Handball, 3. Liga: Niederlage schmerzt doppelt

Jede Serie geht einmal zu Ende. Auch jene, vor dem eigenen Publikum ungeschlagen zu sein. Gegen den PSV Recklinghausen zog die zweite Mannschaft des mit 35:37 (16:20) den Kürzeren und gab erstmals beide Punkte aus der Salza-Halle. Dabei waren die Gäste nicht übermachtig oder unschlagbar. Erfolgreichste Werferinnen waren Petra Popluharova für den THC (9) und Christina Weber für die Gäste (13).

Die Gastgeberinnen erwischten einen denkbar schlechten Auftakt und sahen sich bereits nach rund zehn Minuten mit 4:9 im Hintertreffen. Statt wie gewohnt mit einer agilen Abwehr und einem schnellen Spiel nach vorn zu überzeugen, lief an diesem Tag einfach nichts bei den THC-Damen zusammen. Einfache Fehler im Spielaufbau und überhastete, unkonzentrierte Abschlüsse prägten das Bild und ließen den THC schnell in Rückstand geraten. Die Gäste aus Recklinghausen machten es auf der anderen Seite besser. Vorallem die starke Christina Weber zog clever die Fäden und konnte zudem gegen eine schwammige Abwehr immer wieder selbst einnetzen. Nach der fälligen Auszeit änderte sich das Bild kaum. Zwar konnte der THC durch einen Doppelschlag von Ulrike Jahn und Sarah Gebbert auf 6:9 verkürzen, mehr als ein kurzes Achtungszeichen war das aber nicht. Denn die Gäste zwangen dem THC weiter ihr Spiel auf und hielten die Thüringerinnen konstant mit 4 bis 5 Toren auf Abstand. In der Schlussphase der ersten Hälfte steigerten sich die Hausherrinnen und kamen im Angriff jetzt häufiger zum Erfolg. Allerdings werden Spiele im Handball auch vornehmlich in der Abwehr entschieden - und da war keine Besserung in Sicht. Zur Halbzeit lagen die THC-Damen entsprechend mit 16:20 zurück.

Den ersten Angriff der Gäste abwehren und vorn ein schnelles Tor machen, dass war die Maßgabe der Verantwortlichen für den zweiten Abschnitt. Kim Merle Köster verkürzte mit ihrem Treffer auf 17:20, nachdem Ulrike Jahn nur wenige Sekunden vorher eine hochkarätige Möglichkeit ausgelassen hatte. Als Lena Fischer im Gegenzug einen Strafwurf vereitelte keimte kurzzeitig sogar die Hoffnung auf dem Spiel eine Wende geben zu können. Aber auch das war nur von kurzer Dauer. Recklinghausen zog wieder das Tempo an und enteilte den Thüringerinnen auf bis auf 19:26 (Weber/39.) Das drohende Debakel weckte scheinbar den Kampfgeist der THC-Damen und sie begannen, sich mit aller Macht gegen die Niederlage zu stemmen. Drei Tore in Folge für den THC machten Mut und verkürzten den Rückstand wieder auf. Mit dieser Gegenwehr hatten wohl auch die Gäste nicht gerechnet und zogen nur Minuten später beim Stand von von 25:27 die Notbremse. Aber auch die Auszeit brachte den THC nicht von seiner Linie ab. Lena Petersen erzielte den 26:27 - Anschlusstreffer (45.) und öffnete damit einem anderen Spielausgang Tür und Tor. Die Begegnung lebte jetzt ausschlielich vom Kampf zweier ebenbürtiger Mannschaften und war an Spannung kaum zu überbieten. Der THC blieb dran an den Gästen aus dem Ruhrgebiet, verpasste es aber mehrmals den Ausgleich zu erzielen. Mit dem Tor zum 31:33 (54.) ging der THC in eine offene Deckung über und versuchte mit allen Mitteln das Spiel noch zu drehen. Aber auch darauf hatten die Gäste eine Antwort und erzielten mit dem 31:35 (57.) nach einer kapitalen Fehlentscheidung der beiden Unparteiischen die Vorentscheidung. Obwohl die Mannschaft noch einmal auf ein einziges Tor verkürzen konnte (35:36/60.) musste sich der THC am Ende knapp mit 35:37 geschlagen geben.

Damit ist die Heimserie des THC gerissen und die erste Niederlage in der Salza-Halle perfekt. Im Hinblick auf die Tabellensituation ist diese Niederlage doppelt schmerzlich, war sie doch vermeidbar gewesen. Da alle anderen Konkurrenten um den 9. Platz ihre Spiele gewonnen haben, schrumpft der Vorsprung des THC auf den ersten Absteiger der Liga auf ganze 3 Punkte zusammen. Es wird wieder spannend im Kampf um die Qualifikation für die neue Saison.

Statistik

Thüringer HC II: Lena Fischer; Lisa Friedrich (3), Kim Merle Köster (4), Michelle Friedrich, Sarah Gebbert (3), Kristin Ackermann, Nadja Bolze (5), Elisa Pryjomysz, Franziska Fuhrmann (1), Petra Popluharova (9), Lena Petersen (6), Ulrike Jahn (4/1).

Zeitstrafen: 4 - 3.

Strafwürfe: 3/1 - 6/5.

Schiedsrichter: Tobias Marx/Falko Pühler.

Bericht: Steve Hermann.
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