Erfurt verliert verdient gegen Wehen Wiesbaden mit 0:2

Die vermutlich falsch interpretierte Situation gegen Kevin Möhwald leitete das ersten Tor für die Gäste aus Wehen Wiesbaden ein. Allerdings verteidigte da Erfurt alles andere als souverän. Fotos: Heyder
 
Der Torhüter der Gäste war nicht zu bezwingen, Obwohl er in Wehen nur der zweite Mann ist. Foto: Heyder
Erfurt: Stadion | Wenn es nicht läuft, dann läuft es einfach nicht. Erfurt hätte heute die große Chance gehabt, sich in der Spitzengruppe zu behaupten. Dass es nun nicht mehr so ist, haben sich die Spieler selbst auf das Trikot zu schreiben.

Wehen Wiesbaden agierte ausgesprochen clever und musste nichts weiter tun, als auf die Erfurter Fehler zu warten. Davon gab es am heutigen Samstag eine ganze Menge.

Je öfter der Ball zurück zum Torwart geht, obwohl er gerade die Mittellinie überquert hat, desto unsicherer wirkt ein Team. Es vermittelt damit den Eindruck, die Zweikämpfe in der Mitte nicht gewinnen zu können, was wiederum den Gegner in seiner Angrifflust bestärkt.

Dass auch der Schiri keine einheitliche Linie fand, passte zum Spiel. Mal ließ er lange laufen, dann pfiff er wieder kleinlich. Einen entscheidenden Fehler machte er nicht etwa mit dem nicht geahndeten Handspiel bei einem Kopfballduell in Erfurter Hälfte. Das war Pille-Palle und nicht spielentscheidend. Sondern, als er Kevin Möhwald ein Foulspiel zusprach, das eigentlich vom Gegner ausging und im Gegenzug die Situation vor dem Elfmeter entstand. Das war unglücklich verteidigt von Erfurt, kann aber mal passieren. Klewin ahnte die Ecke, aber konnte sich nicht lang genug machen.

Torhüter Philipp Klewin verhinderte zwar am heutigen Tag ein noch größeren Rückstand, offenbarte aber auch seine Achillesferse: Die Spieleröffnung. Zu keinem Zeitpunkt des Spiels darf der Ball bei einem Abschlag, wenn der Keeper unbedrängt ist, ins Aus gehen. Die langen Abschläge kommen nicht an und das schelle Anspiel auf die Mitspieler funktionierte nicht. Was nicht nur Schuld des Torhüters ist, der eben auch nur dann spielen kann, wenn er Abnehmer dafür hat.

Erfurt machte zu Beginn des Spiels schön Druck, kam auch zu einigen Chancen, verpasst es aber, den Ball zu versenken. Dann kam die 27. Spielminute. Kevin Möhwald hatte die Kugel erobert, machte sich auf die Socken Richtung gegnerisches Tor - und wurde in seinem Angriff vom Wehener Verteidiger gestoppt, der einem Moment zu spät an die Kugen kam. Der Schiri jedoch gab Freistoß für Wehen. Möhwald humpelte vom Feld und in der Zeit setzte Wehen einen schnellen Angriff aus der Freistoßsituation. Das haben sie clever ausgespielt. Über den Elfmeter könnte man jetzt streiten. oder es lassen. Erfurt wirkte danach zerfahren, fand nicht wieder so recht zu einer Linie. Ballverluste und Rückpässe mehrten sich. So blieb es leider im gesamten Rest des Spiel. Schöne schnell Angriffe endeten ohne Abschluss. Mit wenigen Ausnahmen.

In der 43. Minuten ließ sich Erfurt klassisch auskontern und fing ein Gegentor zu einem Zeitpunkt, in dem selbst den Ausgleich gebraucht hätte, um wieder ins Spiel zu finden.

In der zweiten Hälfte zeigte sich Erfurt kämpferisch. Lief sich Löcher die Socken, produzierte aber bei Spielverlagerungen viele Ballverluste, die völlig unnötig waren. Der Ball wollte einfach nicht rein, auch bei Aydins Chance aus spitzem Winkel nicht. Zuvor hatte Kamlott kurz vor der Pause die gute Möglichkeit zum Ausgleich, vergab aber.

So muss man sich in der Thüringer Landeshauptstadt damit begnügen, dass man wieder im Mittelfeld der Tabelle gelandet ist, weil die Konkurrenz aus Kiel, Stuttgart und Cottbus gepunktet hat. Platz sieben klingt, nach Platz 2 vor 14 Tagem ziemlich traurig. Aber es spiegelt genau wider, was in der Liga abgeht. Nur wer seine Chancen nutzt, bleibt vore dabei.
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