Drachen schlagen sich achtbar gegen starke Löwen und verlieren erst kurz vor Schluss

    Erfurt: Kartoffelhalle | Text: Axel Hirsch/Fotos: Axel Heyder

Gelungener Saisonauftakt


Einen rundum gelungenen Saisonauftakt erlebten Offizielle, Spieler und Anhänger der Black Dragons am Samstagnachmittag in und um die Erfurter Eishalle. Fast wäre er sogar perfekt geworden, aber 1:04 min vor Ende des Eröffnungsspiels gegen die Frankfurter Löwen erzielten eben jene den Siegtreffer in einer heiß umkämpften Partie. Aber der Reihe nach:
Nachdem EHC-Präsident Thomas Semlow die neue Geschäftsstelle und das neue Vereinsheim der Black Dragons eröffnet hatte, waren zunächst die Kleinsten an der Reihe und bestritten ihr erstes Saison-Turnier.
Sieger da am Ende die erste Mannschaft der Young Dragons. Nachdem bei einem „Orgelspiel“ auch alle anderen Nachwuchsmannschaften die Möglichkeit zur Vorstellung ihrer Kader hatten, ging es dann endlich um das, was die meisten der angereisten Zuschauer eigentlich sehen wollten, um Oberliga-Eishockey.

Mit den Löwen Frankfurt empfingen die Black Dragons einen ambitionierten Vertreter der Oberliga West, der am Ende ein ernstes Wort um die Relegationsspiele mitreden will. Dazu hat der Aufsteiger aus der Regionalliga kräftig eingekauft und das Gesicht der Mannschaft völlig verändert. So kamen die Löwen eigentlich als Favorit in die Thüringer Landeshauptstadt, strotzt doch der neue Kader geradezu von erst- und zweitligaerfahrenen Spielern. Auch die etwa 100 mitgereisten Frankfurter Fans waren frohen Mutes und sorgten für reichlich Umsatz am Bier- und Bratwurststand.

Die Black Dragons mussten kurzfristig auf Robert Vavroch verzichten, der 37-jährige Tscheche musste leider wegen wichtigen familiären Dingen in seine Heimat reisen. An seiner Stelle kam Roman Nesrsta als Gastspieler zum Einsatz. Außerdem verstärkte Felix Rößner aus dem 1b Team der Drachen die Defensive.
Dass es für beide Mannschaften der erste Test in der neuen Saison war, hätte man eigentlich kaum glauben können. Von Beginn an entwickelte sich ein rassiges und intensiv geführtes Spiel, dass für „normale“ Oberliga-Verhältnisses extrem schnell geführt wurde. Und zur Verwunderung der 764 Zuschauer war es ein Spiel, das im Prinzip von Beginn an auf Augenhöhe ablief. Keiner schenkte dem anderen irgend etwas, Chancen gab es auf beiden Seiten eine ganze Reihe. Boris Ackers im Tor der Löwen und Martin Otte bei den Gastgebern zeigten ein ums andere Mal, dass sie zu den Guten ihrer Zunft gehören. Eine Nachlässigkeit in der Erfurter Abwehr bestrafte allerdings Frankfurts Kapitän Martin Schweiger eiskalt und konnte in der 4. Minute das erste Tor der neuen Saison erzielen. Pech dagegen für Erfurts Center Sean Fischer, der in der 14. Minute am Pfosten scheiterte. So ging es mit der knappen Führung der Gäste in die erste Drittelpause.

Mit Beginn des zweiten Drittels erhöhten die Löwen den Druck auf das Erfurter Tor deutlich. Goalie Martin Otte stand immer öfter im Brennpunkt des Geschehens und musste mehrfach sein ganzes Können zeigen, um keine weiteren Gegentreffer der Gäste aus der Mainmetropole zuzulassen. Mitten hinein in diese Drangphase der Gäste kam in der 27.

