Etwas über eine Minute zu spät,

  war mein Begleiter Michel, ein befreundeter Bergführer aus Österreich und ich auf dem Gipfel des Großglockners.

Nach dem Mont Blanc Hauptgipfel mit 4807 m und dem Mont Blanc du Tacul mit 4248 m, was die höchsten Berge der Alpen sind und der Wildspitze mit 3768 m, höchster Berg in Tirol, war wohl auch der höchste Berg Österreichs einmal dran. Bei diesem Berg hatte ich mir vorgestellt, einmal bei Sonnenaufgang am Gipfelkreutz zu stehen und das grandiose Naturereignis zu erleben. Dieses hatte ich einmal mit meinem guten Freund Michel Wibmer besprochen. Michel ist ein Bergführer aus dem Ötztal, der am Großglockner groß geworden ist und diesen Berg schon als Teenager bestiegen hat.

So machte ich mich am 14.9.2012 von Kals, einem kleinen Bergdorf am Großglockner, auf in Richtung der hohen Gipfel. Am ersten Tag ging ich am „Lucknerhaus 1918m“ über „Lucknerhütte“ zur „Stüdlhütte“ auf 2801 m und übernachtete dort.

Am 2. Tag ging ich am frühen Morgen los in Richtung der großen Eisfelder am Fuße des Großglockners. Dort wollte ich mich mit Michel treffen, der am 15.9. nach gekommen ist und einen anderen Weg zum Gletscher ging als ich. Am Gletscherrand angekommen wartete ich brav auf meinen Bergführer. Da dieses Eisfeld mit zahlreichen Spalten, Rissen und Löchern im Eis durchzogen ist, wollte ich nur in einer Seilschaft über diese Fläche gehen. Ein Alleingang ab dieser Stelle endet schnell in einem Drama. Als Michel mich eingeholt hatte, legten wir Steigeisen, Klettergurte und Seil an und machten uns auf den Weg. An diesem Tag wollten wir bis zur Erzherzog-Johannhütte auf 3454 m gehen. Dort angekommen überlegten wir, ob wir doch am späten Nachmittag zum Gipfel gehen. Da dort aber so viele Bergsteiger unterwegs waren zogen wir es vor auf der Hütte eine Suppe zu essen und Tee zu trinken und anschließend den Sonnenuntergang zu genießen.

Am Sonntag brachen wir als erste Gruppe an diesem Tag auf und stapften mit Stirnlampe bewaffnet durch den Schnee zum Großglockneraufstieg. Einige der Bergsteiger wollten es uns gleich tun, um nicht später im Stau am Berg zu stehen, sie konnten aber unser doch hohes Tempo nicht Schritt halten, sodass wir bald einen erheblichen Vorsprung hatten. Dann ging es los, die Kletterei mit Stirnlampe zum Kleinglockner Gipfel, die Überschreitung und die letzten Höhenmeter zum Großglockner Gipfel auf 3798 m. Einige Meter unterhalb des Gipfels überraschte uns der Sonnenaufgang. Knapp zwei Minuten zu spät am Gipfel lachte uns die Sonne ihre ersten Strahlen des Tages ins Gesicht. In voller Pracht und vor allem ganz alleine, konnten wir den Sonnenaufgang am Gipfel Kreutz des Großglockner genießen. Dann tauchten auch schon, auf dem Gipfel des Klein Glockner, unsere Verfolger auf und wir begannen den Abstieg.

Um auf dem Weg zum Luckner Haus nicht allzu vielen Bergsteigern zu begegnen nahmen wir den traditionellen Weg, den Weg den schon die Erstbesteiger gewählt hatten. Nach einiger Kletterei und einer riesigen Leiter ließen wir den Gletscher hinter uns und drei schöne Tage gingen zu Ende.
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2 Kommentare
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Steffen Weiß aus Gera | 19.09.2012 | 07:58  
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Ronald Krummrich aus Erfurt | 19.09.2012 | 09:23  
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