Europas Tchoukball-Elite kommt nach Thüringen

Wann? 24.03.2017 bis 26.03.2017

Wo? Riethsporthalle, Essener Straße, 99089 Erfurt DE
Einschwören auf das nächste Spiel: Die Tchoukballer von der SG Urbich.
 
Tchoukball ist ein sehr intensives, rasantes Ballspiel.
Erfurt: Riethsporthalle | "Tchouk". Genau dieses Geräusch macht der Ball, wenn er mit einem Affenzahn auf das gerahmte Netz trifft und zurückprallt. Das hörte auch der Schweizer Sportmediziner Dr. Hermann Brandt heraus und gab seiner neu erfundenen Sportart in den 1960er-Jahren deshalb den Namen Tchoukball.


Längst hat sich der rasante Mannschaftssport weltweit verbreitet, er wird in über 40 Ländern gespielt. Im März trifft sich Europas Tchoukball-Elite zu zwei Turnieren in Thüringen. Trotzdem wissen längst nicht alle, wie der Sport funktioniert. Joachim Fromm, Pressesprecher vom Deutschen Tchoukball-Verband und aktiv in der SG Urbich, kennt zehn Fakten dafür, dass sich "Tchoukball" zu merken lohnt:

1.

Tchoukball wird weltweit gespielt. In Taiwan gehört es zum schulischen Pflichtprogramm. Der Schweizer Sportmediziner Dr. Hermann Brandt musste einst als Mannschaftsarzt der Volley- und Handballer viele verletzte Sportler betreuen. Sein kreiertes Tchoukballspiel führte sie risikoarm daran, Bewegungsabläufe wieder zu erlernen und die einzelnen Körperpartien zu belasten. Tchoukball fördert Kondition und Leistungsvermögen, macht beweglicher und fördert das Miteinander.

2.

Die Regeln sind leicht verständlich. Zwei Mannschaften mit sieben Spielern (beim Beach-Tchoukball fünf) kämpfen dreimal 15 Minuten lang um Punkte, indem sie auf netzgespannte Rahmen werfen. Kommt der handballähnliche Ball beim Rückprall außerhalb der verbotenen Zone auf, gibt es einen Punkt. Die anderen versuchen den Ball vorher zu fangen. Die "Drei" ist wichtig: Der Angreifer hat höchstens drei Pässe zur Verfügung, der Ballführende darf nur drei Bodenkontakte haben, den Ball maximal drei Sekunden halten, es darf nur dreimal nacheinander auf dasselbe Frame gespielt werden.

3.

Das Verletzungsrisiko ist niedrig, denn es gibt so gut wie keinen Körperkontakt. Das Prinzip: Der Angreifer darf in keiner Weise behindert werden, der Gegner macht ihm sogar aktiv Platz.

4.

Keine Verlierer. Das Miteinander ist im Tchoukball zentrales Element. Hier gilt: Die am Ende schwächere Mannschaft hat nicht verloren, sondern die Chance, von der besseren zu lernen. Bei Turnieren sieht das etwas anders aus, dann kommt der Ehrgeiz ins Ziel, und es gibt natürlich einen Sieger.

5.

Kaum ein Spiel ist so fair wie Tchoukball. Hat der Schiedsrichter einen Fehler übersehen, zeigt ihn der Betroffene selbst an.

6.

Rasante Richtungswechsel, blitzartige Angriffe und ständige rasche Wechsel von Angriff und Verteidigung machen Tchoukball zu einem sehr schnellen Spiel. Etwa alle zehn Sekunden gibt es einen Punkt.

7.

Die Teams sind bunt gemischt, es spielen Männer und Frauen und Jugendliche gemeinsam. Zu den Spielern gehören ehemalige Handballer genau wie Büromenschen, die den Sport gerade erst für sich entdeckt haben. Sie alle rücken durch den Tchoukball eng zusammen, genießen es, eine Mannschaft zu sein und viel Spaß zu haben. "Wir als ältere Sportler sehen natürlich, wie uns die jüngeren den Rang ablaufen", sagt Joachim Fromm und freut sich über den ehrgeizigen Nachwuchs, der zusätzlich leistungsorientiert trainiert und international erfolgreich ist.

8.

Thüringen ist eine deutsche Tchoukball-Hochburg. In Deutschland gibt es nur acht Vereine, zwei davon in Thüringen - die SG Urbich und ASC Weimar. Bei der Junioren-EM 2016 stellten die Thüringer Tchoukball-Vereine zwölf Nationalspieler.

9.

"Es ist ein Glücksfall, dass wir die beiden Turniere in einer doch eher unbekannten Sportart in diesen großen Hallen in Erfurt und Weimar austragen dürfen", weiß Joachim Fromm. Beide Vereine können sowieso sehr gut miteinander, deshalb entschieden sie sich dafür, beide Turniere zu selben Zeit in Thüringen auszutragen und Kräfte zu bündeln. Das gab es bislang nicht bei diesen europaweit wichtigen Wettkämpfen. Erklärtes Ziel: Die Weimarer - derzeit Deutscher Vizemeister - wollen beim European Silver Cup das Halbfinale erreichen.

10.

Jedermann ist herzlich willkommen beim Tchoukball, Vorkenntnisse sind nicht nötig. Die Urbicher beispielsweise trainieren einmal wöchentlich. Wer nicht gleich mitspielen möchte, kann erst einmal beim Training zusehen oder bei den beiden großen Turnieren Zuschauer sein.




Europas Tchoukball-Elite in Thüringen:

Vom 24. bis 26. März kommen Europas beste Mannschaften in Erfurt und Weimar zusammen. Die Landeshauptstadt ist Schauplatz für den "European Winner's Cup" - mit der Champions League im Fußball vergleichbar, parallel wird in Weimar um den "European Silver Cup" gespielt. An beiden Turnieren nehmen insgesamt über 260 Tchoukballer aus zehn Nationen teil.

- European Winner's Cup, 24. - 26. März, Riethsporthalle Erfurt, mit den Meistern und Vizemeistern der nationalen Meisterschaften, Ausrichter: SG Urbich

- European Silver Cup, 25./26. März Asbach- und Innenstadt-Sporthalle Weimar. Unter den Teilnehmern und Ausrichter des Turniers: Der Deutsche Vizemeister ASC Weimar.

www.tchoukball.de



Die Tchoukball-Regeln:

- Spielfeld etwa in Basketballgröße, zwei Mannschaften zu je sieben Spielern, meist wird alters- und geschlechtergemischt gespielt

- an den Enden stehen "Frames" (Rahmen, sehen aus wie schräg gestellte kleine Trampoline)

- vor dem Frame ist ein Halbkreis (Radius drei Meter), der nicht betreten werden darf

- das ballführende Team bekommt einen Punkt, wenn es so auf das Frame wirft, dass der Ball nach Abprallen den Boden außerhalb dieses Halbkreises berührt

- die verteidigende Mannschaft versucht, das zu verhindern und den Ball zu fangen

- beide Teams können auf beide Frames zielen

- das verteidigende Team geht dem ballführenden aktiv aus dem Weg, es gibt keine direkten Zweikämpfe
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