Erfurt patzt, Jena ist gerettet

(Foto: Holger John)
 
Abreagiert: Erfurts Trainer Stefan Emmerling wirft vor Wut über die Niederlage seine Trinkflasche durchs Stadion. Foto: Holger John (Foto: Holger John)
Rot-Weiß verliert trotz Überzahl gegen Regensburg – Zeiss-Kicker feiern dank 2:0-Auswärtserfolg bei Offenbach den Verbleib in der 3. Liga









Von Thomas Czekalla (Erfurt) und Matthias Koch (Jena)



"Wer bis zum Ende die besseren Nerven hat, steht am 38. Spieltag auf Platz drei." Das hatte Stefan Emmerling vor dem gestrigen Spiel gegen Jahn Regensburg gesagt. Er hatte wohl nicht geahnt, dass es ausgerechnet seine Mannschaft sein wird, die den gerade erst erkämpften dritten Platz durch ein 0:1 leichtfertig herschenkt.

Dabei sprach vor den 9355 Zuschauern einiges für Rot- Weiß Erfurt, das ab der 43. Minute in Überzahl spielte, weil Jahns Tim Erfen nach grobem Foul an Olivier Caillas Rot sah. Doch schon zu diesem Zeitpunkt waren die Gäste Herr in fremdem Haus, hatten nach 15 Minuten bereits 5:0 Ecken und die besseren Chancen.

Beim Gastgeber kam auch nach der Pause kein Profi zu Normalform. Regensburg stand kompakt in der eigenen Hälfte und hatte bei den wenig ideenreich und zu ungenau vorgetragenen Erfurter Angriffen keine Probleme.

Einmal tauchte der Jahn in Halbzeit zwei gefährlich vor dem Kasten von Dirk Orlishausen auf und erzielte gleich das Siegtor durch Formento, der einen vom Erfurter Keeper abgeprallten Ball flach aus acht Metern einschob (87.).

Dass Bundesliga-Schiri Florian Meyer Rot-Weiß zwei klare Handstrafstöße versagte (17., 90.) war tragisch. Doch den Sieg hatte sich Erfurt nicht verdient, "weil wir nicht an die letzten beiden Leistungen angeknüpft haben", wie Emmerling enttäuscht feststellte.



Der sechste Auswärtssieg in dieser Saison war einer der wichtigsten für den FC Carl Zeiss Jena. Durch den 2:0-Erfolg bei den Offenbacher Kickers am Freitag haben sich die Thüringer aus eigener Kraft den Klassenerhalt gesichert. Mit sieben Punkten Vorsprung auf RW Ahlen, das gestern 0:3 bei VfR Aalen verlor, können die Zeiss-Kicker ganz entspannt in die letzten beiden Saisonspiele gegen Braunschweig und bei Stuttgart II gehen. "Wir wären auch mit einem 1:1 zufrieden gewesen, aber wir wollten natürlich ganz schnell da unten raus", sagte der glückliche Zeiss-Trainer Heiko Weber.

Nur drei Tage nach dem peinlichen und jede Menge Geld kostenden Pokal-Aus beim Viertligisten ZFC Meuselwitz (1:2) überstand Jena mehrere Druckphasen des Aufstiegsanwärters, auch weil Schlussmann Patrick Siefkes eine starke Leistung zeigte.

Durch Treffer von Nils Pichinot (49.) und den eingewechselten René Eckardt in der Nachspielzeit - Vorlage gab der 18-jährige Debütant Sebastian Fries - fuhr die Weber-Elf im zweiten Punktspiel unter dem neuen Coach den zweiten Sieg ein.

"Offenbach machte Druck. Aber wir haben wieder wie eine Mannschaft gespielt", meinte Offensivmann Aykut Öztürk. In den letzten beiden Partien sollte die nach dem Saisonende wohl auseinanderfallende Elf die Gelegenheit nutzen, eine katastrophale Spielzeit versöhnlich zu beenden. In Offenbach führte die Pleite zum Rauswurf von Trainer Thomas Gerstner und zum Rücktritt von Manager Andreas Möller.


"Wenn wir so wie heute spielen, haben wir Platz drei nicht verdient."
Erfurts Nils Pfingsten-Reddig

"Ich habe jetzt bei einigen Spielern schon das Joker-Image weg."
Jenas Torschütze René Eckardt
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige