Elena Messer vom SWE Volleyteam geht nun endgültig in den sportlichen Ruhestand

Elena Messer: Ein Volleyball-Urgestein in Erfurt. Ende der Saison soll Schluss sein.
 
Vielleicht ist dieses Shirt nur noch einmal zusehen beim SWE Volley Team
Erfurt: Riehtsporthalle |

Schleichender Ausstieg

Elena Messer ist seit Kurzem 34. Ehemaliger Kapitän des SWE Volley Teams und noch immer in der zweiten Bundesliga aktiv. Sie ist selbstständige Physiotherapeutin mit eigener Praxis. Und: mit Leib und Seele Mutter für ihren kleinen Vincent, der gerade 16 Monate alt ist. Allerhand für einen Tag, der auch bei ihr nur 24 Stunden hat. „Ohne einen gut strukturierten Alltag geht gar nichts“. Künftig wird es eine Aufgabe weniger sein: Jetzt verabschiedet sie sich von den Erfurter Volleyball Fans. Schleichend - bis zum Saisonende. Dann ist Schluss. Auf dem Feld steht sie bis dahin höchstens noch ein Mal.


Schon einmal in sportlichen Ruhestand


Es war 2012, da hat sich die Volleyballerin schon einmal in den sportlichen Ruhestand verabschiedet. Bereits damals hatte sie sich ihre Lorbeeren verdient, spielte zwei Mal in ihrer Laufbahn 1. Bundesliga für ihr Team (2004 und 2010), war lange Zeit Kapitän und bekannt vor allem für ihre solide Abwehrarbeit und die Spielfreude, die sie mit ins Team einbrachte. Doch 2015, nach drei Jahren Pause, kam der Verein auf die junge Mutter zu: „Ich habe vor der Saison mit dem Trainer abgesprochen, dass ich nur eingeschränkt trainieren kann. Aber ich wollte es für mich selbst noch einmal wissen. Bei dem, was ich alles um die Ohren habe, konnte ich das auch nur mit Hilfe meines Partners schaffen.“ Doch die Zeit für den Kleinen ist insgesamt zu knapp, wie sie immer stärker merkt. „Nach einem langen Arbeitstag bis spät in der Praxis, dann Abends noch Training und an den Wochenenden Spiele – künftig will ich auf jeden Fall mehr Zeit mit meinem Jungen verbringen.“

Dabei läuft es sportlich rund. „Ich bin zwar etwas langsamer geworden, aber durch meine Spielerfahrung kann ich einiges davon ausgleichen.“ In dieser Saison, in der ihr Team auf Platz zwei der Tabelle steht, beweist sie durchaus, warum sie Trainer Heiko Herzberg zurück geholt hat. „Es ist ein sehr junges Team. Ich denke er suchte eine Spielerin mit viel Erfahrung.“ Die Erfurterinnen liebäugeln derzeit mit dem Aufstieg in die erste Liga. In eigener Halle sind sie sogar noch ungeschlagen.

Einfach angemeldet


Bereits mit acht Jahren hat Elena Messer angefangen mit Pritschen, Blocken und Co.: „Die Entscheidung fiel damals schnell. Eine Trainerin kam in die Schule und fragte, wer Lust habe Volleyball zu spielen. Ich meldete mich spontan und war dabei.“ Das war noch im ukrainischen Melitopol, wo Messer geboren wurde. Dort war es auch, wo sie später für die Sportschule rekrutiert wurde. „Danach wanderte meine Familie aus – mein mein Großvater war ein Deutscher Siedler. Damals war ich in der 8. Klasse. Nach dem klassischen Aufnahmelager in Eisenberg landeten wir über Umwege in Meiningen.“ Und dort holte sie das Volleyball-Spielen wieder ein: „Ich trainierte wieder, aber in einer Freizeitmannschaft in der Landesklasse, bei Werratal VV70, damals eher eine 'Hausfrauentruppe', die nur einmal die Woche trainierte.“ Aber mit Hilfe einer der Mitspielerinnen, deren Tochter Anna bereits auf die Erfurter Sportschule ging, kam auch Elena Messer in die Eliteschule. „Sportschule hieß für mich nun zweimal am Tag zum Training zu gehen, zudem Punktspiele am Wochenende.“ 1995 begann sie in der Regionalliga, mit direktem Aufstieg in die 2. Bundesliga. 2004 steig sie mit auf in die höchsten Volleyballspielklasse. „Ausgerechnet da hatte ich mein einzige schwere Sportverletzung und musste sechs Monate mit einem Kreuzbandriss pausieren“.

2012 dann der Abschied. Drei Jahre später ein gelungenes Comeback: Nun soll aber endgültig Feierabend sein, was den aktiven Sport angeht. Das Erfurter Volleyball-Publikum wird sich an viele spannende Partien mit Messer erinnern. Das letzte Spiel der Saison gibt es in der heimischen Riethsporthalle am 2. April. Dort wird sie wohl definitiv das letzte Mal für ihren Verein aufschlagen.


Zur Person:

Elena Messer ist 30 Jahre, 1,81 Meter groß. Spielte mit Unterbrechung mehr als 17 Jahre im Außenangriff beim Erfurter Volleyteam (ehemals TuS Braugold), und das durchgängig in der 1. oder 2. Bundesliga. Beruf: Selbstständig als Physiotherapeutin

oren in Melitopol (Ukraine /Asowschen Meer) Zweimal stieg die Außenangreiferin, die auch schon mal als Libero aushalf, mit dem Erfurter Team in die erste Bundesliga auf (2004, 2010), jeweils nach einer Saison aber wieder ab.
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