Grün-weißes Herz: Werder Freunde Erfurt feiern Fünfjähriges

Der Fanclub-Vorstand: Schriftführer Edgar Ricken, Kassenwartin Marie-Luise Zwarg, der zweite Vorsitzende Henry Holzhey und Clubchef Matthias Hoffmann (vorn, v.l.) Unterstützung gibt es außerdem vom Café Kramer: Anke Kramer (hinten links) und Simone Müller-Papst. (Foto: Peer Floeckner)
 
Fanclub-Chef Matthias Hoffmann

Die "Werder Freunde Erfurt" mit Matthias Hoffmann an der Spitze sind seit fünf Jahren begeisterte Fans der Bremer Fußballer.

Sie feiern am 15. Januar im Erfurter "Andreaskavalier" ihren Club-Geburtstag und freuen sich dort und auch sonst über alle, die genauso für SV Werder Bremen schwärmen. Matthias Hoffmann erzählt mehr über den Fanclub:


Euer Fanclub in Zahlen?



Am 15. Januar gibt es uns genau fünf Jahre. Wir haben 27 Mitglieder und sind weltweit Werder-Bremen-Fanclub Nummer 718.

Von Erfurt nach Bremen sind es mehr als 330 Kilometer. Sind Eure Fußball-Idole nicht ein bisschen weit weg?


Überhaupt nicht, das ist ein Katzensprung. Leidenschaft kennt keine Entfernungen. Von Erfurt aus sind wir in drei dreiviertel Stunden in Bremen, mit Autobahn nach Nordhausen ginge es noch schneller.

Lässt sich da überhaupt Nähe aufbauen?



Wir sind immer ganz nah dran! Durch Telefon und Internet klappt das sowieso wunderbar, wir wissen immer die neuesten Dinge. Außerdem haben wir einen ganz engen Draht zur Fanbetreuung. Dadurch lässt sich vieles gut organisieren.

Hat die Begeisterung ein bisschen auch mit dem Erfurter Clemens Fritz zu tun, der bei Werder Bremen spielt?



Natürlich, ganz viel. Obwohl die Begeisterung für die Mannschaft schon viel eher da war, die Wurzeln liegen bei Otto Rehhagel und Willi Lemke.

Was ist bei Werder Bremen anders als bei anderen Fußballclubs?


Werder Bremen ist ganz anders. Das „Werder-Wir-Gefühl“ ist das Allerwichtigste. Vereins-Präsidium und Mannschaft legen riesigen Wert auf die Fans, hier sind wirklich alle ganz eng miteinander. Es gibt gemeinsame Weihnachtsfeiern mit Mannschaft und Fanclub-Vertretern, jedes Jahr eine Fanclub-Meisterschaft. Die Buchstaben SV bedeuten für Werder Bremen auch „Soziale Verantwortung“, der Verein fördert viele gemeinnützige Projekte. In diesem Sinne sind auch wir aktiv, wir unterstützen seit zwei Jahren die „Glückssternchen“, das sind junge Tänzer vom Erfurter Karnevalverein Facedu. Die Aktion läuft so lange, bis Werder seinen zweiten Stern hat, also zum fünften mal Meister wird. Obwohl bis dahin die Glückssternchen vielleicht erwachsen sind....

Was unterscheidet die Werder-Fans von anderen?



Sie sind überall gut angesehen und auf der ganzen Welt verteilt. Wir können uns benehmen, machen keine Randale, wir wollen Fußball gucken, nette Leute kennenlernen und fahren dann friedlich nach Hause.

Wie sieht Euer Fanleben aus?



Wir fahren zusammen jedes Jahr zu zwei Heim- und zwei Auswärtsspielen. Außerdem gucken wir die Spiele gemeinsam, bei mir zu Hause. Ansonsten sind wir bei verschiedenen Stadtfesten präsent, beim Fasching, veranstalten Sommerfest und Weihnachtsfeier.

Es soll da einen sehr ungewöhnlichen Fan geben...


Ja, Daisy, eine Papageiendame aus Sömmerda. Sie ist seit zwei Jahren unser Maskottchen, trägt stolz ihre Weste mit dem Werder-Emblem und kann schon ganz laut „Tor!“ rufen. Besonders stolz sind wir auf unser Ehrenmitglied aus Bremen: Max Lorenz. Er spielte von 1965 bis 1970 in der Fußball-Nationalmannschaft und wurde 1965 mit Werder Bremen Deutscher Meister.

Lassen sich die Schmerzen über den derzeit eher mäßigen Tabellenplatz gemeinsam leichter ertragen?



Genau so ist es. Werder-Fans sind nun mal die härtesten. Sie stehen auch zu ihrer Mannschaft, wenn es ums nackte Überleben geht. Das ist für uns selbstverständlich, wir sind nicht nur in guten Zeiten da. Ein Fan hat nicht einfach nur ein Trikot an, da ist das Herz dabei! Das gilt für den dreijährigen Fan wie für den über 80-Jährigen. Ich spreche aus Erfahrung, meine 84-jährige Mutter ist auch vom Werder-Bremen-Virus infiziert und fühlt und jubelt und flucht immer mit.

Schlägt Euer Herz wenigstens ab und zu auch mal ein klein wenig im rot-weißen Takt?



Den Erfurter Fußball behalten wir immer im Auge. Wir freuen uns über einen guten Platz, ärgern uns aber auch über verlorene Spiele, die gar nicht nötig wären.

Ihr größter Traum?


Im Jahr 2018 zu erleben, wie die Mannchaft auf dem Bremer Marktplatz die Meisterschale hochhält, in dem Jahr werde ich nämlich 60. Aber ich glaube, das mit dem Meistertitel ist doch eher Utopie, die Bayern sind unerreichbar.



Termin:


15. Januar, 19 Uhr, Gaststätte „Andreaskavalier“ Erfurt: Party zum Fünfjährigen der Werder Freunde Erfurt. Jeder, dessen Herz grün-weiß schlägt, ist willkommen.



Zum Vormerken:


Die Werder Freunde Erfurt richten im Jahr 2016 die offizielle deutsche Fanclub-Meisterschaft aus, vom 3. bis zum 5. Juni. Rund 500 Beteiligte werden erwartet: Fanclub-Mannchaften und Vertreter vom Werder-Vorstand. „Das wird ein Riesending“, freut sich Matthias Hoffmann, der schon jetzt mit seinen Leuten mitten in den Vorbereitungen steckt.
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1 Kommentar
13.091
Eberhard :Dürselen aus Weimar | 11.01.2015 | 09:56  
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