Geht doch: Erfurt schlägt sich mit B-Elf wacker gegen Bundesligist FC Köln und verliert nur 0:1

Kopfballduelle im gegenerischen Strafraum, sonst eher eine Seltenheit in letzter Zeit. Foto: Heyder
Erfurt: Stadion | Wenn Trainer Stefan Krämer am Samstag gegen den Regionallist Meuselwitz im Pokalspiel die gleiche Truppe ins Rennen schickt, die er dem Bundesligisten FC Köln am Dienstag gegenüber stellte, dann muss den Erfurter Fans eigentlich nicht bange sein.

Alles, mit Ausnahme eines Treffers gab es bei einem für Köln fast schmeichelhaften 1:0-Sieg - was das Fanherz begehrt. Da waren Jungs, die gekämpft haben. Die sich nicht nur den Zweikämpfen gestellt haben, sondern auch welche gewonnen haben. Spieler, die Ideen hatten, deren Pässe ankamen und denen man nicht anmerkte, dass sie zwei Klassen tiefer kicken als die Kölner. Nur war keiner aus der ersten Mannschaft dabei, sondern die komplette Bank der Erfurter war auf dem Feld. Marc Höcher beispielsweise, sicher nicht mehr der Schnellste unterm Himmel, aber ein sehr guter Ideengeber am Dienstag.

Pigl, Kadric und Bergmann haben gerackert, anderes kann man das nicht nennen und Linksaußen Patrick Schikowski konnte absolut überzeugen, mit einer kämpferischen Leistung, die man sich am Samstag gegen Chemnitz von nur einem der Akteure so gewünscht hätte.

Ideenreich und willig waren die Kicker in rot-weiß am Werke - und - es gab Schüsse auf das gegnerische Tor! Schlimm, dass man das extra erwähnen muss. Keiner welzte sich auf dem Rasen und forderte Freistöße, weil er gefallen ist. Keine Schauspieleinlagen. Szimeyer agierte druckvoll und Uzan kämpfte sich in gute Positionen und schloss aus allen Lagen ab, wenn auch zumeist in Rückelage und daher über das Tor. Wer auch immer zur Stammelf gehört, könnte sich durchaus Sorgen machen nach dem Auftritt der Auswechselspieler ....

Da war für 2/3 des Spiels ein Jens Möckel auf dem Feld, der die Abwehr gut zusammen hielt und ein Torhüter, der zwar ab und an die glitschige Murmel erst im Nachfassen sicher hatte, der aber seinen Kasten nur in einer einzigen Situation nicht sauber halten konnte.

Die Truppe trat motiviert auf, kam auch mal durch die Mitte, was vor allem gegen Chemnitz vollkommen fehlte. Keine sinnlosen langen Bälle ins Nichts, keine ewigen Rückpässe und Bälle im Aus. Fußball eben. Nur wenige Fehlpässe und, das schönste von allem: kurze Ballstaffetten durch die Mitte. Man hatte fast vergessen, dass es sowas im Steigerwald geben kann.

Im Rückblick das deutlich schönere Spiel als gegen Chemnitz, selbst wenn es erneut verloren ging. Man kann nur hoffen, dass der Trainer das ähnlich gesehen hat, denn der Thüringenpokal gehört dringend mal wieder nach Erfurt, damit ein DFB-Pokalspiel vielleicht einen Kick gegen einen Bundesligisten ermöglicht, bei dem es mal wieder um etwas geht.
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