Die Wende ist ausgeblieben, RWE mit einer desolaten zweiten Hälfte gegen Arminia Bielefeld.

Muss unter der Unlust mancher Spieler leiden: Christian Preußer. Foto: Heyder
 
Kevin Möhwald, einst Ideengeber aus dem Mittelfeld wirkt irgendwie, als stünde er neben sich.
Erfurt: Stadion | Das Gute vorweg: Christian Preußer hatte der Mannschaft ein Konzept mitgegeben, das aufging in der ersten Hälfte. Wäre da nicht die eine Schlafwageneinlage von Kleineheißmann und Laurito gewesen, die meterweit weg vom Gegner standen. In der 11. Minute konnte Klewin nicht festhalten und David Ulm musste nur noch locker einschieben. Bedrängt wurde er dabei nicht.

Über Aydin, für mich der beste Erfurter an diesem Tag, kamen die Bälle immer wieder auf Simon Brandtstetter, der allerdings seine Torgefährlichkeit noch nicht wiedergefunden hat. Insgesamt war Erfurt zwar nicht spielbestimmend, hatte aber zumindest seinen Anteil am Spielgeschehen.

Hälfte zwei


Im Prinzip ist es gut, den Kickern bei einem Wechsel nicht nur die letzten fünf Minuten zu gönnen, wie soll man in so wenigen Minuten in Fahrt kommen? Christian Preußer brachte deshalb zur Halbzeit schon Czichos und Bichler. Sicherlich ohne zu ahnen, dass aus seiner Truppe danach ein aufgelöster Hühnerhaufen wurde, der in alle Richtungen davon lief. Erfurts torgefährlichster Abwehrspieler Czichos, sonst einer der besseren im Team, ließ sich wie einer Schüler vor dem 4:0 für Bielefeld den Ball vom Fuß stibitzen, weit in des Gegners Hälfte. Wirklich nachgesetzt hatte er nach seinem Fehler nicht mehr.

Der Torhüter
In der ersten Halbserie konnte man noch ein paar hervorragende Paraden von Erfurts Schlussmann Philipp Klewin beobachten. Was er gegen Bielefeld zeigte, erinnerte nicht mehr daran. Vor dem 2:0 vertändelte RWE völlig unnötig den Ball im Mittelfeld und im locker ausgespielten Konter der Armina wusste Erfurts Keeper nicht, ob er nun rauslaufen soll, oder eben nicht. Wäre er nur einfach stehengeblieben ... Er zögerte, ging ein paar Schritte, dann wieder zurück. Und der 20-Tore-Mann Fabian Klos machte das, was er immer tut: Tore schießen. Ganz entspannt. Ein schöner Lupfer ins lange Eck. Ohne Hast, ohne Eile.

Eine Eigenart, die ich bei keinem Keeper verstehen kann, die aber offenbar modern ist: Philipp Klewin stellt sich beim 3:0 für Bielefeld viel zu weit vor das Tor und kassierte in höchst peinlicher Manier den endgültigen Todesstoß für diesen Tag. Ein 65-Meter-Schuss, wie ein Werbefilm für das Tor des Monats, in den eigenen Kasten zu bekommen ... Gut schlafen konnte Klewin letzte Nacht sicher nicht.

Eine rot-weiße Gegenwehr blieb vollständig aus, den Zuschauern bleibt das Hoffen darauf, dass die Saison schnell zu Ende ist und ein neues Team zusammen wächst: Mit neuem Personal, eines, das wieder Lust hat, Fußball zu spielen.

Was derzeit in Erfurt auf dem Platz steht, lässt sich schwerlich als richtiges Team bezeichnen. Es ist eine Truppe, die sichbereits vor Saisonende aufgelöst hat und dabei in Kauf nimmt, einen wirklich guten, aber eben noch sehr jungen Trainer, in arge Bedrängnis zu bringen.

Und so bleibt festzustellen, der beste Spieler war an diesem Tag der 12. Mann. Die Fans, die dafür Eintritt bezahlt haben, gejubelt und gesungen haben, als würden sie nicht sehen, was auf dem Rasen passiert.
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