Ein starkes Stück: Nach 20 Jahren Pause Europameister

Zum Kraftsport-Dreikampf gehören neben dem Bankdrücken auch Kniebeuge (mit Gewichten) und Kreuzheben. Fährt Klaus Griesch zu großen Wettkämpfen wie zur Weltmeisterschaft in die USA, muss er für den größten Teil der anfallenden Kosten selbst aufkommen. Sponsoren, die den hoffnungsvollen Sportler unterstützen möchten, sind herzlich willkommen.
Voll konzentriert liegt er auf der Bank. Über ihm die Langhantel mit den schweren Scheiben. 177,5 Kilogramm insgesamt. Von oben geht es langsam nach unten, kurz ausharren, dann der kraftvolle Ruck nach oben. Der Rücken muss flach aufliegen, kein Fuß darf sich nach oben bewegen. Geschafft! Ein starkes Stück. Klaus Griesch kann es kaum glauben. Er ist der neue Europameister im Bankdrücken.

Dabei würde man dies einem einstigen DDR-Akrobatik-Meister, stärksten Lehrling, Deutschen Meister und Vizemeister im Kraftsport-Zweikampf durchaus zutrauen. Ihm, dem Mann mit den bärenstarken Kräften. Doch der Gisperslebener hat zwanzig Jahre kaum große Hanteln bewegt, fast keine Gewichte gestemmt. Der gelernte Anlagenfahrer hatte sich vom aktiven Sport verabschiedet. Doch so ganz, scheint es, hat es ihn nie losgelassen. Die Anziehungskraft wirkt.


„Die regelmäßige Betätigung hat mir schon gefehlt. Als mir ein alter Sportfreund eines Tages sagte ‚Mach doch mal wieder was‘, habe ich gleich damit angefangen.“ Langsam erst, dann wurden die Gewichte immer ein wenig schwerer.

Schnell schloss sich Klaus Griesch der SG Arnstadt an, Vereine mit Kraftsport-Angeboten sind dünn gesät. Trainer Sven Kullmann kommt inzwischen zu ihm nach Hause, trainiert ihn zweimal pro Woche im extra hergerichteten Sportraum.

Außerdem hält sich der Mann mit den eisenharten Muskelpaketen durch Laufen und Schwimmen fit. Und es lohnt sich: Kurz nach seinem Wiedereinstieg holte sich der Hobbykraftsportler den Landesmeistertitel im Dreikampf und den Landesrekord im Bankdrücken. Im vergangenen Jahr wurde er Deutscher Meister im Bankdrücken, seiner Lieblingsdisziplin. Als Krönung stemmte er sich zum Europameistertitel. Nun kennen sie alle seine starke Seite.

„Doch da geht noch was, ihm stehen alle Türen offen“, weiß Trainer Kullmann, der sofort das Potenzial, Großes zu erreichen, in Klaus Griesch entdeckt hatte.

Der Kurs geht in Richtung Weltmeisterschaften, im April in Denver. Derzeit stemmt der 52-Jährige 182,5 Kilogramm. „Unser Fahrplan sind die 190 Kilo“, nehmen sich Trainer und Schützling Schweres vor. Ersterer ist zuversichtlich, unter die ersten Drei schafft es der kleine Mann mit den starken Nerven auf jeden Fall. Klaus Griesch lächelt dazu und stemmt weiter Gewichte. Mal sehen, was kommt. Auf jeden Fall möchte er seinen Fanclub zum Jubeln bringen.
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5 Kommentare
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Steffen Weiß aus Gera | 01.02.2012 | 14:57  
Helke Floeckner aus Erfurt | 03.02.2012 | 08:26  
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Peer Floeckner aus Erfurt | 03.02.2012 | 12:03  
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Peer Floeckner aus Erfurt | 03.02.2012 | 13:30  
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Peer Floeckner aus Erfurt | 03.02.2012 | 13:56  
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