Minute ein Konter der Black Dragons. Der bis dahin sichere Boris Ackers ließ einen harmlosen Schuss von Marak prallen und übersah dabei den direkt vor ihm stehenden Olli Otte, der den Puck nur noch einschieben brauchte.
Dieser zu diesem Zeitpunkt etwas überraschende Ausgleich motivierte die Gäste allerdings noch mehr und sie verstärkten in Folge den Druck auf das Erfurter Tor. Erfurt wirkte in dieser Phase ein wenig unkonzentriert und musste mehrfach Strafen hinnehmen, die eigentlich nicht nötig waren.
In einer der Frankfurter Überzahlsituationen spielten die Erfurter in der 32. Minute einen blitzsauberen Konter, bei dem Zbynek Marak frei vor Ackers von hinten die Beine weggezogen wurden. Den fälligen Penalty schoss Sean Fischer, da Marak nach dem Foul erst einmal behandelt werden musste. Frankfurt nutzte die Gelegenheit zum bereits vor dem Spiel angekündigten Torwartwechsel und Dennis Schulz durfte gleich zum Penalty antreten. Das tat er hervorragend, denn er konnte den Schuss von Fischer mit einem tollen Reflex von der Linie holen.

Dieser vergebene Penalty brachte einen kleinen Bruch im Erfurter Spiel. Man fing sich weitere unnötige Strafen ein und eine doppelte Überzahlsituation brachte den Löwen die erneute Führung durch Müller in der 33. Minute. Als dann gar Sevo in der 39. Minute bei erneuter Überzahl das 3:1 erzielte, schien die Partie nun doch den vorher erwarteten Verlauf zu nehmen. So war jedenfalls der allgemeine Tenor in der 2. Pause.

Was auch immer in der Erfurter Kabine in dieser Pause passiert war, es war gut. Denn die Black Dragons ließen sich im letzten Drittel nicht hängen und kamen voll frischem Elan aus der Kabine. Fortan übernahmen sie immer mehr das Kommando auf dem Eis und drängten die nun etwas müde wirkenden Frankfurter zusehends in die eigene Zone. Jetzt wurde die Partie auch etwas ruppiger und die Frankfurter mussten nun selbst öfter die Strafbank besuchen. Als die Black Dragons dann einmal in doppelter Überzahl agierten, spielte Marak in der 47. Minute einen mustergültigen Pass hinter dem Tor zu Sean Fischer, der aus kurzer Entfernung hoch in den Winkel einnetzte. Spätestens da war jedem in der Halle klar, dass man sich auf eine heiße Schlussphase freuen durfte. Und nur 2 Minuten nach dem Anschlusstreffer spielte Marak einen langen Pass auf den durchstartenden Nesrsta, der dann auch noch Schulz ausspielte und den viel umjubelten Ausgleich erzielte.

In der Folge hatten beide Mannschaften mehrfach die Gelegenheit zum Siegtreffer auf der Kelle. Allerdings gab es auch immer mehr Nickligkeiten auf dem Eis, in deren Folge die beiden Frankfurter Thau und Sevo mit Disziplinarstrafen bedacht wurden. Fast schien es sogar, als wenn die Frankfurter bewusst 4 gegen 4 Situationen provozierten, um ihre spielerischen Fähigkeiten durch mehr Platz auf dem Eis besser umsetzen zu können. Wenn es denn wirklich Taktik war, dann war sie erfolgreich. Denn als sich bereits fast alle fragten, was bei einem Unentschieden eigentlich nach dem Spiel passieren würde, nutzten die Löwen den Platz auf dem Eis, um 64 Sekunden vor der Sirene doch noch den Siegtreffer durch einen abgefälschten Schuss von Neuzugang Fairbarn zu erzielen. Großer Jubel natürlich bei den Frankfurter Spielern und ihrem Anhang, die sich die Aufgabe beim letztjährigen 3.
der Ost-Oberliga vielleicht etwas einfacher vorgestellt hatten.

Aber auch die Erfurter brauchten sich ob ihrer sehr guten Leistung im ersten Spiel der neuen Saison nicht zu verstecken und konnten sich zu Recht nach dem Spiel von ihren Fans feiern lassen. Nun ist man natürlich gespannt, wie die Entwicklung der Erfurter Mannschaft gegen Haßfurt am kommenden Freitag weiter geht.

Tore:
0:1 Schweiger (Bauscher) 03:43
1:1 Otte (Marak) 26:14
1:2 Müller (Breiter, Barta) 32:27 PP2
1:3 Sevo (Müller, Bornhausen) 38:20 PP1
2:3 S. Fischer (Marak, Ulitschka) 46:30 PP2
3:3 Nesrsta 48:44
3:4 Fairbarn (Kasten, Barg) 58:56
Zuschauer: 764
Strafen: Erfurt 34 + 10 (Weise) Frankfurt 28 + 10 (Sevo) + 10 (Thau)
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