen aus Bad Langensalza zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft gestürmt und haben sich zum zweiten Mal für den Europacup qualifiziert.

"Wir sind unheimlich glücklich, weil für diesen Erfolg haben wir ein ganzes Jahr hart gearbeitet", freute sich THC-Spielführerin Kerstin Wolhbold. Dabei gab es aber einen bitteren Beigeschmack. Nach einem Zusammenprall mit Wohlbold musste Martina Knytlova mit dem Verdacht auf einen Schienbeinbruch vom Feld getragen werden (19.). "Das tut mir für sie ganz besonders leid, deshalb widme ich ihr den Sieg", sagte THC-Cheftrainer Herbert Müller von seinen Gefühlen hin- und hergerissen. "Dass wir jetzt im Halbfinale stehen, ist natürlich super. Das Minimalziel haben wir damit erreicht. Wir können uns jetzt auf die nächsten Aufgaben freuen." Im Halbfinale muss der Thüringer HC zunächst am Mittwoch, 27. April, in Oldenburg antreten, bevor am Samstag, 30. April, im Rückspiel die Entscheidung um den Finaleinzug fällt (Anwurf: 15 Uhr).

Nach dem 25:25 im Hinspiel war dem Thüringer HC in den ersten Minuten eine deutliche Nervosität anzumerken. Die Gäste aus Ostwestfalen führten schnell mit 4:1 (4.) bevor die THC-Frauen - angetrieben von Wohlbold - mit fünf Toren in Folge zum 6:4 (8.) in die Erfolgsspur einbogen. Allerdings blieb Blomberg lange auf Tuchfühlung. Paradox nach dem Wechsel: Als ausgerechnet die zehnfache Torschützin Nadja Nadgornaja auf der Strafbank schmorte, schaffte der Thüringer HC in Unterzahl die Initialzündung, als Nora Reiche das 25:22 (42.) erzielte und der THC mit den größeren Kraftreserven von nun an den Vorsprung kontinuierlich ausbaute. Spätestens beim 31:25 (52.) durch Kreisläuferin Danick Snelder war der Halbfinaleinzug perfekt.

Turbulent ging es auch nach dem Spiel weiter. "Ich wünsche dem Thüringer HC alles Gute und dem HC Leipzig die deutsche Meisterschaft", erwies sich Blombergs Trainer Andre Fuhr als schlechter Verlierer. Angesichts des Halbfinal- Einzuges konnte Herbert Müller ganz gelassen bleiben: "Jetzt wissen wir endlich von den Experten, dass die Favoritenrolle woanders liegt."
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Steffen Hof aus Sömmerda | 14.04.2011 | 18:49  
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